Hektisch schüttele ich den Kopf. "Nein nein, du hast mich nur erschreckt. Nein, das ist nicht meine Freundin.", antworte ich ihr, nachdem ich meine Zunge wieder gefunden habe. Gott, hat mich die Olle erschreckt.

Ich blicke zu ihr und mustere sie. Sie ist stark geschminkt, meiner Meinung nach viel zu stark. Aber sie ist schön. Wenn nicht sogar sehr schön.

"Was machst du hier?", fährt sie fort, anscheinend um die Konversation aufrecht zu erhalten. "Na, das selbe könnte ich dich auch fragen.", gebe ich grinsend zurück und entlocke ihr dabei ein süßes Lächeln.

"Ich bin auf dem Weg nach Hause gewesen, als ich es mir anders überlegt habe."

"Es kann ganz schön gefährlich enden, wenn du nachts alleine als Mädchen durch die dunklen Straßen der Stadt läufst.", sage ich theatralisch und halte mir übertrieben die Hand ans Herz. Ein leises Lachen folgt und sie schüttelt den Kopf, wobei ihre Kapuze runterrutscht. Sie hat mittellange Haare, die zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden sind.

"Das selbe gilt für dich. Loch ist Loch.", kontert sie trocken und ich pruste los. Unsicher sieht sie mich an, stimmt aber schnell ein. "Wir müssen aussehen wie zwei Idioten." Ich nicke und sehe mich im Park um.

"Also, erzähl's mir. Wer ist das Mädchen?", fragt sie neugierig und zeigt auf mein Handy. Etwas verwundert über ihre Offenheit zucke ich zögernd mit den Schultern. "Ich kenne sie durch die Arbeit meiner Mutter. Sie ist einfach da."

Interessiert mustert sie mich und dann mein Handy, auf dem die Antwort Savannah's wieder in einem Popup erscheint. Schnell schalte ich den Bildschirm aus.

"Erzähl mir von ihr."

"Wieso interessiert dich das so?"

Sie lächelt und schließt die Augen, während sie sich anfängt, hin und her zu wiegen.

"Ich höre mir gerne zersplitterte Liebesgeschichten an.", sagt sie leise und ich ziehe die Augenbrauen zusammen.

"Oh nein, du verstehst da was falsch. Da ist nichts. Nicht zersplittert und nichts Liebe.", versuche ich es ihr zu erklären, doch sie hebt die Hand und bringt mich so zum Schweigen.

"Hör auf dich rechtfertigen zu wollen und tu es einfach."

Ein wenig empört sehe ich zum Boden und räuspere mich. Wie soll man denn von Savannah erzählen, wenn ich selbst erst die ersten paar Zeilen des Buches entziffern konnte?

"Sie ist komisch. Ein merkwürdiger Mensch. Und sie ist so tiefgründig, dass kein Gewässer an sie rankommen könnte, egal wie tief es ist. Ihre Gedanken werden immer und ausnahmslos tiefer gehen. Ich glaube, ihr geht es nicht gut. Also ich glaube es nicht, ich weiß es. Und ich glaube, sie will sterben und das schon seit langem. Ich weiß nicht, ob ich es positiv oder negativ finden soll. Vielleicht ein bisschen von beidem, sie kommt nicht mehr mit sich klar aber es wäre so unglaublich schade, wenn sie weg wäre. Wenn sie einen anschaut, ach du scheiße, es fühlt sich an, als würdest du in ein Schwimmbecken gefüllt mit eiskaltem Wasser fallen und dann langsam ertrinken, weil du nicht mehr auftauchen kannst. Und es fühlt sich an, als könnte sie alles aus dir heraussaugen, jeden Gedanken, den du in dir trägst. Ich würde gerne etwas über sie erfahren, dass erklären könnte, wieso sie so geworden ist. Aber wahrscheinlich werde ich dazu nicht mehr die Chance haben.", meine ich und schüttele daraufhin mit dem Kopf.

Wieder erscheint ein Lächeln auf dem Gesicht meiner Ruhestörerin und sie sieht mich an. "Das ist schön. Sie muss eine tolle Person sein." Verächtlich schnaube ich auf. "Da wäre ich mir nicht so sicher, sie könnte glatt die Ausgeburt der Hölle höchstpersönlich sein."

Das blonde Mädchen erhebt sich und klopft sich den Dreck von der schwarzen Skinnyjeans. "Und weshalb bist du hier?", frage ich schnell. Irgendwie möchte ich ihre Anwesenheit nicht verlieren.

Traurig verzieht sie ihr Gesicht, das Lächeln bleibt aber auf ihren Lippen. "Ich erzähle gerne selbst von zersplitterten Liebesgeschichten."

Sie dreht sich um und läuft los. "Man sieht sich bestimmt wieder. Pass auf sie auf.", lauten ihre letzten Worte, bevor sie anfängt zu joggen und in der Dunkelheit verschwindet. Wie erstarrt schaue ich ihr nach. Ist das gerade real gewesen?

Wenn ja, könnte ich den Punkt mit der 'mysteriösen Begegnung nachts' von meiner imaginären Bucketlist streichen.

Kopfschüttelnd entsperre ich mein Handy, um die vorhin eingegangene Nachricht zu lesen.

Gott Austin, du bist so dämlich. Ich habe deine Nummer schon immer gehabt.
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Ja Melanie, wie war das nochmal mit den Updates? Meh Idc

Ich habe weniger Leser. Undzwar tausend Stück weniger. Wo sind die tausend Missets hin???:((( ihr müsst doch meine Famegeilheit unterstützen ehy. Mama braucht es!

Ja ok. Byebye. Gott ist das scheiße.

xx, die Weltherrscherin

SavannahLies diese Geschichte KOSTENLOS!