Kapitel 4

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Ich wache in dieser Nacht immer wieder auf. Irgendetwas in meinen Träumen macht mir furchtbare Angst. Nur kann ich mich weder erinnern, was das war, noch kann ich mir erklären, wieso ich solche Angst vor einem Traum hatte. Auch wenn ich mich richtig anstrenge, ist da nie mehr als ein großes schwarzes Loch in meinem Kopf, so als würde jemand meine Erinnerungen löschen, sobald ich die Augen öffne.
Später verfalle ich in einen unruhigen Schlaf. Ich wälze mich die ganze Zeit in meinem Bett herum und als ich endgültig genug von dieser 'Scheiße' habe, stehe ich auf und hole mir Baldrian. Ein paar Tropfen helfen bei mir immer. Seit der Trennung meiner Eltern habe ich ziemlich oft Baldrian zum Einschlafen gebraucht, dann wurde es mit der Zeit zum Glück besser und ich konnte nachts endlich wieder ruhig schlafen. Doch jetzt brauche ich ihn wieder. Träge lasse ich mich auf mein Bett fallen und schlafe endlich ein.


Als mein Wecker klingelt falle ich mal wieder fast aus meinem Bett. Meine beste Freundin liegt inzwischen auf meiner Couch, da muss sie irgendwann heute Nacht wohl hingegangen sein, und scheint den Wecker nicht zu hören. Plötzlich fällt mir wieder ein, was heute für ein Tag ist. Mein Date mit Romeo steht an. "Jamie! Aufwachen. Wir müssen frühstücken und dann musst du mir helfen. Ich will heute richtig heiß aussehen!", versuche ich meine Freundin zu wecken. Es klappt. Sie schlägt kurz die Augen auf und schaut auf die Uhr. "Lou, es ist erst 8 Uhr. Lass mich noch schlafen!", kommt ein leises Murmeln von ihr, bevor ihr wieder die Augen zufallen. "Aber mein Date. Mit Romeo. Schon vergessen? Um halb zwölf muss ich los." Diesmal scheint sie zu bemerken was los ist und setzt sich ruckartig auf. "Also, dann mal los."


In der Küche ist schon der Tisch gedeckt. "Mum? Geht's dir wieder besser?", frage ich meine Mutter, die in der Küche steht und zu der Musik, die aus dem Radio strömt, tanzt. "Oh Schätzchen, es könnte mir nicht besser gehen!Wollt ihr einen Chai Latte?" "Oh ja gerne!", antwortet Jamie für uns. Wir setzen uns an den Tisch und beginnen die Brötchen aufzuschneiden. Als sich meine Mum zu uns setzt, stellt sie unsere Tassen auf den Tisch. "Und, Mädels, was habt ihr für heute geplant?" Ich werfe Jamie einen Blick zu der sagt: Vorsicht! Lass mich das machen! "Ach, wir wollen in die Stadt, ein bisschen bummeln und du? Irgendwelche Pläne?", entgegne ich vorsichtig. Wenn meine Mutter wüsste, dass ich ein Date mit einem Jungen habe, würde sie mich solange ausquetschen, bis sie alles über ihn weiß. "Ah. Schön, schön. Du kannst dir nachher 20 Euro aus meinem Geldbeutel nehmen. Ich gehe nachher in die Massage und dann noch zum Thailänder, schön was Essen." Sie wirft uns eines ihrer strahlenden Lächeln zu und steht auf. "Wenn ihr mich nun entschuldigt. Ich gehe mich mal fertig machen. Bis später, Mädels.Und macht euch einen schönen Tag!" "Danke, Mum! Du dir auch. Und nächstes Mal gehe ich mit zur Massage!" Wir kichern leise vor uns hin. Mum verlässt eilig den Raum, und wir bleiben alleine zurück.


Nachdem wir fertig mit dem Essen sind, stürmen wir sofort die Treppe hoch, in mein Zimmer.
"Gut. Mal sehen. Ich brauche ein Outfit. Nicht zu freizügig oder so aber auch nicht schlabberig. Halt was schickes aber nicht zu schick. Glaubst du wir finden was da drin?" Ich zeige auf meinen überfüllten Kleiderschrank. "Auf jeden Fall! Setz dich einfach auf dein Bett und entspann dich. Ich such dir inzwischen was Hübsches raus." "Du bist die Beste!" Ich lasse mich aufs Bett plumpsen und schließe die Augen. Alles wird gut, sage ich mir immer wieder. "So, mach die Augen auf. Hier ist dein Outfit." Ich öffne ganz vorsichtig die Augen und schaue gespannt zu meiner Freundin. Sie hält mir eine Strumpfhose mit schwarzer Spitze, einen schwarzen Rock, ein weißes Seidentop und meine geliebte Lederjacke entgegen. "Oh, wow! Das ist toll. Danke. Jetzt brauche ich nur noch meine Stiefeletten. Die müssten da drunter sein, im Schrank." Ich deute auf eine Schublade unter meinen Klamotten und Jamie holt die Schuhe heraus.

Nachdem ich mir meine Klamotten angezogen habe, machen wir meine Haare und mein Make-up. "Willst du deine Haare lockig oder glatt haben? Ich würde lockig nehmen, das steht dir besser. Die Locken umrahmen dein Gesicht immer so schön." Also entscheide ich mich für Locken. Jamie hantiert mit dem Lockenstab rum, während ich mir meine Nägel nochmal mit Klarlack überlackiere. Bei dem Make-up entscheide ich mich für Wimperntusche und einen zarten roten Lippenstift.

Nachdem ganzen Styling Programm stehe ich vor dem Spiegel und betrachte mich. Ich glaube meinen Augen kaum. Was meine Freundin mit mir gemacht hat, war einfach wow! Ohne Worte. "Jamie? Das ist perfekt. Danke! Ich kann dir gar nicht sagen wie toll das geworden ist. Ich sehe einfach perfekt für ein Date mit Romeo aus. Nochmal danke!" Ich drücke sie und erhasche einen Blick auf die Uhr an der Wand hinter Jamie. "Oh Mist. Es ist schon fünf vor halb zwölf. Ich muss dann mal losfahren.", verkünde ich und fange an zu zittern.Vor Freude und vor Aufregung. "Hey, Lou? Wenn du da auftauchst, wird er erst mal voll geflasht sein. Du siehst atemberaubend aus. Du schaffst das! Sei einfach du selbst, und er kann nicht anders, als dich zu mögen! Und jetzt los, geh schon!" Wir eilen die Treppe runter und als ich mich auf mein Fahrrad schwinge fühle ich mich bereit für mein erstes Date mit Romeo. "Danke nochmal! Und wünsch mir Glück!", rufe ich Jamie noch über meine Schulter zu, bevor ich davon fahre.


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