Teil 30

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Teil 30

Der Tag war gekommen. Mein Geburtstag. Ich war froh, dass die Letzten Tage entspannt und ruhig verliefen. Damian und ich arbeiteten so gut wie jeden Nachmittag an unserem Projekt. Der normale Alltag bekam wieder macht über mein Leben. Damian war stiller und ruhiger geworden. Er alberte nicht mehr so viel herum, doch trotzdem wirkte er seit unserem Gespräch nicht mehr so traurig. Cole und Tea schienen sich ausgesprochen zu haben, den Cole kam so gut wie jeden Tag vorbei und holte sie ab um irgendwas zu unternehmen. Ich musste viel Stoff nachholen und war die meiste Zeit mit dem lernen beschäftigt oder telefonierte stundenlang mit Damian. Es war wirklich unglaublich wie verrückt wir nacheinander waren, doch ich konnte einfach nicht genug von ihm bekommen. Ich schlief jeden Abend mit seinem Pullover, den er mir gegeben hatte. Er meinte vielleicht würde ich dadurch besser schlafen, auch wenn er nicht da war und es funktionierte tatsächlich. Sein Geruch und das wissen, dass es Damian's Pullover war, genügte um mir einen einigermaßen ruhigen Schlaf zu beschaffen. Das mit meinen Albträumen war lächerlich und manchmal wünschte ich mir, ich hätte Damian nie davon erzählt. Um genau zu sein hatte er es ja eigentlich selber herausgefunden. Obwohl ich Damian liebte, war es mir unangenehm, dass er wusste, dass er der einzige war, der meine Albträume verschwinden lassen konnte. 

Ich saß auf meinem Bett und betrachtete das Bild von Damian und mir, dass wir an Weihnachten aufgenommen hatten. Lorena hatte es Damian gegeben, dass er es mir übereichen sollte. Es war in einem hübschen goldfarbenen Bilderrahmen eingeschlossen. Ich vermisste Damian's Familie, vorallem Nando. Ich würde Damian morgen fragen, ob wir zu seiner Familie fahren könnten. Da ich wusste, dass es auch Lorena nicht gut ging, würde ich sie sehr gerne wieder sehen. Mein Gefühl verstärkte sich, dass in seiner Familie etwas los war. Es war auch die Sache, die Damian so bedrückte. 

Vor mir lagen noch hunderte Notizen vom Englischunterricht. Ich stapelte die Blätter auf und ließ sie in meiner Schultasche verschwinden. Ich hatte genug für heute gelernt. Die Uhr zeigte 20:45 an. Noch wenige Stunden und ich hatte diesen schrecklichen Tag überstanden. Ich war so froh, dass niemand von meinem Geburtstag wusste und dass ich so viel Ablenkung hatte, so dass ich kaum an diesen furchtbaren Tag denken musste. Blake's Schwärmerei über Austen, das Arbeiten am Projekt mit Damian und lernen für den Englischkurs ermöglichte mir, dass ich keinen Gedanken daran verschwendete was vor 19 Jahren geschehen war. 

„Ich geh dann jetzt." sagte Tea und schnappte sich ihre kleine Tasche vom Bett. 

„Viel spaß." erwiderte ich zwinkernd.

Sie verdrehte die Augen und schloss die Tür hinter sich. Ich kicherte und nahm mein Handy vom Bett. Trotz der Tatsache, dass mein Geburtstag war, wollte ich heute etwas unternehmen. Es war Freitag und hier rumzusitzen war langweilig. 

„Hey Damian." begrüßte ich ihn, als er ranging.

„Hey Baby. Was gibt's?"

„Was hast du heute vor?" fragte ich ihn und ließ mich in meine Kissen fallen.

„Ich muss noch ein paar Dinge erledigen. Soll ich später vorbeikommen? Wir können uns einen Film anschauen oder einfach nur rummachen." 

Ich verdrehte die Augen und hörte ihn am anderen Ende der Leitung lachen. 

„Wann kommst du ungefähr?" fragte ich ihn.

„Weiß nicht genau. Es kann schneller gehen aber vielleicht dauert es auch ein wenig."

Ich runzelte die Stirn. Was musste er erledigen? Es gab so viele Fragen die in meinem Kopf umschwirrten, die ich aber nicht aussprach.

„Na gut." seufzte ich.

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