Fünf

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Es war bereits Nachmittag als Allie endlich zur Ruhe kam. Den Vormittag hatte sie damit ver-bracht, sich Isabelles Ideen über Aurora anzuhören. Jedoch hatte sie nicht immer ganz zugehört. Sie war unterwegs in Richtung Speisesaal um sich etwas zu essen zu holen, da sie seit dem Mittagessen nicht mehr dazu gekommen war.

Die Auswahl auf dem Buffet war wie immer groß, und so entschied sich Allie doch für ein Stück Sahne Torte und etwas Kaffee. Der Speisesaal war jetzt fast leer bis auf ein paar Schülertruppen die sich dort auch zum Kuchenessen niedergelassen hatten.

Allie steuerte einen Platz am Fenster an und blickte nachdenklich auf das Gelände von Cimmeria. Tropfen fielen von den nassen Bäumen, die sich leise im Wind wiegten. Jetzt wirkte alles friedlich und eigentlich sehr idyllisch.

Einige Zeit später hatte Allie sich regentaugliche Kleidung und Laufschuhe übergezogen und trat aus dem Hauptportal hinaus in den leichten Nieselregen. Sie joggte Richtung Wald, wo eine kleine Kapelle stand.

Als sie kurz die Kapelle erreichte hatte es aufgehört zu regnen, nur das Wasser tropfte von den hohen Kiefern und Tannen hinunter. Quietschend öffnete sich das Tor zur Kirche und Allie trat ein. Sie schlug aber nicht den Weg mit den Stufen ein, die zur Kapelle oberhalb eines kleinen Hügels führten, sondern ging außen rum auf die Gräber zu.

Ein Grab war besonders auffällig geschmückt und mit vielen Blumen bepflanzt. Es war erst neu dort und war das Grab ihrer Großmutter Lucinda Meldrum.

Sie war im Sommer bei Friedensverhandlungen von Nathaniel erschossen worden und Allie war dabei gewesen. Die Kugel hätte eigentlich Nathaniel treffen sollen, doch Lucinda hatte sich in ihre Bahn geworfen um Nathaniels Leben zu retten. Allie verstand immer noch nicht ganz warum sie das getan hatte. Ein kleiner Stich schoss durch ihr Herz. Alle versuchte ihn zu ignorieren.

Nach ihrem Tod hatte sie Allie alles vermacht so besaß das Mädchen nun einen Haufen Aktien, mehrere Mitgliedschaften in hohen Konzernen sowie mehrere Konten mir mehreren Milliarden Euro.

Die Last des großen Nachlass lastete meist schwer auf Allie. Nur unter ihren Freunden konnte sie für einige Stunden ihr Erbe teils vergessen.

Allie hatte Lucinda nie richtig gekannt, da ihre Mutter es ihr so lange verschwiegen hatte bis es nicht mehr ging, und doch schmerzte ihr Verlust das Mädchen sehr.

Sie machte noch einen Rundgang und vergewisserte sich dass alles friedlich war, bevor sie zurück in Richtung Cimmeria joggte, sie kam an dem kleinen Pavillion vorbei der nun schwach und trüb im Nebel herausblitze.

Rasch lief sie die Stufen der Treppe hinauf sie zum Mädchentrakt führten. Dort angekommen trat sie in ihr Zimmer und warf einen Blick auf die Uhr. "Mist. Ich war länger unterwegs als ich dachte. Ich muss mich beeilen um noch rechtzeitig zum Abendessen fertig zu sein.", dachte sie fluchend.

Eilig in frischen Klamotten hastete Allie die Treppe wieder hinunter und kam atemlos im Speisesaal an. Verzweifelt sah sie sich um. Nirgends konnte sie ihre Freunde entdecken, es waren einfach zu viele Schüler. „Aber lieber zu viel, als zu wenig", dachte sie und erinnerte sich an fast leere Schule, die noch vor ein paar Monaten hier zugegen war.

Doch sie schien nicht einzige zu sein, die sich verspätet hatte als Zoe hinter ihr auftauchte. "Hast du die anderen gesehen?", fragte sie. "Nein", meinte Allie. "Verdammt. Oder warte. Da hinten sind sie! Dass du mal Carter übersiehst", feixte sich grinsend.

Jetzt hatte auch Allie sie entdeckt und stelle freudig fest, dass neben Carter noch ein Platz war. Sie nahm ihr essen und gesellte sich zu ihnen.

Sanft küsste Allie ihren Freund auf die Wange: "Hey", sagte sie. "Selber hey", antwortete er. "Wo warst du den ganzen Tag?" "Zuerst hatte Isabelle mich zu ihr Büro gerufen, danach war ich allein beim Mittagessen da es so lange gedauert hatte, dann habe ich meine Sachen für morgen zu ende gemacht und zuletzt bin ich zur Kapelle gejoggt und habe Lucindas Grab besucht", zählte Allie auf. Dann aßen alle schweigend ihr Essen.

Den Rest des Abends verbrachten sie in der Bibliothek, bis sie gegen 22 Uhr alle in ihre Zim-mer gingen.

Allie war gerade dabei sich die Haare zu kämmen, als es am Fenster klopfte. Sie erblickte Car-ter am Fenstersims und schmunzelte. Dann öffnete sie ihm das Fenster. "Wird es nicht kalt in deinem Zimmer wenn du die ganze Nacht dein Fenster offen lässt?", meinte sie. Er antwortete: "Nein, Lucas hat es gerade zugemacht und macht es morgen wieder auf." „Warum gehst du nicht durch die Tür?", fragte sie ihn und er antwortete: „Ist nicht so aufregend.

Carter umarmte sie und küsste sie zärtlich. Kurz darauf schmiegte sich Allie gähnend an ihn und war kurze Zeit später eingeschlafen.

Hallo meine Lieben :)
 entschuldigt ich habe mich schon wieder mit der Überarbeitung verspätet
 Lg: Bexi.

Der Friede trügt (Night School FF)Lies diese Geschichte KOSTENLOS!