ZWEITER TEIL - IHRE SICHT

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14.

Was für eine Nacht!
Ich hatte kein Auge zugemacht.

Nachdem ich bei Jake gestern Abend wieder schwach geworden war hatte ich die ganze Nacht nachgedacht.
Unsere Geschichte hätte so etwas besonderes sein können.
Warum musste sich ausgerechnet bei uns etwas so schweres in den Weg stellen?

So verzweifelt war ich wirklich lange nicht mehr gewesen.
Dass ich Jake liebte war keine Frage. Ich tat es seit dem Tag am Flughafen und so wie es sich anfühlte, würden diese Gefühle nie verschwinden.
Aber es blieb verboten und nichts könnte das ändern.

Nachdem ich ins Haus gegangen war bleib Jake noch auf der Mauer vor dem Haus sitzen.
Irgendwann hörte ich von meinen Zimmer aus wie er mit jemandem sprach, es war Judith,
seine wundervolle Mom. Ich verstand nicht worüber sie redeten aber ich konnte nur hoffen, dass Jake ihr nichts erzählte.
Ich mochte Judith und Peter, also... Dad, auf Anhieb. Auch wenn es immer noch sehr komisch war zu Peter Dad zu sagen. Ich hatte halt eben nie einen 'Dad' gehabt...

Plötzlich klopfte es.
Wenn man vom Teufel spricht.

"Pet...Äh,Dad, Morgen. "
" Morgen Liebes. Judith und Jake haben Frühstück gemacht. Ich muss noch schnell duschen aber ich wollte dir schonmal Bescheid sagen. "
Ich schenkte ihm ein verzweifeltes Lächeln, weil ich immer noch über mein Problem mit Jake nachdachte.
Er schien zu merken, dass etwas nicht stimmte.
" Hey... Was ist denn mit dir? "
Er kam zu mir und setzte sich neben mich aufs Bett.
Ich seufzte. Ich brauchte einen Rat.
" Hast du schonmal etwas unbedingt gewollt, wovon du wusstest das du es nicht haben kannst?"
Er überlegte. Ich sah ihm an dass er mir helfen wollte.
Dann räusperte er sich. "Vielleicht solltest du erstmal darüber nachdenken was du schon alles hast. Und nicht daran was du nicht haben kannst."
Ich lächelte ihn an. "Danke dad."
Er nahm mich in den Arm. Er war ein toller Mann. So einen Vater hatte ich mir immer gewünscht. Und jetzt hatte ich ihn. Das Gespräch gerade verstärkte meine Entscheidung nur noch mehr. Ich musste Jake als meinen Bruder akzeptieren.

Dad wollte gerade rausgehen, als er sich an der Türe noch einmal umdrehte. "Du, Liz. Geht es hier um etwas wie zum Beispiel Schminke oder so? Oder um etwas Ernstes?"
"Nein. Um nichts ernstes.",log ich.

Nachdem ich mich im Spiegel angesehen hatte und bemerkte, dass ich wie ein Panda aussah, weil ich schon wieder vergessen hatte mich am Vorabend abzuschminken und meine blonden Locken aussahen wie ein Schlachtfeld musste ich zuerst das Chaos beseitigen, bevor ich mich an den Frühstückstisch setzten konnte.

Na super. Jetzt war Dad im Bad.
Wie sollte ich mich denn jetzt fertig machen?
Dad duschte bekanntlich gerne mal eine halbe Stunde und mein Magen knurrte!

Aus Hungersnot tat ich etwas sehr dummes.
Ich beschloss in Jakes Badezimmer zu gehen, in das eine Türe in seinem Zimmer führte.

Als ich vorsichtig seine Türe öffnete, kam mir der Geruch seines Parfüms schon entgegen.
Ich hatte vorgehabt schnell durch sein Zimmer zu huschen und dann im Bad flott meine Haare zu bürsten und mich abzuschminken und dann schnell wieder rauszugehen.

Aber das funktioniere nicht ganz.
An einem Foto, dass auf Jakes Nachttisch lag blieb ich hängen.
Es war ein Bild von mir, wie ich am Tag unseres ersten Dates auf dem Hoteldach stand und ihm vorgespielt hatte dass ich eine Sternschnuppe gesehen hatte, damit er mich küsste.

Er hatte ein Bild von mir hier liegen... Es war ihm genauso Ernst wie mir...
Und schlagartig fing meine Entscheidung, Jake links liegen zu lassen, wieder an zu bröckeln.

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