~A nigthmare~  (Bild: Maddies Mutter) 

"Was machst du denn hier draußen? Ganz alleine?"

Ich wich dem forschen Blick aus und starrte eingehend auf den Boden, damit man meine Tränen nicht sah. Ich konnte ja schlecht die Wahrheit sagen.

"Mir ist schlecht geworden. Ich fahre nach Hause." , erwiderte ich deshalb zögerlich. Keine Ahnung ob das glaubwürdig rüber kam. Ich hoffte es.

"Aber, Liebes, du hättest mir doch Bescheid sagen können." Mein Gegenüber schüttelte mit geschürzten Lippen den Kopf. "Komm, ich fahr dich."

Keine Ahnung, warum bei mir keine Warnsignale ansprangen. Ich hätte es spüren können. Ich hätte das ungute Gefühl spüren müssen.

Aber was wäre gewesen, wenn ich nicht eingestiegen wäre?

Alles wäre genauso wie vorher. Aber wollte ich das? Wollte ich ihr das antun? Hätte sie es auch ohne mich herausgefunden? Oder war das unvermeidbar gewesen?

Also öffnete ich ein paar Minuten später die Beifahrertür des schwarzen BMWs.

Und das Unglück nahm seinen Lauf.

Schweißgebadet fuhr ich aus dem Schlaf hoch. Aufrecht im Bett sitzend versuchte ich meine schnelle Atmung unter Kontrolle zu bringen. Meine Kehle war staubtrocken, also griff ich erst einmal nach der Wasserflasche neben meinem Bett. Mein Blick fiel auf die Anzeige meines Weckers. 6:05 Uhr.

Da ich wusste, dass ich sowieso nicht mehr einschlafen konnte-ich hatte es mehrere Male nach einem solchen Alptraum probiert- stieg ich langsam aus meinem Bett. Leise, um niemanden zu wecken, schlich ich in das Bad, das Phine und ich uns teilten. Es war relativ groß. Zwar hatten wir nur eine Dusche, aber wenn ich im Winter baden wollte, konnte ich immer noch das Badezimmer meiner Mom benutzen.

Erschöpft betrachtete ich mich in dem großen Spiegel, der über den beiden Waschbecken hing. Meine Haare klebten an meiner schweißnassen Stirn und ich sah alles andere als erholt aus. Aber daran war ich ja schon gewohnt.

Schnell schälte ich mich aus meinem Schlafanzug, griff in den Schrank, in dem sich die Handtücher befanden und stieg unter die Dusche. Als das kalte Wasser auf meine erhitze Haut traf, fühlte ich mich gleich frischer und aufgeweckter. Allerdings wollte ich nicht zu lange duschen, um meine Familie nicht aufzuwecken.

Als ich wieder zurück in mein Zimmer ging, um mir frische Sachen anzuziehen, bemerkte ich, dass mein Laptop immer noch an und auf meinem Bett lag. Ich musste wohl vor dem Ding eingeschlafen sein.

Ich klappte ihn auf und fand den Blog vor. Da ich nichts Besseres zu tun hatte, ging ich auf die Startseite und fand erst einmal drei Bilder von den Bloggern vor. Sie sahen eigentlich recht sympathisch aus, würden sie nicht so einen Mist schreiben.

Ich hatte mich mittlerweile zu lange mit diesem Blog auseinander gesetzt. Mein Magen knurrte. Deswegen ging ich in die Küche und schmierte mir ein paar Nutella-Brote. Normalerweise hatte ich nie morgens Hunger, aber heute brauchte ich einfach Nahrung. Meine Mutter hatte gestern noch firschgepressten Orangensaft gemacht, nicht ohne mir immer wieder grinsende Blicke zuzuwerfen. Wie ich meine kleine Schwester doch liebte. Aber Rache ist süß, Jo.

"Du bist schon wach, Spätzchen?" Eine verschlafen Mom stand auf einmal in der Tür und ging langsam zum Kühlschrank, um sich ebenfalls etwas zu machen.

"Ja, ich bin...früher aufgewacht." , entgegnete ich murmelnd. Der Blick, den mir aber meine Mutter zuwarf, sagte, dass sie mich wie immer durchschaut hatte. Hauptsache sie fing nicht mit dem Thema "Therapie" an. Ich hatte wirklich keine nötig.

Those who leftLies diese Geschichte KOSTENLOS!