*Psst* Notice anything different? 👀 Find out more about Wattpad's new look!

Learn More

~More secrets~

Reece führte mich durch das Wohnzimmer zu einer großen, imposanten Treppe aus Marmor. Allerdings ließ er meine Hand dabei nicht los, was mein Herz ungewöhnlich schnell pochen ließ. Als wir oben angelangt waren, wir standen in einem langen Flur, führte er mich zu der vorletzten Türe, die er öffnete und wir traten in ein großes, ziemlich spärlich eingerichtetes Zimmer.

Auch hier war nichts Persönliches. Die Wände wirkten unberührt. Nur auf einer Kommode standen ein paar Bilder. Ansonsten war das Zimmer bis auf ein großes Bett, ein Schreibtisch und einen Fernseher leer. Mich wunderte es, dass sich in Reece Zimmer keine Bücher befanden. Aber vermutlich gab es hier auch so etwas wie eine Bibliothek.

„Setz dich." Reece ließ endlich meine Hand los und deutete mit ihr in Richtung des Bettes auf das ich mich vorsichtig niederließ. Er selbst blieb aber unschlüssig im Raum stehen.

Mein Blick fiel auf die Kommode mit den Bildern. Eines der Fotos zeigte einen kleinen Jungen mit einem Eis in der Hand. Er lächelte glücklich in die Kamera, wobei mich dieses breite Grinsen sofort an Reece erinnerte. Ich war mich auch ziemlich sicher, dass er es war. Neben ihm stand ein älterer Junge, der ihm ziemlich ähnlich sah. Er hielt ebenfalls ein Eis in der Hand und lächelte. Reece Bruder, vielleicht?

Ein weiteres Bild zeigte eine junge Frau. Sie war blond und ziemlich hübsch. Hinter ihr rannte ein Kleinkind über den Rasen. Ich konnte nicht sagen, ob es auch Reece war. Allerdings sah die Frau ihm stolz lächelnd dabei zu. Ich fragte mich, ob es wohl seine Mutter sei. Dann wurde das Bild sicher von seinem Vater aufgenommen.

Diesen sah ich hier nirgendswo auf den Bildern. Meistens zeigten sie nur die zwei Jungs in jeweils verschiedenen Jahren oder auch die blonde Frau. Doch niemals Mr. Winchester.

„Was denkst du?" , fragte Reece mich plötzlich. Er stand immer noch in der Nähe der Tür und machte auch keine Anstalten näher zu kommen.

„Ich frage mich, warum dein Dad auf keinem der Fotos ist." , sprach ich meine Gedanken aus, ohne darüber nachzudenken.

Es überraschte mich, dass er antwortete.
„Wir stehen uns nicht besonders nahe."

Ich nickte verständnisvoll. Ich hatte ebenfalls keine Fotos von meinem Erzeuger in meinem Zimmer stehen. Ich hoffte auch, dass ich ihn niemals wieder sehen musste.

„Kann ich dich was fragen?" , meinte Reece schließlich, während er auf mich zu kam und sich dann neben mich auf das Bett setzte.

Obwohl ich Angst vor der Frage hatte, nickte ich zögerlich.

„Was ist das mit dir und dem Buch?"

Irgendwie hatte ich geahnt, dass diese Frage kommen würde. Kurz spielte ich wirklich mit dem Gedanken es einfach zu erzählen. Aus dem banalen Grund es noch nie wirklich ausgesprochen zu haben und es mich Nacht für Nacht quälte. Betreten sah ich auf meine Finger, während ich überlegte, was ich nun antworten sollte. Ich entschied mich für eine Frage.

„Hast du es schon zu Ende gelesen?"

„Nein. Nicht ganz. Es ist ziemlich- es ist eine schwere Kost. Ist das der Grund? Hast du es schon fertig gelesen?"

Weil es eine einfache Antwort war, meinte ich: „Ja."

Irgendwie entsprach es ja auch der Wahrheit. Nur leider nicht der ganzen. Nur musste Reece das ja nicht wissen. Es wusste ja auch sonst kaum jemand hier.

Ich blickte auf und sah direkt in seine grünen Augen. Es verunsicherte mich ihm so nahe zu sein, obwohl es für manche wahrscheinlich harmlos war. Reece lächelte mich sanft an, was mich etwas zittrig einatmen ließ.

Those who leftLies diese Geschichte KOSTENLOS!