Basti POV
Als wir das Zelt endlich aufgebaut hatten und uns erschöpft in die Kissen fallen ließen, schmiegte sich Kevin wie jeden Abend ohne zu zögern an meine Seite. Zufrieden legte ich die Arme um ihn und drückte ihm einen sanften Kuss auf die Stirn. Er summte leise und zog meinen Kopf auf seine Blickhöhe runter. Sein Blick schweifte zwischen meinen Augen und Mund hin und her.
Ich kam seinem Gesicht langsam näher, während er mich erwartungsvoll anstarrte. Kurz bevor meine Lippen seine jedoch berühren konnten, stoppte ich. Er schaute mich fragend an. Ich grinste nur.
„Na weißt du mittlerweile von was für Gefühlen ich rede?", neckte ich ihn in der Hoffnung, dass er mich nicht wieder aus Reflex von der Matratze schubsen würde.
Kevin zögerte. Sein selbstsicheres Grinsen verlies langsam sein Gesicht. „Ich... nicht wirklich...", murmelte er mit wankender Stimme und rutschte etwas zurück.
„Kevin, wir haben uns bereits zwei Mal geküsst.", erwiderte ich ruhig. „Es gibt keinen Grund mehr so schüchtern zu sein." Ich konnte seine Nervosität gut verstehen, aber so brachte uns das beide nicht weiter.
„Ja und? Was ist schon dabei? Ich habe auch Rewi, Hugo und viele andere meiner Freunde geküsst.", verteidigte er sich.
Ich hob eine Braue. „Das kannst du nicht vergleichen, Kevin, und das weißt du auch."
„Ich weiß nicht..." Er rutschte weiter weg und drehte sich zur anderen Seite.
„Kevin...", sagte ich leise, während ich eine Hand nach ihm ausstreckte, doch er zuckte nur zurück. „Lass mich schlafen.", murmelte er und schüttelte meine Hand ab.
„Aber...", begann ich vorsichtig. „Wir sollten darüber reden." Er reagierte nicht, bewegte sich nicht einmal. Nur sein Atem war noch zu hören. Wie konnte die Stimmung zwischen uns nur so schnell kippen? Es war doch gerade noch alles so schön.
Ich schluckte. „Man Kevin, ich erwarte nicht, dass du mir jetzt deine große Liebe gestehst. Es fühlt sich, aber trotzdem nach etwas mehr als Freundschaft zwischen uns an, oder?"
Stille.
„Bitte.", flüsterte ich. „Bitte sag, dass ich mir das nicht einbilde."
Wieder nur Stille.
Wie betäubt starrte ich an die Zeltdecke. So hatte ich mir den Abend nach unserem ersten Kuss nicht vorgestellt. Ich wusste nicht genau, was ich erwartet hatte, aber sicher nicht, mit einem stechenden Schmerz in der Brust und diesem überwältigenden Gefühl von Einsamkeit dazuliegen.
Ich dachte eigentlich Kevin mag mich auch. Zumindest ein bisschen. War ich etwa der einzige der dieses Knistern zwischen uns gespürt hatte? Ich war mir doch so sicher, dass er es auch gefühlt hatte.
Ich seufzte leise und drehte mich zur Seite. Langsam schloss ich die Augen. Es brachte nichts, weiter nachzudenken. Nicht heute.
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Ein leichtes Hauchen an meinem Nacken weckte mich am nächsten Morgen aus einem unruhigen Schlaf. Für einen Moment genoss ich das wohlig warme Gefühl, das ich immer hatte, wenn ich in Kevins Armen lag. Zumindest so lange, bis mich die Erinnerungen an gestern Abend wie ein Schwall kaltes Wasser zurück in die Realität brachten.
Ruckartig drehte ich mich zu Kevin und schob ihn von mir. Das schien seinem schlafenden Ich allerdings gar nicht zu gefallen. „Mhhm... nein.. Basti.", beschwerte er sich grummelnd im Halbschlaf. Er rückte sofort wieder näher und streckte die Arme nach mir aus.
„Kevin, lass das.", sagte ich energisch und stieß ihn etwas fester weg als gewollt. Vielleicht hatte ich etwas überreagiert, aber nach der Abfuhr von gestern Abend, hielt ich es nicht aus, wenn er so tat als wäre alles wie immer.
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Sommermagie (Bastiplatte)
FanfictionNach zwölf Jahren, täglichen Streamens steht Basti kurz vor dem Burnout. Wird es Kevin gelingen, ihn aus seinem Alltagstrott zu reißen und in ein turbulent romantisches Abenteuer zu entführen? All das und viel mehr, erfährt ihr in dieser Bastiplatte...
