3.

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Während dem Flug machte ich nicht ein einziges mal die Augen zu.
Konnte ich auch gar nicht, weil ich Liz ständig beobachtete.
So toll wie sie hatte ich bisher noch nie ein Mädchen gefunden.

"Und was hast du so in Sydney vor?", riss sie mich aus meinen Gedanken. Sie sah neugierig zu mir rüber.
Ich räusperte mich.
"Ich wohne da."
Ihre Augen wurden groß.
"Super, Dann hab ich ja schonmal den ersten Freund gefunden.
Ich ziehe nämlich für ein halbes Jahr zu meinem Vater... Aber wenn ich daran denke bekomme ich schon wieder Bauchschmerzen."
Ich war verwirrt. "Bauchschmerzen? Wegen deinem Vater?"
Sie blickte mich traurig an. "Ja, ich kenne ihn halt noch nicht.. Ich bin letzte Woche achtzehn geworden und habe dann beschlossen ihn endlich kennenzulernen."
"Und jetzt hast du Angst?"
"Angst nicht... Aber ich frage mich wie er wohl so ist. Meine Mom hat nie über ihn geredet. Und wenn, ist nicht mehr als 'Feiges Arschloch' oder ähnliches dabei rumgekommen.
Er hat uns verlassen als ich gerade mal 1 Jahr alt war. Einfach von heute auf Morgen war er weg... "
Mit einem Mal wirkte sie todtraurig und am liebsten hätte ich sie in den Arm genommen und ihr gesagt, dass alles wieder gut wird.. Aber dafür kannte ich sie noch zu schlecht. Oder sollte ich es einfach tun?
Ehe ich mich entschieden hatte redete Liz schon weiter:
"Und dann hab ich in Moms Büro vor einem Jahr seine Nummer gefunden und einfach angerufen. Er hörte sich am Telefon sehr nett an und hat mir direkt das halbe Jahr bei ihm, sobald ich achtzehn war angeboten.
Als meine Mom später davon erfuhr war sie total wütend und nur nach mehreren Stunden, in denen ich auf sie eingeredet hatte verstand sie... "
" Dass du unbedingt deinen Vater kennenlernen willst? " beendete ich ihren Satz.
Sie lächelte mich an. "Genau."
"ich verstehe dich", sagte ich zu ihr. "ich könnte mir mein Leben ohne meinen Dad auch nicht vorstellen. Wer würde mit mir zum Fußball gehen? Wer würde.." dann bemerkte ich dass es vielleicht unangebracht war, von Sachen die man mit Vätern machte zu schwärmen, wo sie ihren nicht einmal kannte.
Ich wechselte das Thema um noch mehr von ihr zu erfahren.

Sie war also Grade achtzehn geworden und lebte bisher bei ihrer Mom. Jetzt würde sie für ein halbes Jahr lang in meiner Stadt sein und ich würde sie hoffentlich so oft sehen wie es ginge. Sie hatte keine Geschwister und als ich vorsichtig nach einem festen Freund fragte verneinte sie dies zum Glück auch.

"Und jetzt du. ", forderte sie mich auf.
" Hm, ich bin 20, lebe noch bei Mom und Dad und liebe Fußball. Das wars" den letzten Satz betonte ich ein bisschen, womit sie hoffentlich verstanden hatte, dass auch ich nicht in einer festen Beziehung war.

Als das Signal für die Landung irgendwann kam tippte Liz mich an.
"Mein Vater erwartet mich erst morgen. Könntest du mir vielleicht für die Nacht ein gutes Hotel vorschlagen und mir vielleicht auch zeigen wo das ist? Nur wenn du Zeit hättest. "
Diesem Mädchen könnte ich niemals Nein sagen.
" Klar. Nichts lieber als das. ", antwortete ich.

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