Die rufende Stimme

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Es war Mitternacht und ich war noch immer in der Bibliothek. Es war ein leichtes Spiel für mich. Die Bibliothekarin hatte sich nicht die Mühe gemacht um alles nach jemanden abzusuchen. Vor der Bibliothek jedoch waren jetzt Wachen postiert, also das rauskommen wird schwierig werden. Ich hatte mich hinter dem langen Vorhang versteckt. Ich schob ihn beiseite und schaute mich im dunklen Raum um. Ich hatte mich am vorigen Tag vorbereitet. Ich ging zu einem langen Tisch, fasste unter ihm und packte die dort versteckte Tasche. Schnell zog ich sie zu mir, öffnete sie und holte eine kleine Öllampe heraus. Ich zündete sie vorsichtig an und sofort wurden die breite Regale mit einem flackernden Licht beschienen. Ich ging zum abgesperrten Bereich und sah mir die verschlossene Gittertür genauer an. Dann fischte ich aus meiner Tasche eine kleine Klammer. Ich wusste, dass was ich hier mache verboten ist und wahrscheinlich mit dem Tode bestraft wird, aber ich musste es einfach wissen. Schließlich rief diese eine Stimme nach mir.



Ich legte mich ins Bett und schloss müde meine Augen. Der schwarze Schleier des Schlafes legte sich über meine Augen. Plötzlich machte ich die Augen auf. Bin ich wach? Ich schaute mich um. Das war nicht mein Zimmer... Ich war in einem Wald. Doch dieser Wald fühlte sich... eigenartig an. Es war nebelig und ich konnte kaum etwas erkennen. Kamen die Moosbewachsenen Bäume etwa näher? Vorsichtig machte ich einen Schritt vorwärts. Es fühlte sich so real an. Ich war in einer Traumwelt ohne Sonne. Jedenfalls konnte ich sie nirgends sehen. Ich ging weiter den Pfad entlang der sich mir erstreckte. Plötzlich hörte ich merkwürdige laute aus dem Wald. Ich fröstelte leicht. ,, Ich habe dich erwartet, viël ye drakêelen," hörte ich plötzlich. ,, Hallo?" rief ich. Ich wurde schneller. ,,Folge meiner Stimme, kleine viël ye drakêelen," Ich folgte der Stimme, sowie man es mir sagte. Ich rannte und plötzlich war vor mir ein Abhang, ich bremste ab, schlitterte aber wegen dem Morast weiter und überschlug mich und rollte den Abhang hinunter. Ich rollte fast gegen einen Baum und krachte dann gegen etwas warmen. Erschrocken rappelte ich mich auf und schüttelte mir die Blätter aus den Haaren. Ich hustete außer Atem und sah mich erschrocken um. Nur Dunkelheit. Ich sprang auf einen Baumstumpf um eine bessere Sicht zu haben. Ich erstarrte als plötzlich ein heißer Wind mich traf. Der schwarze Schleier verschwand und machte Platz für ein gigantisches Wesen. Ich starrte in bernsteinfarben, glühende Augen. Ein Schnauben bereitete mir Gänsehaut über der ganzen Haut. Vor mir lag ein riesiger Drache. Aber wirklich riesig, so ein großen Drachen hatte ich zuvor noch nie gesehen. ,, Ha-hast du nach mir gerufen?" fragte ich mit zittriger Stimme. Der Drache blies als Gruß einige Rauch Wölkchen aus seinen Nüstern zu mir. Ich hustete und wedelte mit der Hand vor meinem Gesicht. ,,Ich habe dich erwartet, viël ye drakêelen," wiederholte der Drache. Ich schaute verwirrt drein. ,,Warum nennst du mich so? Und was heißt das überhaupt?" Der Drache grollte amüsiert, sodass die Erde erbebte. Ich musste das Gleichgewicht halten um nicht um zufallen. ,, Weil du eine viël ye drakêelen bist. Aber ich habe dich nicht gerufen um dir alte Geschichten zu erzählen. Hör mir genau zu. Du musst mich finden. Momentan sind wir in einer Traumwelt, die ich erschaffen habe, damit wir uns treffen können. Unsere Seelen sprechen gerade zueinander, nicht unsere Körper selbst. Jedoch musst du meinen richtigen Körper ausfindig machen." Der alte Drache stockte und wirkte etwas gehetzt. ,,Wir werden beschattet...Deswegen musst du mich finden, es ist nicht sicher hier zu reden. Du musst unbedingt das Buch über die Elfen finden. Wenn du es findest, wird es dir zunächst verwert sein es zu lesen. Jedoch, hör genau zu. Nur ein Rätsel wird dir helfen. Er nimmt ab und wieder zu. Er schläft in einem unendlichen dunklen Ort. Wenn er am vollsten ist, so kannst du das verborgene sichtbar machen. Und sei gewarnt, hüte dich vor dem hinterlistigen Satyr auf deiner Reise. Er wird versuchen dich vom rechten Pfad abzubringen. Die Irrlichter werden dir helfen, diesen Pfad zu finden." Ich wiederholte im Kopf was er gesagt hatte und brannte es in meinem Gedächtnis ein. ,, Beeile dich, sie haben diese Welt bereits gefunden." Die Traumwelt begann zu verschwinden, dass letzte was ich sah waren die glühenden Augen von dem großen Drachen. ,, Warte, ich weiß gar nicht wie du heißt?!" Rief ich noch. Dann verschwand das Bild, ohne eine Antwort.

Aya -Tochter der DrachenLies diese Geschichte KOSTENLOS!