Die Bestie im Berg

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Zähneknirschend machte ich mich auf die unsanfte Landung bereit und klammerte mich an den Knauf des Sattels. Shruikan schnaubte angestrengt, als er mit zu viel Wucht den Boden berührte und fast mit seinen großen Beinen strauchelte. ,, Du musst dir antrainieren nicht sofort die Flügel anzulegen, wenn ich den Befehl gebe zu landen"kam es von Yuudai. Shruikan nickte sichtlich bestürzt. Ich band mich vom Sattel los und befreite Shruikan von den schweren Satteltaschen. Nun entlastet streckte Shruikan genüsslich seine Glieder und brummte zufrieden. Ray war bereits dabei ein Lager für die Nacht aufzuschlagen, während ich mich genauer umsah. Wir waren nun seit 2 Nächten unterwegs und Stunden hatten uns vom letzten Rastplatz getrennt. Verspannt ließ ich meine Schultern kreisen und blickte mich um. Wir sind in einer von hohen Nadelbäumen geschützten Lichtung gelandet, die mit Schnee bedeckt war und am Fuße eines kleineren Berges lag. In weniger Entfernung konnte ich deutlich das plätschern eines Flusslaufs hören. Mit raschen Schritten holte ich zwei leere Wasserschläuche und lief dem plätschernden Geräusch entgegen. Ich kniete mich ans schlammige Ufer und tauchte den ersten Wasserschlauch hinein um ihn aufzufüllen. Das Wasser das meine Hand dabei berührte war eiskalt und verursachte das meine Hand sich anfühlte als würden tausende von kleinen Nadeln die Haut durchbohren. Fröstelnd und abwartend das er sich füllte, ließ ich meinen Blick schweifen. Der Fluss schien eine Wasserquelle für viele Tiere in der Gegend zu sein, die keinen Winterschlaf hielten. Man konnte deutlich die verschiedenen Fußabdrücke im flachen Schnee entdecken. Ich hob den vollen Wasserschlauch aus dem eisigen Wasser und tauchte den zweiten hinein und wieder fühlte sich meine Hand an, als ob zahlreiche kleinere Nadeln die Haut durchdrang. Endlich waren beide Wasserschläuche voll. Bevor ich jedoch zurück ging, tauchte ich unter den ziehenden schmerzen des Eiswassers, meine Hände in das Wasser und hob sie gefüllt mit dem eisigen Wasser hoch zu meinem Mund und trank das eisige Wasser. Ich wollte nicht unnötige Wassertropfen der Wasserschläuche vergeuden um meinen Durst zu stillen. Ich stand schließlich wankend auf und ging zurück zum Lager. Ray, Owen, Dwayne und Chrome saßen bereits am Feuer und wärmten sich mit gekochtem Schnee auf. Schnell verstaute ich die Wasserschläuche in einer der Satteltaschen. Ich setzte mich zu ihnen ans Feuer und bekam von Dwayne eine Schüssel von dem kochenden Schneewasser. ,, Zum Aufwärmen." Meinte er und bot mir noch Trockenfleisch an, das ich ebenfalls dankend annahm. Sofort wärmte die heiße Schüssel meine eiskalten Hände. Nebenbei biss ich herzhaft in die Streifen Trockenfleisch. ,, Ich hasse den Winter." Keuchte Owen unter seinem dicken Pelzmantel. ,, Wärmt euch schnell auf und schlaft etwas. In einer Stunde werden wir weiter fliegen." Raunte Chrome und legte sich auf die Seite. Ich konnte nicht schlafen. Dafür war es viel zu hell. Shruikan rollte sich hinter mir zusammen. Ich konnte seinen heißen Atem, der nach verbrannten Zedernholz und Asche roch, in meinen Nacken spüren. Ray und die anderen legten sich ebenfalls schlafen, wobei Owen viel zu laut schnarchte, als das ich es ihnen gleich tun könnte. Ich kramte in den Satteltaschen und holte mit steifen Fingern einen in Stoff gewickelten Gegenstand aus einer der Satteltaschen. Ich wickelte ihn aus dem löchrigen Stoff und die hölzerne Schatulle wurde sichtbar. Ich öffnete sie behutsam, darauf bedacht sie nicht schmutzig zu machen und starrte das Medaillon an. Ich wusste nicht wieso, aber irgendwie beruhigte mich der Anblick vom Medaillon. Es war fast so, als ob etwas von diesem Medaillon ausginge, als ob es ein Bewusstsein besäße. Aber das ist vollkommen unmöglich. Schnell schloss ich die Schatulle als Owen laut grunzend sich regte und auf die andere Seite rollte. Ich wickelte sie zurück in das Tuch und legte sie zurück in die Tasche. Seufzend schmiegte ich mich in meinen weichen Umhang und legte mich auf den Rücken, auf die schmutzige Decke die ich unter mir liegen hatte. Ein beklemmendes Gefühl breitete sich in meiner Brust aus. Dieses Gefühl begleitete mich bereits seit Aufbruch. Ich hatte Dwayne gefragt, ob er vielleicht wüsste was das für Schmerzen waren. Vielleicht hatte ich mir ja etwas eingefangen. Doch er zeigte mir nur zwei Reihen vergilbter Zähne und flüsterte mir zu ,, Selbst du bist doch eigentlich noch zu jung. Du hast Heimweh." Ich zwang meine erröteten Augen sich zu schließen. Ich biss mir auf die Unterlippe. Dann schlief ich trotz Gedankenchaos dennoch ein.

Aya -Tochter der DrachenLies diese Geschichte KOSTENLOS!