11.12.2015

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Ich habe keinen mehr, Lou. In der Schule läuft es auch immer schlechter. Ich kann meinen Ansprüchen nicht mehr gerecht werden, erst recht nicht denen meiner Eltern.
Jeden Morgen wache ich auf und frage mich, wieso ich mich noch einen weiteren Tag durch mein beschissenes Leben quälen muss. Und ich habe Benjamin gesagt, dass ich mich in ihn verliebt habe. Ich habe ihm das gesagt, was ich nie sagen wollte. Das, was er nie hätte wissen dürfen.
Jeden Tag werden es neue Schnitte, neue Tiefpunkte in meinem Leben, jedes Mal sehe ich erneut, dass ich keinen mehr habe, dass ich sie entweder von mir gestoßen habe, ihnen nicht vertraue, sie mich ärgern oder sie mich meiden.
Ich bekomme Angst vor mir, das wiederum beängstigt mich. Ich habe Angst vor meinen eigenen Gedanken. Ich habe Angst, was ich als nächstes tun werde.
Angst. Hass. Zweifel. Selbsthass. Selbstzweifel.
Lou, ich habe nur noch dich und du bist ein Tagebuch. Das ist doch nicht mehr normal.
Ich habe nicht Mal mehr Benjamin. Also er hat mir zwar gesagt, dass er noch weiter schreiben würde mit mir, aber ich kann das nicht.

Ich hatte heute einen Termin bei einem Psychiater, weißt du.. Ich habe sie angelogen. Ich will nicht zugeben vor anderen, dass es mir nicht gut geht. Das kann ich nicht. Nur vor Benjamin. Er war immer da. Immer als ich ihn gebraucht habe. Und jetzt habe ich ihn verloren, weil ich so dumm und naiv bin, ihm alles zu sagen...

Und es tut mir Leid, dass ich schon so lange nicht mehr geschrieben habe, aber ich habe mir meinen kleinen Finger gebrochen an meiner rechten Hand und konnte deswegen nicht mehr schreiben. Inzwischen habe ich auch eine Brille bekommen. Sie ist in Ordnung, immerhin kann ich wieder alles scharf erkennen.

Lou. Ich brauche Ihn. Er hält mich am Leben. Er ist der einzige Grund, weshalb ich noch lebe. Und ich bin so dumm und breche den Kontakt ab.
Ich mache alles falsch...
Was soll ich nur machen?
Ich kann nicht mehr!

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