Basti POV
„Morgen", begrüßte mich Kevin etwas grummelig und mit verschlafenem Blick, als er am frühen Morgen angeschlurft kam und sich zu mir auf die sonnige Terrasse setzte.
„Ist da jemand noch nicht ganz ausgeschlafen?", scherzte ich.
Kevin nippte an seinem Kaffee und nickte nur knapp. Offenbar war er heute nicht sonderlich gesprächig. Also gönnte ich ihm seine Ruhe und ließ stattdessen meinen Blick über den wunderschönen See schweifen, den man von unserer Terrasse aus perfekt sehen konnte.
„Sag mal, Kevin.", durchbrach ich die Stille nach ein paar Minuten. „Was hältst du davon, wenn wir den Tag hier heute voll ausnutzen und einfach noch eine Nacht dranhängen? Ist ja perfektes Badewetter." Wenn ich mir seine Augenringe so ansah, konnte uns beiden eine kleine Pause nicht schaden.
Er starrte mich mit leicht geöffnetem Mund und einem mürrischen Blick an. Begeisterung sah anders aus. „Kevin, stimmt etwas nicht?", fragte ich verwirrt. Ich konnte mir nicht ganz erklären, warum ihn mein Vorschlag so irritiert haben könnte.
„Alles bestens..." Er wich meinem Blick aus und starrte grimmig auf den See. Das klang nicht sehr überzeugend.
„Sicher?"
„Wenn du mehr Abstand brauchst und deshalb nicht mehr mit mir im Bett schlafen willst, sags doch einfach.", entgegnete er, nun etwas lauter.
„Was? Nein, ähm... es waren einfach nicht mehr so viele Unterkünfte frei." Ich zwang ein Lächeln auf mein Gesicht.
„Sure, bro."
Er glaubte mir nicht. Tja, ich konnte ihm da nichts, vormachen er kennt mich zu gut. Es war keine komplette Lüge, die Auswahl an Unterkünften war wirklich begrenzt. Wenn ich länger gesucht hätte, hätte ich allerdings bestimmt etwas Anderes gefunden. Aber seit Kevin letztens mitbekommen hatte, dass ich von ihm geträumt hatte, war ich etwas nervös, dass ich noch irgendetwas komisches im Traum ausplappern könnte. Getrennte Betten waren da sicherer.
„Ich wusste nicht, dass dich das so stört.", sagte ich schließlich und schaute ihn fragend an.
„Tuts auch nicht. Warum sollte es?", antwortete Kevin gereizt. Er ignorierte meinen Blick und stand mit einem Ruck auf. „Lass uns baden gehen."
Seufzend und leicht verwirrt stand ich auf und lief ihm hinterher um meine Badesachen zu holen.
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„Wow was ne Aussicht.", staunte ich als wir beide am Ende des langen Badestegs standen und über das ruhige Wasser blickten.
Kevin nickte nur knapp, sein Gesichtsausdruck noch immer miesepetrig. Ich überlegte, wie ich die Stimmung zwischen uns auflockern konnte. Eine kühle Erfrischung würde ihm bestimmt guttun, dachte ich und legte ihm die Hände auf die Schultern. Vorsichtig schob ich ihn ein Stück näher an den Stegrand. „Na komm schon, ab ins Wasser mit dir, Kleiner"
„Nööö, geh weg.", murrt er und versuchte sich aus meinem Griff zu befreien.
Na gut, wenn nicht freiwillig, helfe ich eben etwas nach. Lachend gab ihm noch einen letzten Schubs bevor Kevin das Gleichgewicht verlor und begann in Richtung Wasser zu kippen.
Plötzlich wurde die Welt um uns langsamer. Als hätte jemand die Geschwindigkeit auf 0.25 gestellt. Wie in Zeitlupe beobachtete ich, wie Kevin erschrocken seine Augen zusammenkniff und in der Luft mit denen Armen wedelt. Ich blinzelte.
Im nächsten Moment spritzte Wasser um mich herum und glitzert in der Sonne wie tausend Sterne am Nachthimmel. Wie in Trance beobachtete ich, wie Kevin auftauchte und seine strahlend blauen Augen zum Mittelpunkt des Sternenmeers wurden.
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Sommermagie (Bastiplatte)
FanfictionNach zwölf Jahren, täglichen Streamens steht Basti kurz vor dem Burnout. Wird es Kevin gelingen, ihn aus seinem Alltagstrott zu reißen und in ein turbulent romantisches Abenteuer zu entführen? All das und viel mehr, erfährt ihr in dieser Bastiplatte...
