Kapitel 1

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Die Wärme, die von der Sonne ausging, traf meine Haut. Ich sah mit starrem Blick auf die Straße und sah den Männern zu, wie sie die Mädchen holten.
Mir lief eine Träne über die Wange.
Ich drehte mich um und ging aus meinem Zimmer.

„Eve, mein Schatz!", rief meine Mutter entsetzt, als sie mich sah und eilte zu mir.
Sie sah mich nachdenklich an.
„Du weißt es bereits?", fragte sie und sah mit einem leerem Blick auf den Boden.
„Sie sind da und werden mich holen", zischte ich.
„Du hast keine andere Wahl."
Meine Stadt schloss ein Abkommen mit den Wölfen. Denn sie leben im Wald, der unser Städtchen umgibt. Sie fordern am letzten Dezembertag die Mädchen aus dem Dorf.
Dieses Jahr musste auch ich gehen, denn ich war nun alt genug.
Ich hatte Angst, dass mich diese Monster mit nehmen würden und davor, was sie mit mir anstellen könnten.

Es klopfte an der Tür.

Meine Mutter sah mich mit ihren müden Augen an.
Sie hatte nur noch mich.
Mein Vater starb bei einem Angriff auf unsere Stadt durch Wölfe.
Ich bin die einzige, die meiner Mutter noch blieb. Nun sollte ich auch gehen und ließ sie ganz alleine.

„Liebling-", fing sie an, wurde aber von dem Klopfen, dass mittlerweile zu einem brutalen Trommel wurde, unterbrochen.

Meine Mutter öffnete vorsichtig die Tür und die Männer traten ein.

„Eve Wyles? Sie werden mitgenommen. Es dient zum Schutz des Dorfes", sagten sie ihre Ausrede monoton. Ich huschte zurück und sah meine Mutter an.

„Du kommst wieder, mein Schatz. Hab keine Angst", sagte sie und strich mir sanft über die rechte Wange.

Die Männer griffen nach mir und zogen mich mit. Sie gingen mit mir bis zum Rathaus und ließen mich in der Halle stehen. Einige Mädchen erkannte ich wieder. Sie sahen genauso ängstlich aus, wie ich. Einige weinten und jammerten, dass sie zurück nach Hause wollten.
Ich stellte mich zu einer Gruppe weinender Mädchen und sah mich um.
Die Schreie und Schluchzer der Mädchen wurde von einem Brüllen unterbrochen. Es wurde augenblicklich leise.

„Unter euch ist die Eine!", brüllte eine dunkle männliche Stimme, die mir eine Gänsehaut bescherte.

„Ich spüre sie!", sagte die Stimme wieder und klang dabei völlig fasziniert.
Die Mädchen bewegten sich und ließen jemanden durch.
Ich versteckte mich ängstlich hinter einem großes, braunhaarigem Mädchen. Sie sah mich an und griff nach meiner Hand.
Ich lächelte sie ebenfalls an.

„Wo ist sie?", rief er angespannt.

Mein Herz raste und sprang mir fast aus der Brust.
Das Mädchen wurde zur Seite geschoben und ich wurde von ihr mitgezogen. Währenddessen prallte ich gegen eine harte Brust und ließ ihre Hand los.
Ich hielt mir dem Kopf und sah verwirrt nach vorne.

Zwei dunkle Augenpaare starrten mich an und ich hatte das Gefühl sie würden in meine Seele schauen können.

„Du bist es!"

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