Teil 20

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Teil 20

Das Haus war einschüchternd groß. Es sah genauso elegant aus wie das Restaurant. Die Farbe des Gebäudes war beige. Zwei weiße Säulen, die wie aus dem alten Griechenland aussahen, begannen auf der Veranda und ragten beinahe bis zum Dach hinaus. Es sah beeindruckend edel aus. Die Veranda war von einem weißen Zaun umringt. Der Garten wirkte eher wie ein Park. Von hier aus, konnte ich einen kleinen Teil eines Pavillons erkennen. 

Es war früh. Viel zu früh, doch um Nando ein lächeln ins Gesicht zu zaubern, würde ich alles machen. Lorenzo erschien hinter der Tür und unterhielt sich mit Damian. Seine Miene hellte sich plötzlich auf und sein Kopf bewegte sich in meine Richtung. Lorenzo winkte mir grinsend zu und warf mir einen Luftkuss zu. Ich verdrehte die Augen, konnte mir jedoch kein lächeln verkneifen. Der Anblick einen so harten Kerl wie Lorenzo so etwas tun zu sehen war zu lustig. Damian überragte ihn nur um ein paar Zentimeter und obwohl sie eine verschiedene Haar und Augenfarbe hatten, erkannte man, dass sie Brüder waren. Die Körperhaltung, das lächeln und die Gesichtsausdrücke. Damian schien so, als würde er auf Lorenzo einreden, der jedoch grinste weiter vor sich hin. Nando tauchte am Türrahmen auf und blickte zwischen seinen großen Brüdern hin und her. Seine kurzen Arme schlangen sich um Damian's Beine. Nando blickte grinsend zu ihm auf und zog die Träger seines Rucksackes enger an seinen Körper. Damian nahm ihm darauf seine Tasche ab und hob Nando auf seinen Armen. Mir wurde ganz warm ums Herz. Damian würde sicherlich eines Tages einen guten Vater abgeben. Nando winkte Lorenzo zum Abschied zu, der es ihm nach tat. Sein Blick viel noch kurz auf mich. Mit einem kurzen zwinkern schloss er die Tür hinter sich. Obwohl er mich nicht sehen konnte verdrehte ich erneuet die Augen über seinen bescheuerten Flirtversuch. 

Nando redete begeistert auf Damian ein und sah kein einziges mal zum Auto, also hatte er mich immer noch nicht bemerkt. Erst als Damian die Hintertür öffnete und Nando auf den Sitz krabbelte fiel ich ihm auf. Seine Augen weiteten sich und sein Mund stand weit offen.

„Ever!" kreischte er mit seiner niedlichen Stimme und sprang abrupt aus dem Auto. Damian wich leicht schmunzelt zurück und im nächsten Moment öffnete sich die Tür neben mir. Nando's Augen funkelten und sein Gesicht sprühte vor Glück. Er zog an meinem Ärmel, worauf ich aus dem Auto stieg. Mein Gesicht tat vor lauter grinsen schon weh. Nando war einfach der entzückendste und süßeste Junge auf der ganzen weiten Welt. Ich ging in die Hocke und zog ihn in meine Arme. Sein Körper war ganz kalt und die niedrigen Temperaturen hatten seine Haut ganz blass gemacht, genauso wie es bei mir auch immer war. 

„Gott Nando, du bist eiskalt." murmelte ich und rieb mit meinen Armen über seinen Rücken, um so  wärme erzeugen zu können. 

„Setzt du dich hinter zu mir?" fragte er, als ich von ihm ab ließ.

„Klar." antworte ich wie aus der Pistole geschossen und stellte mich auf. 

Ich hatte Damian garnicht bemerkt, doch er stand direkt neben mir. Sein Blick war undurchschaubar und ich würde zu gerne wissen, was ihm genau in diesem Moment durch den Kopf ging. Er öffnete die hintere Tür. Nando kletterte als erstes in das Auto und machte es sich auf seinem Kindersitz bequem. Bevor ich einstieg hielt ich inne und sah zu Damian hoch. Er hatte die Lippen zu einem Strich zusammengezogen. Ob er daran dachte, dass wir gleich in die Schule mussten und dort auch Jack war? Ob er daran dachte, dass ich ihm gestern gestanden hatte, dass ich ihn verliebt war und er davon verunsichert war? Gott, es war zum verrückt werden. Wieso konnte er nicht einfach mit der Sprach rausrücken.

„Was ist los?"

Er schloss kurz die Augen und öffnete sie wieder. Mit einem Kopfschütteln blickte er zu mir herab.

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