13.

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Ich war wie eingefroren. Meine Mom hatte uns gesehen und es war nicht rückgängig zu machen. Was ich nur hoffen konnte war dass ich jetzt einfach wieder rein gehen und ins Bett legen konnte und dieser Abend tot geschwiegen werden würde.

Die Hoffnung stirbt zuletzt...

Als ich aufstehen wollte um reinzugehen ging Die Haustüre auf und mom kam mit geschocktem Blick auf mich zu.

...Aber sie stirbt!

"Mom,ich...",setzte ich an aber Mom ließ mich nicht ausreden.
"Halt die Klappe Jake. Wir haben zu reden"
Verlegen mied ich ihren Blick. Ich konnte ihr einfach nicht in die Augen sehen. Wahrscheinlich hatte ich sie gerade eben maßlos enttäuscht.

"Du musst jetzt Still sein, mir versprechen dass das alles vorerst unter uns bleibt und gut zuhören. ", sagte mom ernst.

Was war denn los mit ihr?
" Mom? Alles okay? " Sie war sehr blass.

" Ja. Setz dich bitte wieder auf die Mauer. "
Ich verstand nicht. "Warum können wir nicht rein gehen?"
"Weil es nicht geht!"

Es war anscheinend ein sehr ernstes Thema.
Ging es hier wirklich um das von mir und Liz oder steckte mehr dahinter?

Nach ein paar Sekunden fing sie traurig an. Sie weinte beim reden.

"Jake, ich... Ich habe euch gesehen. Eben. Und wenn du glaubst dass ich es nicht schon vorher wusste dann musst du wirklich denken ich sei doof. Ich hab doch genau gemerkt, wie dein Blick war als sie durch die Türe kam? Da habe ich direkt verstanden, dass DAS das Mädchen war, mit dem du das Date hattest. "

Wow. Sie wusste es.
Eigentlich hätte ich es mir ja denken können. Sie ist meine Mutter. Sie kennt mich am besten.

"Mom... Wir haben versucht es zu unterbinden... Aber wir haben uns so nach einander gesehnt"
"Ich verstehe dich, Jackie. Und man sieht, dass das mit euch etwas besonderes ist. Und dass ihr euch wirklich liebt... " sie atmete tief durch und redete dann weiter: " Deshalb muss ich es dir sagen. Du bist mein Sohn. Aber Dad ist nicht dein Vater. "

Ich hatte in den letzten Tagen so vieles erlebt, was mich zu Boden gedrängt hatte. Aber das gab mir den Rest. Ich konnte nichts fühlen ausser puren Hass.
" Und das denkst du erzählst du mir jetzt mal so nebenbei?! Einfach so? Als sei es nichts? Das ist verlogen. Das ist... " fing ich an auf meine Mom einzubrüllen.
Jetzt flossen ihre Tränen richtig. Aber es kümmerte mich nicht. Sie war eine Lügnerin und hatte mich jahrelang im Glauben gelassen, mein Dad, den ich über alles liebe, wäre mein Dad aber das war er nicht.

"Wieso.? Wie ist das passiert? "
" Jake, bitte Hass mich nicht. Ich kann nicht damit leben von dir gehasst zu werden. "

Ihre Trauer interessierte mich im Moment nicht.
Ich ballte die Fäuste und brüllte weiter: "Ich will die Geschichte
hören. JETZT! "

" Wie wir dir immer gesagt haben, war es so, dass Dad und ich noch nicht lange zusammen waren als du kamst. Das... Das hat einen Grund. "

Zwischen den Worten schluchzte sie ständig auf.
" Ich war vor ihm mit einem Mann zusammen, der mich sehr schlecht behandelte. Er schlug mich und benutzte mich. Ich war Dreck für ihn.
Irgendwann stellte ich fest, dass ich... Schwanger von ihm war. Dann bin ich irgendwann von ihm abgehauen und habe sehr schnell deinen dad kennengelernt. Und dann hab ich gesagt.. Es wäre sein Kind. "

Mein richtiger Vater war also ein Schläger. Einer, der Frauen schlecht behandelte. Mein Hass auf Mom lenkte um auf ihn. Plötzlich empfand ich etwas Mitleid mit Mom, weil sie so etwas schlimmes durch gemacht hatte.

"Ich.. Ich wollte dir ein gutes Leben bieten, verstehst du, mein Schatz? Ich wollte doch nur, dass es dir gut geht!"

Ich verstand sie.
Auch wenn ich eben noch am liebsten alles kurz und klein gehauen hätte, war ich jetzt froh, dass mom es so gemacht hatte.
Aber das war noch lange kein Grund, dass sie Dad das antat.

"Und der Grund, weshalb ich es dir nie gesagt hatte war weil ich wusste, wie sehr du deinen dad liebst. Du und er waren immer so innig. Dass dein richtiger Vater so ein Arschloch ist wollte ich nie dass du weißt. Ich weiß genau wie unfair das von mir ist.. Euch beiden gegenüber. "
Sie vergrub bitterlich weinend das Gesicht in ihren Händen.
Ich streichelte ihr über den Rücken.
Auch wenn es unfair war, liebte ich sie und vorallem auch meinen Dad über alles.

" Er wird immer mein Dad bleiben."

Sie erhob den Blick. "Das hatte ich gehofft..
Als ich dich eben mit Liz gesehen habe und ich dann endlich gesehen habe dass ihr euch wirklich liebt wusste ich, dass es keinen anderen Ausweg mehr gab. Du musstest es erfahren. Damit ihr euch lieben könnt."
Daran hatte ich noch gar nicht gedacht. Liz und ich würden uns lieben dürfen. Wow. Einerseits war das, was ich gerade eben erfahren hatte etwas, was mich noch mehr zu Boden drückte aber gleichzeitig auch etwas was mir wieder Hoffnung gab.

"Mom er muss es erfahren! Er hat genauso ein Recht darauf, es zu wissen. Darauf, dass er noch ein anderes Kind hat, Liz, hast du doch auch gut reagiert. Er wird es doch verstehen... Hoffe ich. "

Sie atmete noch einmal tief durch und wischte sich die Tränen weg. Jetzt sah sie mir in die Augen.
"Jake, du weißt noch nicht alles.
Als du in New York warst ist etwas passiert.
Ich habe mich schon seit längerem nicht gut gefühlt. Ich wusste dass etwas nicht stimmte. Aber du kennst deinen Dad. Er hätte sich riesige Sorgen gemacht und direkt die größte Panik bekommen.
Also war ich heimlich beim Arzt.
Jake, ich habe Angst, es deinem Vater auch zu beichten, weil ich die letzte Zeit die ich noch mit euch allen habe nicht streiten will.
Und du musst mir das Versprechen geben, es Liz noch nicht zu sagen. Auch wenn ihr euch lieben dürft, noch darf sie es nicht erfahren. Ich bitte dich Jake."

"mom, wovon redest du? "

Sie blickte mir durchdringend in die Augen.  " Versprich es. "

Ich versprach es ihr.
" Aber was ist los? Jetzt sag es mir! "

Ich habe unheilbaren Lungenkrebs."

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