~A test & more rumours~

„Guten Morgen." , begrüßte mich Ali gutgelaunt. Es war mir ein Rätsel, warum sie an einem Montag freudestrahlend auf mich zu kommen konnte.

„Oh Gott, du kannst gleich wieder mit deiner guten Laune verschwinden!" Völlig unmotiviert ließ ich mich auf meinen Stuhl fallen. Mr. Court hatte letzte Stunde durchblitzen lassen, dass er einen Test schreiben wollte. Vor Matheprüfungen drehte sich mir immer der Magen um. Schon allein, wenn ich daran dachte, was alle schief gehen konnte, bekam ich Bauchkrämpfe.

„Ich wünsche euch allen einen guten Morgen!" Überschwänglich grinsend betrat Mr. Court das Klassenzimmer und ich hätte ihm am liebsten auf die Füße gekotzt. „Olive, hol doch bitte den Sichtschutz aus dem Schrank!" , forderte er eine braunhaarige Mitschülerin von uns auf. Sie war eine der wenigen, die sich aktiv in seinem Unterricht beteiligten und dementsprechend auch gute Noten dafür bekamen.

„Jeder, der spickt, macht mir meine Korrektur sehr einfach. Ich bin gnadenlos, wenn es darum geht." Mit strengem Blick ging mein Lehrer durch die Reihen und reichte jedem einen Sichtschutz. Bei mir hielt er kurz inne. „Ist Reece nicht da?" Verdutzt sah er auf den leeren Platz neben mir. Ich zuckte nur mit den Schultern. Keine Ahnung, wo der sich wieder rumtrieb. „Ich weiß nicht." , entgegnete ich deshalb.

„Sorry, hab den Wecker nicht gehört." Mit hochgezogener Augenbraue drehte sich Mr. Court zu meinem plötzlich aufgetauchten Banknachbarn um. „Einer der Gründe, warum ich aufgehört habe deine Verspätungen mitzuzählen, Reece."

Dieser zuckte nur grinsend mit den Schultern, ehe er sich gelassen auf seinem Stuhl zurücklehnte. Dafür, dass er verschlafen hatte, sah er aber ziemlich gut aus. Wieso wunderte mich das nicht? Das einzige, was anders als sonst war, war die Tatsache, dass seine Haare deutlich mehr zerzaust waren als sonst. Aber beneidenswerterweise sah das alles andere als scheiße aus.

„Psst!" Ich unterbrach mein nervöses Herumgespiele an meinem Kugelschreiber, als ich seine Stimme neben mir hörte.

„Was?" , fragte ich etwas genervt. Ich musste mich vollkommen mental auf Mathematik einstellen.

„Hier! Du wirst es brauchen." Lächelnd überreichte Reece mir ein leeres Karoblatt, welches ich vermutlich als Zwischenrechnungszettel verwenden sollte.

Ich versuchte mir ein nervöses Lächeln ab zugewinnen, als ich es dankend annahm. Allerdings müsste das doch zu schaffen sein. Schließlich hatte es Reece mir gerade erst vor drei Tagen erklärt. Ich musste nur mein Wissen anwenden. Dann würde es schon klappen.

-

„Und wie lief es?" , fragte Cassie mich in der Mittagspause. Ehe ich mir eine große Gabel Salat in den Mund schob, antwortete ich:
„Ganz gut."

Meine Aufmerksamkeit lag eher auf dem Geschehen außerhalb dieses Tisches. Ich musste Ronnie finden. Aber ich hatte sie schon den ganzen Tag über nicht entdecken können. Vielleicht war sie krank?

„Wilson!" Ein braunhaariger, muskulöser Junge ließ sich auf einmal grinsend neben Cassie auf einen Stuhl fallen, ehe er sich eine ihrer Pommes klaute.

„Was gibt's West?" , knurrte sie, sichtlich gestresst über das Erscheinen des Jungen.

„Ich soll dir ausrichten, dass du um sechs zu Hause sein sollst." , meinte er amüsiert über ihre Wut. Dann krallte er sich eine weitere Pommes.

„Du bist wirklich der nervigste Bruder, den ich kenne, West!" , zischte Cassie. Genervt schob sie ihr Tablett von ihm weg.

„Ist das eine neue Freundin von dir?" Wests Blick fiel auf mich und ich lächelte ihn leicht an.

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