~A weird lunchtime~

„Du willst, dass ich was mache?"

Reece blickte mich völlig verwirrt an, als ich ihn im Mathe Unterricht um einen Gefallen gebeten hatte. Es war kein großer. Jedenfalls dachte ich das.

„Bitte." , hing ich noch hintendran und versuchte ihn ganz süß anzulächeln.

„Du willst, dass ich meinen besten Freund danach aushorche, ob er deine Schwester ficken will." , wiederholte er meine Bitte, in seinen Worten umformuliert. Ich ließ mir das Unbehagen bei dem Wort 'ficken' nicht anmerken und nickte stattdessen zögerlich.

„Und wieso sollte ich das tun, Mad?" , fragte er mich, etwas lauter, wofür wir einen bösen Blick von Mr. Court ernteten.

„Weil ich mir Sorgen um sie mache. Bitte, sie ist meine Schwester." Ich sah ihn flehend an und siehe da, irgendwie klappte es wohl. Denn Reece seufzte und meinte dann:

„Von mir aus."

Ich konnte nicht anders, als ihn breit anzulächeln und dann zu sagen:

„Du bist der Beste."

Reece verdrehte nur die Augen, ehe er sich seinen Matheaufgaben zu wandte und leise vor sich hin murmelte: „Das bezweifle ich."

Ich war mir allerdings nicht sicher, ob er es wirklich gesagt hatte.

-

„Hey, Maddie, setz dich doch zu uns!"

Mit meinem vollbeladenen Tablett drängte ich mich so gut es ging durch die Menge zu Ronnie, die mich zu ihrem Tisch winkte. Ich konnte Cassie und Ali nirgendswo entdecken. Dementsprechend hatte ich auch das Gefühl, dass ich heute alleine essen musste, was kein Weltuntergang, aber auch nicht besonders unterhaltsam war.

Lächelnd ließ ich mich neben Ronnie auf einen Stuhl fallen.

„Und, wie war dein Tag?" , fragte sie mich neugierig, nachdem sie sich eine Gabel Nudeln in den Mund geschoben hatte.

„Bis jetzt ganz gut. Und deiner?" , erwiderte ich, ehe ich einen Schluck von meinem Getränk nahm.

„Könnte besser sein." Ronnie beugte sich zu ihrer Tasche hinunter, in der sie offenbar etwas suchte. Dann tauchte sie wieder unter dem Tisch hervor und reichte mir ein goldenes Armband, welches man eigentlich nur in Clubs oder sonstigen Einrichtungen bekam.

„Hier, für die Party. Dann kannst du auch ohne Probleme nach oben kommen." Ich sah sie fragend an. Nach oben kommen?

„Falls du dich 'ausruhen' willst." Ronnie grinste mich verschmitzt an, wobei ich ihre Anspielung endlich verstand. Sex auf Partys war allerdings nicht so mein Ding. Mit Sex im Allgemeinen war ich nicht ...vertraut.

Ich war etwas entsetzt, sodass ich gar nicht mitbekam, wie sich jemand neben mich gesetzt hatte. Ich hatte überhaupt nicht bemerkt, wie sich auch andere an unseren Tisch setzten, bis sie uns begrüßten.

„Hey, Ronnie, Maddie." Nathan blickte uns lächelnd an und fing dann an zu essen. Als ich mich nach rechts drehte, sah ich wie Reece sich gerade eine Portion Pommes in den Mund schaufelte. Natürlich saß er wieder neben mir.

„Kommst du auch zur Party, Maddie?" , fragte mich Jackson, als sein Blick auf das goldene Armband fiel, welches Ronnie mir zuvor gegeben hatte.

„Ja." , antwortete ich knapp und sah aus dem Augenwinkel, wie Reece seine Pommes fast wieder ausgespuckt hätte. Mit absoluter Sicherheit wollte er mich nicht dabei haben, aber ich werde ja nicht wegen ihm da sein. Ich tat das nur für Jo.

Auf einmal sahen alle am Tisch eingehend auf die Tischplatte. Verwirrt bemerkte ich, wie sich jeder ein Grinsen verkneifen musste, was bei Jackson aber kläglich scheiterte. Irgendwann sah er mit einem breiten Grinsen wieder auf.

Komische Leute.

„Mad? Psst."

„Was ist denn?" Seufzend drehte ich mich in Reece Richtung und musste mich Erschrecken feststellen, dass er plötzlich näher an mir klebte. Wann war er soweit rüber gerutscht?

„Ich wollte dir nur mitteilen, dass er sie nicht vögeln will." , flüsterte Reece mir ins Ohr und ich musste mich zusammen reißen, um mir nichts anmerken zu lassen. Ich befürchtete allerdings, dass ich ihn mit weitaufgerissenen Augen anstarrte.

Endlich lehnte er sich wieder zurück und ich musste sein After-Shave nicht mehr riechen. Als mir dann auch noch bewusst wurde, dass uns alle am Tisch eingehend musterten, schoss mir das Blut ins Gesicht. Peinlicher ging es ja wohl nicht. Doch Reece schien es gar nicht zu merken.

Ich könnte mich täuschen, aber ich meinte, dass ich sah, wie Jackson Ronnie verschwörerisch zu zwinkerte. Ich musste mich versehen haben.

-

Ich hievte den Karton hoch und musste mit großer Verwunderung feststellen, dass er nicht so schwer war, wie ich ihn eigentlich in Erinnerung hatte. Vielleicht war ich auf wundersame Weise einfach nur stärker geworden.

Entschlossen ging ich durch die Wohnungstür nach unten zu den Müllcontainern. Für mich war es das Beste, wenn ich den ganzen Mist wegschmeißen würde. Er hatte sowieso nie etwas bedeutet. Es war immer nur eine Fassade gewesen.

„Kann ich dir helfen?" Erschrocken fuhr ich zusammen und ließ dabei den Karton mit voller Kanne auf den Boden fallen, wobei ich hörte, wie irgendwas zerbrach.

Mit einem charmanten Lächeln stand Tyler an der Wand angelehnt und sah mir amüsiert dabei zu, wie ich ihn wie ein verängstigtes Reh anstarrte.

„Sorry, ich wollte dich nicht erschrecken." , entschuldigte er sich und öffnete den Container hilfsbereit, sodass ich den Karton ohne Probleme hineinschmeißen konnte.

„Trennst du dich von alten Sachen?" , fragte er mich neugierig und blickte nochmal in den Container, ehe er ihn wieder schloss.

„Könnte man so sagen." , erwiderte ich lächelnd.

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Hey, 

Ich hoffe, dass ihr dieses etwas kurze Kapitel mochtet:)

Was denkt ihr, warum grinsen auf einmal alle?

Denkt ihr Jackson hat Ronnie wirklich zu gezwinkert? Und wenn ja, warum?

Was haltet ihr von Tyler? 

Freue mich auch euer Meinungen und Vermutungen:) 

~ Eure Liz <3 

PS: Noch frohe Weihnachten an alle. 


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