Elfen, Sättel & Drachen

3.1K 244 9

Ich beobachtete Aturas dabei wie er eine glühende Stange in den beheizten Ofen legte. Er und auch Tutrin schienen sehr konzentriert, also ging ich lieber hinaus zu Shruikan und lehnte mich an sein Hinterbein. Er drehte seinen Kopf zu mir und ich kraulte ihn Gedanken verloren am Kinn. Er murrte zufrieden und schloss genüsslich die Augen. Ich starrte in den Himmel und beobachtete die vorbei ziehenden Wolken. Ich sah einige Male Drachen am Himmel fliegen. Sehr wahrscheinlich waren es Kuriere, da die Drachen nicht sehr groß zu sein schienen. Es gab verschiedene Klasse von Drachen, dass stimmt, aber es gibt auch einige nicht klassifizierte Drachen. Diese sind meistens nur eine Hand groß oder sogar kleiner. Und die benutzten wir für wichtige oder dringende Botschaften. Aber es gibt natürlich auch die Drachen, die zwar ebenfalls nicht klassifiziert wurden, aber weit aus größer waren als die klassifizierten Drachen. Diese Drachen waren so gewaltig, das wir sie nicht zähmen konnten und so nennen wir sie die wilden Drachen. Ich schaute Shruikan an und bewunderte seine glänzenden Schuppen, die selbst zu Leben schienen. Plötzlich kam Aturas auf mich zu. Ich schaute zu ihm fragend auf. Er setzte sich auf einen Fels vor mich nieder. ,, So, jetzt muss das Eisen erst mal eine Weile abkühlen." Er kratzte sich an seinen bereits grauen Bart. ,, Hm, ich kann mich genau erinnern wie dein Vater hier her kam und ebenfalls einen Sattel für seinen Himmelsdrachen brauchte...Du siehst ihm nicht wirklich ähnlich. Naja jedenfalls hast du die gleichen Augen wie er und das vorlaute Mundwerk noch dazu." Ich schaute ihn überrascht und etwas verärgert an. ,,Ihr kennt meinen Vater?" Er seufzte ,,Damals habe ich ihm eine Geschichte erzählt, während wir ebenfalls warteten. Willst du sie hören? " Ich nickte erfreut.  Er nickte und räusperte sich. ,, Also gut," er sah Shruikan an, der dem alten Meisterschmied ebenfalls interessiert zuhörte, ,,Himmelsdrachen waren damals und auch schon heute eine besondere Art. Nicht nur das ihre Gestalt und Fähigkeiten sich sehr von den anderen Drachen abhob, sondern auch ihr Wesen. Sie waren sozusagen die Vorfahren aller heutiger Drachen. Sie sind laut Legende gemeinsam mit den Elfen hier in unserer Welt aufgetaucht. Dies geschah vor einigen Jahrtausenden. Sie lebten in Harmonie bis wir, die Menschen, von den Göttern erschaffen wurden und dieses Land beanspruchten. Die machthungrigsten Menschen erklärten sich selbst zu alleinigen Herrschern des Landes, doch es gab schnell Krieg zwischen den Menschen, den Himmelsdrachen und den Elfen. Die Menschen waren eifersüchtig auf das Volk der Elfen, da sie Reichtum und Drachen besaßen. Die Elfen jedoch sahen die Himmelsdrachen nicht als ihr Besitztum an und so stritten sie sich. Die Elfen, ein kindisches Volk," schnaubte er verächtlich ",zogen schließlich von dannen und schworen nie wieder in die Nähe von uns zerstörerischen Menschen zu kommen. Sie nahmen die Himmelsdrache mit, die bereits an den Elfen gebunden waren. Doch es heißt, dass die Himmelsdrachen bei ihrer Flucht mit den Elfen aus dem Land Tränen vergossen und dort wo die Tränen die Erde trafen entstand neues Leben und die heutigen Arten von Drachen entstanden. Die Menschen waren nach ihrem Sieg noch immer eigensinnig, es gab schließlich Streit um den Thron und sie bekämpften sich gegenseitig. Bis man entschied die Welt aufzuteilen und das jedes Reich seinen eigenen Herrscher haben soll. Und jetzt siehst du ja wo wir gelandet sind. Wir kämpfen immer noch miteinander um das Land, die Reichtümer und die Drachen. Unsere Königin ist noch jung und versteht anscheinend unsere Situation nicht. Wir hätten damals uns den Elfen annähern sollen, mit ihnen Geschäfte machen und uns von ihnen unterrichten lassen sollen, auch wenn man keinen von ihnen trauen kann. Schließlich weilen sie bereits seit Jahrtausenden auf dieser Erde und kennen jedes Geheimnis dieser Welt." Aturas seufzte und seine Augen wurden glasig beim erzählen. Ich hing an seinen Lippen und saugte alles auf, was der alte Meisterschmied von sich gab. ,,Dein Vater hatte auch dieses Funkeln in den Augen wie du damals, nur hoffe ich das du nicht auch so wie er, diese Geschichte zu ernst nimmst und nach den Elfen suchst um vielleicht Frieden zwischen unseren beiden Völker zu bringen...." Er stand auf und ging zurück in die Schmiede. Ich sprang auf und wollte ihn eigentlich mit Fragen wegen meines Vaters durchlöchern, aber er war bereits wieder konzentriert am schmieden. Tutrin der die ganze Zeit gelauscht hatte kam zu mir. ,,Ach hör einfach nicht auf das Geplapper des Alten. Er ist nicht mehr ganz klar im Kopf seit er gegen den Amboss mit dem Kopf gestolpert ist" sagte er und machte eine abfällige Handbewegung. Ich hörte Tutrin nicht zu, denn ich hatte nur einen Gedanken. Mein Vater hatte also nach den Elfen gesucht. Was gab es noch für Geheimnisse die mein Vater hatte?

Aya -Tochter der DrachenLies diese Geschichte KOSTENLOS!