Die Nacht war still, fast zu still. Ein kalter Wind trieb lose Blätter über den Boden, während sich die Einheiten der GHG, Spark und The JoCraft lautlos durch das Unterholz bewegten. Im schwachen Mondlicht wirkte der alte Industriekomplex, in dem sich PVP verschanzt hatte, wie eine verlassene Festung aus vergangenen Zeiten. Doch in seinem Inneren brannte ein dunkles Licht. Hoffnungslosigkeit. Gewalt. Und Jules.
Basti stand neben Spark vor der taktischen Karte, die auf der Motorhaube eines gepanzerten Fahrzeugs ausgebreitet war. Der blonde Anführer war ruhig, kontrolliert, wie immer. Jo trat dazu, seine roten Haare leuchteten sogar im Dämmerlicht, die Brille spiegelte den schwachen Lichtschein. Alle drei wussten, was auf dem Spiel stand.
"Wir greifen gleichzeitig von drei Seiten an. Jo über die unterirdischen Versorgungstunnel, Spark von Westen. Ich führe das Hauptteam durch den zentralen Zugang," erklärte Basti mit fester Stimme. "Ziel ist nicht, PVP zu vernichten. Ziel ist Kevin."
"Und Jules?" fragte Jo ruhig.
"Wenn wir ihn finden, bringen wir es zu Ende."
Der Befehl wurde weitergegeben. Die Kolonnen setzten sich in Bewegung. Basti spürte, wie sein Herz hämmerte. Nicht aus Angst. Sondern aus etwas Tieferem. Kevin war dort drinnen. Und Basti hatte ihn zu weit kommen lassen, um jetzt zu scheitern.
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Kevin hatte aufgehört, die Stunden zu zählen. Seine Gedanken waren trübe, doch sein Herz klopfte stärker, als die ersten entfernten Explosionen zu hören waren. Etwas passierte. Etwas kam.
Jules betrat den Raum. In seiner Hand hielt er eine Fernbedienung, mit einem Knopfdruck hätte er den selbstgebauten Sprengsatz aktivieren können, der unter dem Komplex verborgen lag. Seine Augen waren gerötet, seine Haare zerzaust. Ein Schatten seines einst arroganten Selbst.
"Er kommt", sagte er leise. "Dein König."
Kevin antwortete nicht. Er sah ihm nur in die Augen.
"Ich wollte, dass er leidet. Ich wollte, dass er dich verliert, weil ich weiß, dass das das Einzige ist, was ihn wirklich zerstören kann. Ich habe alles richtig gemacht."
Kevin sagte leise: "Du hast verloren, Jules. Selbst wenn du mich umbringst. Er hat mich geliebt. Ich hab's gespürt. Und ich liebe ihn. Das ist mehr, als du je verstehen wirst."
Ein Wutanfall zuckte durch Jules Gesicht. "Dann stirbst du mit ihm."
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Die Hallen bebten unter den kontrollierten Detonationen. Jo's Truppe durchbrach die unterirdischen Gänge, Spark neutralisierte das westliche Waffenlager. Fabo und Veni räumten systematisch die Verteidigungsstellungen. Basti selbst führte die Sturmgruppe durch das Haupttor. In seiner Brust brannte es. Sein Blick war hart. Er war kein Kommandant mehr. Kein Anführer. Er war jemand, der seinen Menschen zurückholen wollte. Seinen.
Heiko meldete: "Zellenblock gefunden. Kevin lokalisiert. Jules in Nebentrakt. Basti... Beeil dich."
Basti erreichte Kevins Zelle. Die Tür war nicht einmal abgeschlossen. Kevin lag zusammengerollt in der Ecke. Seine Haut war blass, sein Blick leer. Doch als sich der Schatten in der Tür abzeichnete und Bastis tiefe Stimme sagte: "Kevin. Ich bin hier. Komm mit mir.", öffneten sich seine Augen weit.
Er rannte, taumelnd, direkt in Bastis Arme. Und der hielt ihn fest, so fest, dass es wehtat. "Ich dachte... ich hab dich verloren."
"Du nie", flüsterte Kevin.
Dann bebte der Boden.
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Im Kommandoraum stand Jules über der Konsole. Sein Finger zitterte über dem Auslöser des Sprengsatzes. Er wusste, dass sie gewonnen hatten. Dass er verloren hatte. Er wusste, dass Basti gleich durch die Tür kommen würde. Doch er wollte nicht aufgeben. Wenn er unterging, dann mit einem Knall.
Dann sah er ihn.
Basti trat durch die Tür, nicht mit einer Waffe, sondern mit bloßer Wut im Blick. Neben ihm stand Kevin. Ihre Hände berührten sich. Und plötzlich wirkte Jules so klein. So fehl am Platz.
"Du hast alles zerstört", knurrte Basti. "Für was? Für Macht? Für Kontrolle?"
"Für dich", zischte Jules. "Ich wollte dich zurück. Ich wollte, dass du mich wieder siehst. Ich wollte, dass du..." Seine Stimme brach. "Ich war der Einzige, der dich kannte. Ich war der Einzige, der dich verstand."
Basti schüttelte den Kopf. "Du hast mich nie verstanden. Und du hast Kevin nie besessen."
Jules trat zurück. Sein Finger zuckte. Dann stieß Kevin einen Schritt vor. "Tu es nicht. Du kannst gehen. Niemand muss sterben."
Jules' Blick wanderte zu ihm. Etwas Weiches, etwas Müdiges huschte über sein Gesicht. Dann zuckte er, riss die Fernbedienung hoch.
Ein Schuss.
Die Fernbedienung fiel zu Boden. Funken sprühten aus ihr, als Bastis Schuss sie durchschlug. Jules taumelte, Blut tropfte aus seiner Schulter.
"Warum?" hauchte er. "Warum hab ich verloren?"
Basti trat näher. Seine Stimme war nur für Jules bestimmt. "Weil ich jemanden gefunden habe, für den ich bereit bin zu sterben. Und du... du hast nur gehasst."
Jules sank auf die Knie. Dann zog er langsam eine kleine Kapsel aus seinem Ärmel. Cyanid. Basti bemerkte es zu spät.
Kevin schrie: "Nein!"
Doch Jules lächelte ein letztes Mal, kalt, gebrochen. "Wenn ich dich nicht haben kann, Basti, dann sollst du wenigstens mit dem Schmerz leben."
Er zerbiss die Kapsel. Sekunden später lag er reglos auf dem Boden.
Kevin stand zitternd da, Basti nahm ihn sofort in den Arm. Der ganze Raum schien zu schweigen. PVP war gefallen. Jules war tot. Aber der Schmerz hallte nach.
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Draußen war alles ruhig. Spark und Jo hatten ihre Leute zurückgezogen. Die Sonne ging auf, ein neues Licht fiel auf das zerbombte Gelände. Kevin saß an Bastis Seite in einem Transporter. Er lehnte sich an ihn, schloss die Augen.
"Wir haben es geschafft", flüsterte er.
Basti legte einen Arm um ihn. "Wir sind noch da. Und das ist alles, was zählt."
Sie wussten, dass es nie einfach werden würde. Aber sie hatten sich. Und das war mehr als genug.
☆☆☆☆☆☆
Das Ende ist nahe
☆Eneco☆
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König(hg)
FanfictionEs ist eine Bastighg x Papaplatte Story. Es spielt in einer Parallel Welt in der Bastighg ein Mafia Boss ist und dadurch ein König der unterwelt ist. Also fals das interessant klingt lest gern rein.
