Verwirrt sehe ich mich nach irgendwelchen Schildchen um, die mir zeigen, in welchem Regal sich welche Buchstaben befinden. Der Junge neben mir atmet leicht genervt aus und deutet auf das dritte Regal von links. "Logisches Denken, Austin."

Unsicher sehe ich ihn an, fühle mich aber irgendwie von ihm eingeschüchtert, weshalb ich die Schultern straffe und ihn leicht provokant angrinse. "Ich würde ja kontern, aber ich kenne deinen Namen nicht."

Ich gehe zu dem besagten Regal und schaue mir die beschrifteten Ordner an. Ich nehme einen schweren, schwarzen Ordner heraus, auf dem ein großes, weißes 'G' aufgezeichnet worden war.

Hastig blättere ich mich durch die Akten. Tausende von Namen springen mir entgegen und fast automatisch bleibe ich bei ihrem hängen. Savannah G. Ich nehme sie heraus und klappe sie hastig auf, in der Hoffnung, etwas über sie herauszufinden. In diesem aussichtslosen Labyrinth endlich einen Ausweg zu finden.

Jedoch werde ich gänzlich enttäuscht.

Es stehen nicht wirklich für mich relevante Daten auf der ersten Seite, nur persönliche Angaben und der Einlieferungstermin, außerdem noch Allergien und Infos zu den Tabletten, die sie benötigt. Ihr Ankunft hier ist auf den Tag drei Wochen her. Ich blättere um, doch es folgt nichts, außer eine leeres Blatt.

Stirnrunzelnd sehe ich zu dem Jungen, der immernoch mitten im Zimmer steht und mich wortlos anstarrt. "Wieso steht hier nichts?", frage ich ihn verwirrt, doch er lächelt nur. "Denkst du etwa, sie wüssten mehr als du? Wir wissen alle nichts. Ich glaube nicht einmal, dass sie aus dieser Stadt kommt. Ich habe sie noch nie zuvor irgendwo hier gesehen und ich kenne diede Stadt und ihre Bewohner ziemlich gut. Sie ist einfach aufgetaucht und ist unlösbar", spricht er meine Gedanken aus. Frustriert seufze ich auf und schließe die Mappe. Die kleine Seifenblase, die gefüllt mit Hoffnung ist und der Wunsch, etwas mehr Infos über sie zu erlangen, platzt und zeigt mir gleichzeitig den Mittelfinger.

"Mein Name ist übrigens Jacob", kommt es noch von ihm, bevor er den Raum verlässt. Okay, Jacob.

Ich folge ihm und verlasse den Raum, laufe jedoch geradewegs in meine Mutter rein, die mich daraufhin misstrauisch anschaut. "Mum, warte kurz. Kannst du mir ein paar Fragen beantworten?", werfe ich ein, bevor sie mir Fragen stellen kann und sie seufzt. "Welche denn? Mach schnell, ich muss noch zu Liah, die aus Zimmer 156."

"Kann ich mit Savannah mal ein wenig raus oder so?", frage ich und ernte nur einen verwirrten Blick ihrerseits. "Austin, es gibt einen guten Grund dafür, weshalb sie hier auf einer Geschlossenen ist. Du kannst mit ihr nicht einfach so rausspazieren", antwortet Mum mir mit einem strengen Unterton. Ich rolle mit den Augen und nickte, versuche dann schließlich an ihr vorbeizulaufen. Sie mustert mich noch skeptisch, als ich ihr zulächle und Richtung Savannah's Zimmer laufe.

"Tu nichts falsches, ich warne dich.", höre ich sie noch rufen, aber ich erspare mir eine Antwort, die womöglich noch eine Diskussion hervorrufen würde.

Aber wer bestimmt, was falsch oder richtig ist?

Die Zimmertür erscheint vor mir und ich drücke sie hastig auf. Sie sitzt bereits wach auf ihrem Bett und starrt die Wand an. "Mir ist schlecht", teilt sie geradeaus mit.

"Tja, dass hätte dir schon vor deinen 'sechs Bier' klar sein sollen, dass sowas folgt", antworte ich und äffe dabei ihre Behauptung von vorhin nach. "Halt einfach deine Klappe."

Ich lache auf. "Ganz ruhig, kein Grund kratzbürstig zu werden. Was hältst du davon, wenn wir in die Stadt gehen?", frage ich sie. Ich möchte das unbedingt durchziehen und sie für kurze Zeit hier raus bringen. Vielleicht hilft es ihr, wenn sie mal aus dem Ganzen hier rauskommt.

Entgeistert sieht sie mich an. "Wie willst du das denn bitte anstellen? Einfach rausspazieren, oder was? Vor allem mit dem Ding?", sie deutet angewidert auf ihre Infusionsstange.

"Nichts ist unmöglich. Wir finden schon einen Weg. Los, zieh dich an", befehle ich ihr und sie rollt mit den Augen. "Ich bin angezogen."

Grinsend mustere ich ihre Klamotten. "Weißt du, so wie du aussiehst, könntest du glatt als ein afrikanisches Straßenkind durchgehen."

Sie zeigt mir den Mittelfinger und steht vorsichtig auf. Ein wenig wackelig auf den Beinen, bewegt sie sich auf ihren Schrank zu und öffnet diesen. "Ich bin der Meinung, meine Jogginghose und der Pullover passen hervorragend", behaart sie weiterhin. Ich seufze und nicke schließlich. "Na gut, der Pullover kann mit. Aber zieh dir wenigstens eine normale Hose an. Und eine Jacke."

Frustriert stöhnt sie auf und greift nach einer dunklen Jeans und einer Jacke. Sie hält mir die beiden Sachen augenrollend entgegen, während ich grinsend beide Daumen in die Luft strecke.

"Umdrehen."

Ich befolge ihre Anweisung leicht kichernd und warte, bis sie fertig ist. Mein Blick fällt auf ihre Beine und erst jetzt sieht man wirklich, wie dürr sie eigentlich ist. Schnell wende ich meinen Blick ab.

"Na, dann mal los!", sage ich in einer feierlichen Stimme und laufe zur Tür. Unsicher und fragend sieht sie mich an. "Bist du dir sicher? Die Welt da draußen ist grausam." - "Oh, nicht grausamer als die Welt hier drin. Na komm schon."

Sie trottet mir hinterher und zusammen laufen wir so unauffällig wie möglich zur Haupteingangstür. Ich krame meine Schlüssel hervor, den ich gestern endlich bekommen habe und sehe mich ein letztes Mal im Gang um. Schnell sperre ich sie auf und deute Savannah, vorzugehen. "Beeil dich", raune ich ihr zu und schließe von außen wieder ab. "Falls du es nicht bemerkt haben solltest, ich habe hier einen ziemlich beschissenen Begleiter, der nicht so schnell unterwegs ist", zischt sie und ich lache. "Jaja. Schnell, zum Aufzug."

Ich gehe los zum metallicfarbenen Aufzug und sehe, wie sie mir ratlos folgt. "Ich war hier noch nie. Als ich eingeliefert wurde", sie zögert kurz. "war ich bewusstlos."

Ich beschließe, das so im Raum stehen zu lassen und helfe ihr mit der Stange. "Wohin soll es gehen?", frage ich fröhlich. Eigentlich habe ich keine Ahnung, wieso ich das tue und was ich mir daraus erhoffe. Das einzige, was ich weiß ist, dass ich dieses Blatt beschriften möchte. Dass ich die Geschichte hinter dem Namen herausfinden möchte.

"In den Park im Westen, hinter'm Jonas Pub. Da bin ich früher oft gewesen", antwortet sie mir dann schließlich nach kurzem Zögern und ich drücke lächelnd den Knopf, der für das Erdgeschoss steht.
-

Ja oh Gott, ich lebe. (Naja, eigentlich nicht mehr. Ich schwöre, Patys Buch hat mich getötet. Paty, falls du das hier noch liest, hallooooo.-.)

es ist kurz nach halb vier am morgen und ich dachte mir, dass ich mal wieder updaten sollte. hat jemand die Geschichte überhaupt noch in seiner Bibliothek? wenn nicht, kann ich es euch nicht verübeln. ich bin ein mieses arschloch.

aber ich habe keine Ahnung wie es weitergehen soll. was alles geschehen soll. denn es soll keine alte Liebesgeschichte mit langweiligen Ende werden. aber was kann man mit einem gestörten, kranken Mädchen und einem verkorksten, naiven Typen denn bitte anstellen?

meh. idk. bye.

Ps: ja, das Kapitel ist scheiße. i don't give a fuck

SavannahLies diese Geschichte KOSTENLOS!