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~Being happy ~

Reece POV

Ich konnte mir ein dümmliches Grinsen nicht verkneifen, als ich um halb acht wieder zu Hause war. Wenn Jackson mich so gesehen hätte, würde er mich erst einmal herzlich auslachen. Aber das war mir egal. Ich konnte nicht sagen, was dieses Mädchen an sich hatte, was sie für mich so interessant machte. Aus irgendeinem unerklärlichen Grund lag mir ihr Wohlergehen mehr am Herzen, als es eigentlich sollte. Aber es war zu spät, um jetzt noch einen Rückzieher zu machen.

Mein Daumen schwebte über das Display meines Handys. Kurz spielte ich mit dem Gedanken ihr zu schreiben, obwohl ich Mad nicht einmal vor zehn Minuten vor ihrer Wohnung abgesetzt hatte. Es war schon ein merkwürdiger Zufall, dass sie in demselben Apartmentkomplex wohnte wie mein Cousin. Wie Mad wohl reagieren würde, wenn ich ihr erzählen würde, dass meine Wochenend-Wohnung nur ein paar Türen weiter lag. Wahrscheinlich würde sie mich sprachlos anstarren und mir dann vorwerfen, dass ich es ihr nicht schon früher gesagt hätte.

Schließlich packte ich mein Handy aber doch wieder in meine Hosentasche. Ansonsten würde ich wieder gelöchert werden, woher ich ihre Nummer hatte. Das ging allerdings auf Ronnies Kappe. Ich hatte keine Ahnung, was sie und Jack planten, aber es gefiel mir ganz und gar nicht, wie sie Mad und mich ansahen. Irgendwas stimmte da nicht.

Wo ich schon Mal bei Sachen war, die nicht stimmten, musste ich gleich an Mad und dieses Buch denken. Ich hatte es fast fertig gelesen und dieses Gefühl, dass meine 'feste Freundin' etwas mit dem Inhalt zu tun hatte, verstärkte sich von Tag zu Tag mehr.

Als ich meine Sachen in mein Zimmer schmiss, zuckte ich kurz zusammen, da ich nicht erwartet hätte meinen Vater auf meinem Schreibtischstuhl sitzen zu sehen. Ein Wunder, dass er überhaupt da war. Und hinweg war meine gute Laune.

„Heute kein Meeting?" , frage ich ihn so vorwurfsvoll wie möglich, ehe ich mich auf mein Bett fallen ließ und darauf wartete, was er mir zu sagen hatte. Erfreulich war es ganz sicher nicht. Wann hatte er mir das letzte Mal etwas Tolles gesagt? Wann hatten wir das letzte Mal überhaupt mit einander gesprochen ohne im Streit auseinander zu gehen?

So verbissen wie mein Vater schaute, konnte es nichts Gutes bedeuten. Im Kopf ging ich kurz die Möglichkeiten durch. Hatte ich einen seiner Angestellten beleidigt? Aber das letzte Mal, als ich in der Bank war, war sicher schon Monate her. Hat er mit meinen Lehrern gesprochen? Eigentlich konnte es mir auch gleichgültig sein.

„Rückst du jetzt mal mit der Sprache raus oder soll ich erraten, was dich zu dieser frühen Stunde in mein Zimmer treibt?" Genervt sah ich zu meinem Vater, der immer noch nicht zu wissen schien, wie er seine Neuigkeit am besten verpacken wollte. Hoffentlich kam er mir mit keinem neuen Praktikum an. Er verstand einfach nicht, dass mich Bilanzen und irgendwelche Kredite nicht interessierten. Ich wollte mit Büchern arbeiten.

Als ich spürte, wie mein Handy in meiner Hosentasche vibrierte, zog ich es heraus und entsperrte das Display.

Baby: Hey, Süßer. Möchtest du mir vielleicht irgendwas erzählen? Ich habe gehört, du warst heute auf einer kleinen Expedition? xoxo

Ich konnte mir ein breites Grinsen nicht verkneifen, als ich die Nachricht las.

Ich: Babe, ich habe keine Ahnung, was für eine Expedition du meinst. Kussi Bussi, die Liebe deines Lebens.

Baby: Du weißt ganz genau, was ich meine. Vielleicht sogar eine Expedition in Maddies Höschen. Du weißt, dass du mir nichts verschweigen kannst. Wir sind Seelenverwandte. xoxo

Mein Dad räusperte sich lautstark, was vermutlich darauf schließen ließ, dass er nun endlich bereit war mir seinen Standpunkt zu erläutern. Ich hielt kurz meine rechte Hand hoch, um ihm zu signalisieren, dass ich gleich soweit wäre.

Ich: Du weißt, dass ich nur dich liebe, Babe.

Ich legte mein Handy neben mich und sah abwartend zu meinem Vater, der unruhig auf dem Stuhl hin- und her rutschte. Na das konnte ja erfreulich werden.

„Reece, ich habe heute mit den Ärzten gesprochen. Sie haben erlaubt, dass sie für einen Tag herauskommt."

Ruckartig richtete ich mich auf und sah meinen Vater mit weit aufgerissenen Augen an. Das konnte nicht wahr sein.

„S-sie kommt raus?" , fragte ich ihn stotternd.

„Für einen Tag. Wenn du das willst." , bestätigte mein Vater vorsichtig.

Was war das bitte für eine Frage? Natürlich wollte ich das. Sie hatte nicht verdient Tag für Tag dasselbe zu sehen. Sie durfte endlich mal raus. Dafür hatte ich mich sieben Jahre lang eingesetzt. Und nun wurde es endlich wahr.

Überwältigt vergrub ich meinen Kopf in meinen Handflächen. Ich wusste nicht, ob ich heulen oder lachen sollte. Ich fühlte einfach nur so viel Glück. Aber nicht für mich. Sondern für sie.

„Ich lass dich mal kurz alleine." , hörte ich meinen Vater murmeln. Wahrscheinlich wusste er nicht, wie er damit umgehen sollte. Wie auch? Er kannte mich ja kaum noch.

Instinktiv griff ich nach meinem Handy und tippte eine Nachricht.

Ich: Sie kommt für einen Tag raus. Sie kommt wirklich raus.

Keine Minute später bekam ich die Antwort.

Baby: Süßer, das müssen wir feiern. Ich hol dich ab. xoxo

Maddies POV

Lächelnd schloss ich die Wohnungstüre auf und wäre fast in meine Mutter gelaufen.

„Bist du gerade aus einem Auto gestiegen?" , fragte sie mich ungläubig.

Und als ich zögerlich nickte, sah ich Tränen in ihren Augen glitzern.

„Oh, Maddie!" , seufzte sich glücklich, ehe sie mich in eine feste Umarmung zog, die ich langsam erwiderte. „Ich bin so stolz auf dich, meine Süße." , flüsterte sie in mein Ohr und automatisch stiegen mir ebenfalls Tränen in die Augen. Wie froh ich doch war, sie als Mutter zu haben. Wenn ich ihr erzählen würde, dass Reece und ich geschwänzt hätten, würde sie wahrscheinlich vor Freude komplett ausrasten.

„Ich geh mal kurz in mein Zimmer." , murmelte ich, da mir das doch etwas zu emotional wurde.

„Ist gut. In einer halben Stunde gibt es Essen." , informierte sie mich.

Immer noch wie eine Irre lächelnd, warf ich mich aufs Bett und ging nachdenklich auf WhatsApp.

Meine Finger schwebten über Reece Profil. Ronnie hatte mir gestern die Nummer zugeschickt und am liebsten würde ich ihm schreiben. Aber, kam das nicht zu aufdringlich rüber? Klar, er war heute super süß und verständnisvoll gewesen, aber seine Laune wollte ich auch nicht überstrapazieren, indem ich ihn jetzt nervte. Während sein Profilbild ein Schnappschuss von ihm, Nate und Jack war, hatte er als seinen Status einfach nur ein Peace-Zeichen. Er und seine Freunde saßen am Lagerfeuer in der Nähe von irgendeinem See und hielten Bierflaschen in der Hand. Alle lächelten sie ungezwungen in die Kamera. Es war also ein sehr spontanes Foto gewesen.

Seufzend schmiss ich mein Handy wieder aufs Bett und machte mich daran meiner Mutter beim Essen machen zu helfen. Ich fragte mich, ob sie wusste, dass Reece hinter dem blauen Auto steckte. So wie sie mich ansah, wahrscheinlich schon. Müttern blieb auch wirklich nichts verborgen.

„Wenn du später Langeweile hast, geh auf Exposed. Layla kriegt sich gar nicht mehr ein." , flüsterte mir meine kleine Schwester zu, als sie aus ihrem Zimmer kam und mit uns zusammen die Pizza belegte.

Aber zum ersten Mal kümmerte es mich nicht, was eine nervige Zwölftklässlerin über mich schrieb. Sollten sie doch alle denken, was sie wollten. Das was zählte, war, was ich über Reece und mich dachte.

Als ich gegen halb zehn einen Blick auf mein Handy warf, setzte mein Herzschlag kurz aus. Ich musste zweimal hinsehen, um mich zu vergewissern, dass ich mich nicht versehen hatte.

Reece: Mad, danke für den schönen Tag. Wir sehen uns morgen. Schlaf gut. ~ Reece.

Mit einem breiten Grinsen las ich mir die Nachricht mindestens noch zehn Mal durch.

Ich muss dir danken, Reece, fügte ich in Gedanken hinzu. 

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