Ein neuer Freund

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Jade lag auf ihrem Bett. Es war schon spät abends. Ihre Mutter hatte eine feste, freundschaftliche Beziehung zu Prof. Esche. Diese hatte Jade versprochen, ihr irgentwann mal ihr eigenes Pokémon zu schenken. Jade war bereits mit 8 Jahren auf der Pokémon- Trainer- Schule in ihrer Heimatstadt, Eventura City, gewesen, diese hatte sie dann mit 11 Jahren abgeschlossen. Dort hatte Jade immer Kontakt zu den Pokémon gehabt, die im Garten der Schule lebten und dazu bestimmt waren, sie zu versorgen, oder das Fangen mit speziellen Bällen an ihnen zu üben. Die Pokémon hatten schon immer ein Interesse an Jade gehabt, und Jade hatte sie immer super gerne gefüttert. Sie war traurig, als sie die Schule abgeschlossen hatte- das war der Tag, an dem ihre Mutter Prof. Esche aus Avenitia kennengelernt hatte. Am Tag darauf war Prof. Esche mit ihrer Gehilfin Bell nach Eventura City geflogen, um ihre Mutter zu besuchen. Jade fand Prof. Esche sehr sympatisch, denn sie wahr eine sehr nette Frau. Jade hatte ihr die Abschluss- Urkunde der Trainer- Schule gezeigt und daraufhin hatte Prof. Esche ihr versprochen, ihr ein Pokémon zu geben. Nun war Jade 13 Jahre alt und morgen war der Tag, an dem sie ihr erstes, eigenes Pokémon erhalten sollte. Ihre Mutter hatte auch ein Pokémon: ein Dartiri, welches sehr eng mit Jade befreundet war. Ihre Mutter hatte jenes Dartiri einmal verletzt in der Nähe des Dausing- Hofs gefunden. Sie hatte es mit nach Hause genommen und dort gesund gepflegt. Als sie es wieder frei lassen wollte, hatte sich Dartiri geweigert, davon zu fliegen. Seitdem wohnte es in Jades Haus. Dartiri war aber das Pokémon ihrer Mutter, nicht ihres, vermutlich hätte es auch gar nicht auf Jade gehört, wenn es darum ging, Kämpfe zu bestreiten. Ja.... echte Pokémon- Kämpfe mit ihrem eigenen, besten Freund zu bestreiten, darauf freute Jade sich am meisten. Sie hatte sich vorgenommen, viele coole Pokémon zu fangen und irgendwann dann die Top- Vier in der Pokémon- Liga herauszufordern und anschließend Champ zu werden. Jade fragte sich, was für eine Art Pokémon es sein könnte, das sie bekommen sollte. Das war die Frage, die Jade nicht los ließ. Welchen Typ hatte es? Mochte es Jade überhaupt? Würde sich Jade wirklich mit ihm anfreunden können? Was wäre, wenn es Jade gar nicht mochte und sich weigerte, mit ihr zu kämpfen? Jade konnte kein Auge zu tun. Stundenlang lag sie wach auf ihrem Bett und hörte dem Klopfen des Regens zu, der an ihr Fenster schlug und die Scheiben bespritzte, sodass sie kaum etwas von Draußen sehen konnte. Schließlich gab sie es auf und stand auf. Sie ging zum Schrank, gegenüber von ihrem Bett neben der Tür und nahm ein Buch heraus. Es war das Buch "Die Pokémon der Einall- Region". Darin hatte Jade schon sämtliche Zettel gesteckt, nämlich an die Stellen, an denen sie Pokémon gefunden hatte, die sie süß oder cool fand. Es waren nicht alle, das wusste sie, denn das Buch enthielt nur die Daten der Pokémon, die in der Einall- Region neu entdeckt worden waren, die also hier generell heimisch waren. Jade blätterte das Buch durch und sah sich nochmal die Bilder der Pokémon an. Irgendwann übermannte sie doch die Müdigkeit und sie konnte endlich einschlafen.

Am nächsten morgen federte Jade schon sehr früh aus dem Bett. In weniger als fünf Minuten hatte sie sich die Klamotten angezogen, die ihre Mutter für Jade gekauft hatte, als sie die Trainer- Schule abgeschlossen hatte. Eine weitere viertel Stunde brauchte sie, um ihre Haare zu kämmen, sich eine ordentliche Frisur zu verpassen und ihren Lieblingsbeutel aus dem Schrank zu holen. Das Frühstück würde sie später nehmen, sagte sie sich. Als sie am Zimmer ihrer Mutter vorbei rannte, stand ihre Mutter auf der Türschwelle. Jade blieb stehen. "Du siehst gut aus in den Klamotten." sagte Jades Mutter. "Willst du nicht Frühstücken, bevor du dein Pokémon abholst?" "Nein, ich möchte danach Frühstücken!" sagte Jade entschlossen. Ihre Mutter nickte. "Auch gut. Prof. Esche hat mich gestern Abend nochmal angerufen. Sie sagte, sie sei beschäftigt und wird nicht selbst da sein können. Aber Bell wird am Eventura- Aussichtspunkt auf dich warten." "Gut!" rief Jade und rannte die Treppe hinunter nach unten. "Bis später!" brüllte sie noch, bevor sie hals über kopf aus der Tür stürzte. Aufgeregt rannte sie zur Treppe, die auf die Plattform führte. Sie spurtete diese hinauf und blieb außer Atem am oberen Ende stehen. Bell stand am Geländer und sah sich die Aussicht an. Als Jade die Treppe hochgestürmt kam, drehte sie sich um. "Oh, hallo." sagte Bell. "Du bist ja früh dran!" "Ja." keuchte Jade. "Ich bin aufgeregt. Da hält es mich doch keine zwei Sekunden länger im Bett!" Bell lachte. "Di bist mir ja eine. Aber gut. Deine Mutter hat dir ja mit Sicherheit gesagt, das Prof. Esche sehr viel um die Ohren hat und daher selbst nicht hierher kommen konnte. Sie hat mich daher mit den Pokémon her geschickt", "Warte!" sagte Jade. "DEN Pokémon? Sind es mehrere?" "Es sind drei Stück. Du sollst dir eines aussuchen!" sagte Bell. Sie holte eine Schatulle hervor. Ihr Deckel war durchsichtig, sodass Jade die drei Pokébälle sehen könnte, die sich darin befanden. "Ich werde dir alle drei Pokémon mal zeigen", sagte Bell, öffnete die Schatulle und ließ die drei Pokémon aus ihren Bällen herauskommen. "Das sind Floink, Ottaro und Serpifeu. Sie vertreten jeweils den Typ Feuer, Wasser und Pflanze", sagte Bell. "Nun entscheide sich für eines von ihnen!" Jade sah sich alle drei genau an. Floink schnupperte in der Luft. Ottaro wich etwas zurück. Nur Serpifeu bewegte sich nicht. Sein Blick war starr auf Jade gerichtet. Es schien völlig unbeeindruckt zu sein, dennoch vermittelte es eine Art Freude. Jade ging in die Hocke und berührte Serpifeu. Es zuckte nicht zusammen. Jade hob Serpifeu hoch und streichelte es kurz. Serpifeu schien das zu Gefallen, denn es kuschelte sich in Jades Arme. Das Mädchen setzte Serpifeu wieder auf den Boden. Sie streichelte kurz Floink und Ottaro. dann richtete sie sich auf. "Ich habe mich entschieden", sagte Jade. Sie lächelte. "Meine Wahl fällt auf Serpifeu." Bell nickte. "Gut", sagte sich und gab Jade Serpifeus Pokéball. "Dann seid ihr nun ein Team! Ottaro, Floink, kommt zurück!" Ottaro und Floink wurden in ihre Poké- Bälle zurück gerufen. Serpifeu sprang in Jades Arme. Jade lachte und streichelte das kleine Pflanze- Pokémon. "Ich freue mich, dich kennen zu lernen, Serpifeu!" sagte sie glücklich. "Serpi!" sagte Serpifeu und sprang auf Jades Schulter. Es versteckte sich unter Jades Haaren. "Na dann!" sagte Bell. "Oh, bevor ich es vergesse, ich gebe dir auch noch das hier!" Bell gab Jade zwei seltsame Geräte, eine Metallbox und 10 Poké- Bälle. "Was ist das?" fragte Jade. "Das hier," Bell deutete auf das Armbanduhr- Ähnliche Gerät. "...ist ein Viso- Caster. Damit kannst du mit anderen Pokémon- Trainern kommunizieren. Meine Nummer und die von deiner Mutter und Prof. Esche sind dort bereits eingespeichert. Du kannst Prof. Esche anrufen, wenn du etwas Wissen willst. Im Viso- Caster ist ebenfalls die Funktion "C- Gear" enthalten. Was sie macht, findest du noch früh genug heraus", dann zeigte sie auf das andere Gerät. "Das ist ein Pokédex. Es ist, sozusagen, ein digitales Pokémon- Lexikon. Er speichert automatisch die Daten von allen Pokémon, denen du begegnest oder die du gefangen hast. Probier ihn doch gleich mal aus!" Jade nickte. "Und wie?" "Halte den Pokédex auf Serpifeu!" erklärte Bell. Das tat Jade. Eine Computerstimme meldete sich: "Serpifeu, das Grasschlange- Pokémon. Serpifeu ist eine kühle Denkernatur. Bekommt es genügend Sonnenlicht ab, erhöht sich die Geschwindigkeit seiner Bewegungen. Es fängt mit dem Schweif das Sonnenlicht auf, um Fotosynthese zu betreiben. Fehlt ihm die Kraft, hängt sein Schweif schlaff herab. Serpifeu ist mit seinen Schlingen geschickter als mit den Händen." "Wow!" sagte Jade überrascht. "Ja, der Pokédex ist einfach wunderbar!" sagte Bell. Dann deutete sie auf die Metallbox. "Das ist eine Orden- Box", sagte Bell. "Prof. Esche ist davon ausgegangen, dass du die Arena- Leiter in ganz Einall herausfordern wirst, um stark zu werden. Um zu beweisen, dass du die Arenen besiegt hast, verleihen dir die Arenaleiter spezielle Orden. Verwahre sie in deiner Orden- Box!" "Danke", sagte Jade. "Keine Ursache. Aber ich muss auch wieder zurück nach Avenitia. Ich muss Prof. Esche als ihre Assistentin unterstützen!" Bell zog einen Pokéball aus ihrem Beutel. "Los, Fasasnob! Flieg mich zurück nach Avenitia!" Ein großes Vogel- Pokémon erschien aus dem Pokéball und landete neben Bell. "Wir sehen uns!" sagte Bell. Dann stieg sie auf den Rücken des Vogels und dieser flog mit ihr davon. "Serpifeu!" meldete sich Jades neuer Freund. Es wollte anscheinend Jades Aufmerksamkeit. "Lass uns gehen, Serpifeu!" sagte Jade überglücklich. "Serpi!" sagte Serpifeu und nickte. Dann stieg Jade die Treppe der Aussichtsplattfor hinab.

Pokémon- der dunkle SturmLies diese Geschichte KOSTENLOS!