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~Gabriel~

Ich war hundemüde, als ich am Samstag die Schicht antrat. Diese Alpträume würden mich irgendwann mal noch richtig fertig machen, aber ich konnte nichts dagegen tun. Sie kamen und gingen. Es war zum Kotzen.

„Du kannst schon Mal nach Hause gehen." , schlug ich meiner Oma vor, der es schon den ganzen Tag nicht gut ging. „Ich schließe ab und kümmere mich um alles Nötige."

„Ich weiß nicht, Maddie..." , zweifelte sie und ich unterbrach sie sofort. „Das klappt schon."

„Na gut. Aber das ihr hier nichts anstellt." Meine Großmutter warf Ali und mir einen strengen Blick zu, ging dann aber dann doch nach hinten um ihre Sachen zu holen.

„Echt cool hier!" , meinte Ali. Ich hatte sie eingeladen nach Ladenschluss ins Cafe zu kommen. Wir könnten ein bisschen Musik anmachen und relaxen. Aber vorher musste ich sie etwas fragen.

„Sag mal, was war das heute in der Mensa? Du weißt doch irgendwas." Mit forschem Blick ging ich auf sie zu und sie ließ sich schließlich seufzend auf einem Platz nieder. Auch ich zog mir einen Stuhl heran und setzte mich gegenüber von ihr hin.

„Es ist eigentlich nicht so wichtig..." , versuchte sie mir auszuweichen, aber das würde ich sicher nicht zu lassen. Ich war diese Geheimnisse sowas von satt.

„Bitte. Ich habe das Gefühl, dass alle außer ich Bescheid wissen." , jammerte ich und sah ihr flehend in die Augen.

„Versprich mir, dass du niemanden erzählst woher du es weißt. Sag einfach niemandem, dass du es überhaupt weißt, okay?" Meine Freundin sah mir eindringlich in die Augen und es klang komisch, aber es sah wirklich so aus, als hätte sie ziemliche Angst davor, dass jemand herausfindet, dass sie mir dieses Geheimnis erzählt hatte.

Ich nickte schnell. Sie konnte sich auf mich verlassen. Ich war ziemlich gut darin Geheimnisse zu bewahren. Um genau zu sein wahrscheinlich die beste, die sie bis jetzt kennengelernt hatte.

„Okay." Ali räusperte sich kurz, ehe sie sich näher zu mir lehnte und dann leise, fast schon flüsternd meinte: „Es ist so, wir sprechen nicht über das Thema, aber jeder weiß es. Es wird sozusagen totgeschwiegen, weil der letzte, der...naja, das ist auch nicht wichtig..."

Ali machte eine kurze Pause, ehe sie fortfuhr: „Sagt dir der Name Gabriel Winchester etwas?"

Ich schüttelte nur den Kopf. Diesen Namen hatte ich noch nie gehört. Als wir ein Geräusch hörten, fuhren wir erschrocken zusammen. Aber es war nur die Kaffeemaschine, die nun fertig gereinigt war. Ali sah aus, als würde sie sich ertappt fühlen.

„Gabriel ist-war Reece großer Bruder."

„Was meinst du mit 'war'?" , fragte ich meine Freundin vorsichtig, obwohl ich die Antwort bereits kannte.

„Er ist gestorben als er vierzehn war." , wisperte sie kaum hörbar und ich musste betreten schlucken. Seine arme Familie. Es musste schrecklich sein, sein Kind vor einem selbst sterben zu sehen.

„W-wie? Ich meine, was ist passiert? Ein Unfall?"

Als sich Alisons Mine erneut änderte, befürchtete ich das Schlimmste. Sie sah nun nicht mehr verängstigt aus. Sie blickte mich voller Mitgefühl für die Angehörigen an.

„Selbstmord. Er nahm sich vor genau sieben Jahren das Leben."

Ich spürte fast schon wie mir das ganze Blut aus dem Gesicht wich. Ich konnte es nicht erklären, aber aus irgendeinem Grund bildete sich plötzlich ein dicker Kloß in meinem Hals. Obwohl ich Gabriel nie kennengelernt hatte. Aber wahrscheinlich lag es daran, dass ich seine Familie kannte.

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