Die Wahrheit tut weh (1)

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*Flashback* Vor ungefähr 10 Jahren*


Ich pustete mir die nervige Strähne aus meinem Gesicht, die sich aus meinem provisorisch nach hinten gebundenen Zopf gelöst hatte. Seufzend knetete ich nachdenklich den Backteig vor mir auf dem hölzernen Tisch. Ich hörte bereits die näher kommenden Stimmen. Eine war tiefer und ruhiger, die andere war aufgeregter und heller. Ich sah bereits mit einem aufgesetzten lächeln zur brüchigen Haustür. Genau in dem Augenblick ging diese auf und ein hochgewachsener Mann mit dunklem Haar trat ein. Neben sich hatte er ein kleines, aufgedrehtes Mädchen mit wirrem, zerzaustem Haar. Ich begrüßte meinem Mann wie immer mit einem Kuss auf die Stirn, was gar nicht so einfach war, da er drei Köpfe größer war, jedoch bückte er sich jedes Mal und setzte dabei sein verschmitztes Lächeln auf. Er hob den Kopf wieder und entdeckte den Teig auf dem Tisch. ,, Was backst du uns denn da schönes ?" Ich zuckte mit meinen Mundwinkeln und redete mit leiser Stimme ,, Ich backe euch euren Lieblings Kuchen. " Meine Tochter sah mich mit einem großen Lächeln an. ,, Echt? Danke Mama !" Sie umarmte mich kurz und rannte hoch auf den Dachboden, wo sie ihr Zimmer hatte. Ich sah ihr hinterher, widmete mich dann wieder dem Teig. Mein Mann beobachtete mich dabei. Er schien in Gedanken versunken, also beachtete ich ihn nicht weiter, drückte den Teig in einer Form die ich von einer Freundin von mir ausgeliehen hatte damit ich den Kuchen backen konnte und platzierte Apfelstückchen auf dem Teig. Mein Mann folgte mit seinen Blicken jeder Bewegung von mir und als ich den Kuchen in den Ofen stellte, wurde ich langsam nervös und gereizt. ,, Kurio bitte ! Könntest du aufhören mich so anzustarren ? " Ich sah ihn bittend an. Er wachte endlich aus seiner Trance auf und lächelte mich mit diesem Lächeln an das mich schon damals dahin schmelzen ließ. Er zog mich in eine Umarmung und flüsterte ,, Ich hatte nur gerade daran gedacht was für eine tolle Ehefrau ich habe." Ich rollte mit den Augen ,, Du Schmeichler..." Doch er entlockte mir dennoch ein Lächeln. Ich sah zu ihm hoch in seine beruhigenden Augen. Er zupfte lächelnd an meinen Haaren. Plötzlich wurden seine Augen trüb und er löste die Umarmung auf. ,, Ist etwas passiert? Du siehst so besorgt aus?" Ich schaute ihn fragend an. Er sah mir jedoch nicht in die Augen und wendete sich von mir ab.Er starrte aus dem Fenster und wurde vom orangen Farbton der untergehenden Sonne eingehüllt.,, Ich habe gestern einen Brief erhalten. Darin stand das ich zurück in den Orden berufen werde. Man braucht mich für einen Auftrag in Lycrios. Ich habe angenommen. Heute um Mitternacht werde ich aufbrechen." Er verstummte. Um mich herum drehte sich plötzlich alles. Ich plumpste auf den Stuhl und starrte ihn nur fassungslos an. ,, Du...Du lügst..Du hast mir damals geschworen das du nie wieder zum Orden zurück gehen wirst ! Das hast du um deiner Tochter Willen geschworen! " Er sah mich mit einem gequälten Gesichtsausdruck an.,,Ich weiß... Und dafür das ich diesen Schwur gebrochen habe werde ich büßen, das sei dir gewiss. " Er kam auf mich zu und kniete vor mir. Er streckte seine vernarbte Hand aus und wollte nach meiner greifen. Ich entzog sie ihm jedoch und schaute gekränkt weg. Ich biss mir auf die Lippen und Tränen liefen mir die Wange hinunter. Ich musste einen Aufschrei unterdrücken, damit Aya nicht auf uns Aufmerksam wird. Er sah mich flehend an, doch ich achtete nicht auf ihn und starrte einfach die Wand an. Er senkte niedergeschlagen den Kopf. Dann stand er auf und zwang sich einen ernsten und kühlen Ton einzuschlagen. ,, Ich weiß das Aya, wenn sie erfährt das ich ein Drachenritter bin und zurück beordert wurde um für unser Land zu kämpfen, dann ebenfalls zum Drachenritter Orden gehen wird, um mich dort zu suchen. Rede es ihr aus, sie...sie darf nicht zum Drachenritter Orden. Es wäre für sie das beste wenn sie auf ewig hier lebt und glücklich wird...Als ein ganz normales Dorfmädchen. Wenn es jedoch passiert das sie es versucht, dann sei unbesorgt. Ich habe bereits alles vorbereitet falls meine Befürchtungen wahr werden." Ich antwortete nicht und starrte weiterhin die Wand an. Alles kam mir nur noch so unwirklich vor. Bis jetzt lebte ich in einer Traumwelt, dass wurde mir gerade bewusst. Ich hatte geglaubt das ich hier in Frieden mit meinem Mann und Aya leben konnte. Doch dem war nicht so. Ich hörte das Kurios Stimme langsam versagte, da er sich offensichtlich verkniff sentimental zu werden. ,, Du kannst ihr sagen...Das ich euch wegen einer anderen Frau verlassen habe. Dann wird sie mich hassen und mich nicht suchen wollen. Auf Wiedersehen mein Schatz. Vergiss niemals das ich dich auf Ewig lieben werde. " Mit diesen Worten verschwand er. Er verschwand komplett aus meinem Leben. Für mich gab es nichts mehr auf dieser verkommenen Welt, als Aya aufwachsen zu sehen. Und ich merkte schnell das sie anders als die anderen war.

Aya -Tochter der DrachenLies diese Geschichte KOSTENLOS!