~ A night to remember ~

Der Vormittag verging relativ schnell. Zwischendurch durfte ich mich immer mal wieder Cassies und Alis neugierigen Fragen stellen, die ich so wage wie möglich beantwortete. Vielmehr freute ich mich auf heute Abend. Das aufgeregte Flattern in meiner Brust, als ich vor meinem Kleiderschrank stand und mir ein Outfit heraussuchte, schob ich auf den ersten Clubbesuch in meinem Leben. Je länger ich darüber nachdachte, desto mehr kam in mir der Gedanke auf, dass es vielleicht doch nicht an dem Club, sondern an jemand anderem lag. Seufzend warf ich ein Kleidungsstück nach dem anderen auf mein Bett. Zu alt, zu lang, zu kurz, zu warm...Es war einfach zum Kotzen.

Irgendwann gab ich es auf und warf mich völlig frustriert einfach auf mein Bett. Was war so schwer daran einfach ein einziges Outfit zu finden, in dem ich nicht scheiße aussah? Mein Blick fiel auf meine weiße einfache Bluse. Wenn ich diese zu einem schwarzen Faltenrock in Lederoptik kombinieren würde, könnte das gehen. Schnell warf ich mich in die Sachen und war eigentlich ziemlich zufrieden. Drunter trug ich noch eine Strumpfhose. Ein paar Ringe peppten das Outfit noch auf und zuletzt durfte meine Lieblingslederjacke nicht fehlen. Ich war mir unsicher, was für Schuhe ich anziehen sollte. Meine stinknormalen Boots wären zu langweilig. Chucks würden nicht passen. Ich sah zu den Pumps, die ich mir vor zwei Jahren gekauft hatte. Ich hatte sie ein einziges Mal angehabt. Sie waren nicht sonderlich hoch, aber für mich waren das noch weitere sechs Zentimeter. Schnell griff ich danach und zog sie an. Es sah gut aus, aber letztendlich entschied ich mich doch für ein paar Boots mit goldenen Schnallen. Sie hatten nur einen leichten Absatz von vielleicht zwei Zentimetern. Schnell griff ich nach meiner Tasche, als ich sah, wie unten ein Auto vor fuhr.

„Ich bin weg, Mom." , informierte ich sie, als ich am Wohnzimmer vorbei lief.

„Ist gut. Schreib mir bitte, wenn du zurück fährst. Und bestell Reece schöne Grüße von mir!" , hörte ich sie noch rufen.

Das einzige, was ich denken konnte, war: Ganz sicher nicht.

Dieses Mal ließ ich mir Zeit beim runter laufen. Als ich schließlich die Beifahrertür öffnete und mich auf den Sitz sinken ließ, bemerkte ich, dass hinter mir Ronnie und Nate saßen.

„Hey!" , begrüßte ich sie alle, etwas überrascht.

Mein Herz klopfte schnell in meiner Brust, als ich daran dachte, dass ich nun zum ersten Mal wieder nachts in einem Auto sitzen würde. Aber ich würde Reece vertrauen. Er war ein guter Autofahrer.

Wenn man vom Teufel sprach: Dieser saß neben mir und machte noch keine Anstalten los zu fahren. Stattdessen tippte er etwas in seinem Handy herum. Als er es sinken ließ, warf er mir einen bedeutsamen Blick zu. Und deutete auf sein Handy.

Dann startete er den Motor und ich wühlte in meiner Tasche herum, um mein eigenes Smartphone herauszusuchen. Und tatsächlich, ich hatte eine neue Nachricht von Reece.

Reece: Ich konnte sie nicht abwimmeln. Hoffe, es ist okay, dass sie mit uns mit fahren. Auf dem Rückweg überlege ich mir etwas. Vielleicht können sie mit Jack mitfahren.

Ich lächelte ihn zur Antwort an. Es war kein Problem für mich. Ich war mir sicher, meine Gefühle unter Kontrolle zu haben.

~

Schließlich standen wir vor einer der angesagten Clubs in Phili. Reece hatte nicht zu viel versprochen. Der Türsteher warf nicht mal einen wirklichen Blick auf uns, er winkte uns einfach durch. Vermutlich kannte er Reece, Ronnie und Nate schon.

Kaum waren wir im inneren des großen Gebäudes, entdeckte ich schon Jackson, der uns zu sich winkte. Er grinste uns freudestrahlend an und ich drängte mich mit den anderen an den tanzenden Menschen vorbei zu unserem Freund. Obwohl es ein Dienstag war, war hier einiges los. Vermutlich mussten hier viele ihren Frust wegfeiern.

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