Chapter 6

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Inzwischen war es Montag-Nachmittag und ich bin Jaden die letzte Zeit erfolgreich ausgewichen, was sich schwierig gestaltet, wenn man unter einem Dach wohnt. 
Wie ich mit dieser ganzen 'Bestrafungs'-Sache umgehen sollte wusste ich nicht, aber ich spielte langsam wirklich mit dem Gedanken nach Hause zurück zukehren.
Auch wenn ich Jaden diesen Triumph nicht gönne... aber das war nicht das Einzigste was dagegen sprach nach Hause zurückzuziehen.. da war ja noch dieser kleine Teil in mir, der Jaden und das, was er tat, toll fand.
Und genau dieser kleine Teil ist daran Schuld, dass ich nicht zurückziehe.
Langsam glaubte ich, ich war auch krank. Vielleicht nicht so krank wie Jaden, aber krank.
Ich öffnete mit dem Ersatzschlüssel, den Jace mir gegen hatte, die Haustür und warf meinen Rucksack in die Ecke. Danach holte ich mir einen Joghurt aus dem Kühlschrank, schnappte mir einen Löffel aus der Schublade und pflanzte mich aufs Sofa.
Genüsslich löffelte ich meinen Joghurt, als mein Handy summte. Ich zog es aus der Hosentasche und starrte auf den Display:

Anonym:
Räum deinen Rucksack aus dem Flur und mach' deine Hausaufgaben.

Ich runzelte verwirrt die Stirn, danach schaute ich mich um. Eigentlich war niemand zu Hause.
Die Nachricht musste von Jaden sein -weil Jace Nummer hatte ich - und außerdem passte es zu Jaden.
Stalkt er mich?
Ich entsperrt mein Handy und tippte mit einer Hand die Antwort, weil ich in der anderen Hand noch mein Joghurt hielt:

Ich:
Woher hast du meine Nummer, Jaden?
Und woher willst du wissen, dass mein Rucksack im Flur liegt?!

Es dauerte nicht lange, bis ich eine Antwort erhielt:

Anonym:
Frag nicht so viel, Kitten.
Und woher willst du wissen, dass ich Jaden bin? ;)

Ich:
Keiner würde mir befehlen Hausaufgaben zu machen, außer du (und vielleicht meine Mutter, die habe ich aber abgespeichert).
Abgesehen davon, bist du der Einziege, der mich 'Kitten' nennt. -.-
Und wie gesagt: Mein Rucksack liegt nicht im Flur.

Schon lächerlich, dass ich mich Jaden über meinen Rucksack streite.
Hatte er nichts besseres zu tun? Arbeiten? Essen? Irgendwas? Ich legte das Handy beiseite und aß erstmal meinen Joghurt auf. Das muss ich mir nicht sagen lassen.
Allerdings beschloss ich Jaden auch als Jaden einzuspeichern, falls er mich öfters anschreibt.

Es dauerte tatsächlich eine Zeit, bis Jaden antwortete.

Jaden:
Ertappt Kitten, ich bin Jaden. ;)

Das war ja jetzt auch nicht schwer. Kopfschüttelnd stand ich auf und warf den leeren Joghurtbecher weg. Den Löffel pfefferte ich in die Spüle.
Danach setzte ich mich zurück aufs Sofa, wo ich auch schon eine neue Nachricht von Jaden hatte.

Jaden:
*Hat ein Bild gesendet*
Jetzt räum deinen scheiß Rucksack weg und mach' die Hausaufgaben.

Ich öffnet das Bild, und mein Atem stockte. Das war unser Flur, inklusive meines Rucksacks.
Ich sprang auf und stolperte in den Flur, doch da war niemand. Hätte ich doch auch mitbekommen, oder?
Ich sah vorsichtig in Jaden's Zimmer, leer.
Unschlüssig fuhr ich mir durch die Haare, mein Puls hatte sich sicherlich aufs dreifache beschleunigt.
Er war krank, krank, krank. Ich schaut in die anderen Räume, aber auch die waren leer.
Panik machte sich in meiner Brust breit, was ging hier bitte ab?
Ich brauchte ein paar Minuten, um mich zu fassen. Okay, wie kann es sein, dass er so ein Foto bekommt?
Diese Frage drehte sich die ganze Zeit in meinen Gedanken.
Wie?!
Ich sah mich um und entdeckte in der Mitte eines Bildrahmens einen kleinen schwarzen Punkt.
Normalerweise wäre er mich nicht aufgefallen, aber jetzt wusste ich wie es an das Foto kam: Kameras.
Dieser Psycho stalkt mich. Ich nährte mich der kleinen Linse und starrte sie an. Ich wusste, das Jaden das alles sah, aber so schlecht war es vielleicht gar nicht. Da ich keine Ahnung habe, wie ich die Mini-Kamera aus dem Bilderrahmen bekomme, schnappt ich mir Tape , zeigte Jaden noch einmal den Mittelfinger, und klebte die Kamera über.
So ein Arschloch.
Ich beschloss mich weiter umzuschauen und wurde im Wohnzimmer und ich der Küche fündig: Überall Kameras.
Würde es überhaupt was bringen, wenn ich zurück ziehen würde? Schließlich stalkte Jaden mich.
Natürlich könnte ich die Polizei rufen, aber ich hatte nicht das beste Verhältnis zu denen.
Werde ich wahrscheinlich auch nie haben.
Seufzend setzte ich mich auch die Couch und dachte darüber nach, was ich jetzt tun würde.
Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen, als die Haustür aufging.
Zwar stockte mein Herz für einen Moment, aber ich beruhigte mich, als ich Jace erkannte.
"Hey",lächelte ich ihn an. Er schaute auf, vezog seinen Mund zu einem schiefen Grinsen, und bergrüßte mich kurz.
Ich widmete mich wieder meinen Gedanken, aber auch diesmal wurde ich gestörte, als Jace sich vor mich stellte. Ich sah auf und bemerkte seine Verwirrung, "Sag mal...", setzte er an, "hast du hier überall Tape hingeklebt?".
Oh... da war ja was. Ich brauchte nicht lange, um zu wissen was ich antworte, denn das war der perfekte Moment, Jace die Wahrheit über seinen Mitbewohner zu sagen.
"Hier waren Kameras. Überall.", sagte ich und versuchte so zu klingen, als ob es mich nicht verängstigte.
Ich erwartete, dass Jace ausrastete und sofort bei Jaden anruft und ihn zu Rede stellt, stattdessen nickte er bloß und verschwand auch schon aus dem Wohnzimmer. Was war das denn bitte?

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Normalerweise stehe ich nicht so auf 'Schlusswörter' der Autoren... Ich bin auch nicht gut darin, sowas zu schreiben: Ich wollte mich nur einmal bei allen Leuten bedanken, die das Buch lesen und dafür Voten! <3

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