DREIUNDZWANZIG.

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Er schlitzte mich von innen auf und ich keuchte. Ich bekam keine Luft mehr. Ich drohte zu ersticken. Ich hielt das Ganze nicht mehr aus. Ich konnte nicht mehr. Ich konnte einfach nicht mehr.

Plötzlich wurde ich von Blondie weggerissen. Ich bekam überhaupt nicht mit, was mit mir geschah oder wo ich jetzt war.

Auf jeden Fall nicht mehr in Blondies Fängen.

„Lass die Finger von ihr, du Bastard!!", zischte Milo.

Seine Stimme klang nah. Extrem nah. Sehr, sehr, seeehr extrem nah, um das noch einmal zu betonen.

Erst jetzt spürte ich, dass ich meine Hände in einen warmen Stoff klammerte und meine Augen geschlossen waren. Meine Wange schmiegte sich an diesen besagten Stoff und ich fühlte mich wohl. Ich fühlte mich geborgen.

Mein Gehirn hatte sich inzwischen vollständig selber verdaut. Ich war so neben der Spur, dass es schlimmer gar nicht mehr ging.

Ich spürte meine Beine nicht mehr. ...Füße? Was waren Füße?

Ich war so abgefuckt. Wenn ich ein Gehirn hätte und denken könnte, würde ich mich jetzt selber bemitleiden.

Ich war so wahnsinnig erbärmlich, dass es nicht mehr schlimmer ging.

„Lass sie einfach."

Und dann verlor ich den Boden unter den Füßen.... die Füße, die ich ja eh nicht mehr spürte...

.... ich schwebte .....

... irgendwo im Nirgendwo....

.... alles um mich herum wippte auf und ab .... auf und ab .... ab und auf und auf und ... ab ...... auf.......

..... ganz sanft ...... beinahe hätte ich das Bewusstsein verloren .....

........ es war so schön hier .... keiner, der mich störte .... keiner, der mich bedrohte ..... einfach keiner ..... nur dieses Wippen .... und die Wärme um mich herum, die mich einhüllte wie ein seidenes Tuch .....

„Lo?"

Nein, weck mich nicht auf.... hier ist es schön.... lass mich bitte...... bitte.........

„Laureen, bitte, schau mich an."

Wenn ich könnte, würde ich das tun.

„Laureen, wenn du nicht sofort die Augen aufmachst, bringe ich dich ins Krankenhaus."

...Mir doch egal.... mach doch..... mir egal.......

Plötzlich fuhr mir ein stechender Schmerz in die Wange und ich schrie leise auf. Schockiert riss ich die Augen auf ...

... – und blickte in das schönste Gesicht, das ich je gesehen hatte.

So viel zum Thema ‚ich musste ihn dringend meiden'.

Verdammte Scheiße.

Langsam spürte ich meinen Körper wieder.

Er war in einer komischen Lage.

So horizontal.

Und doch irgendwie nicht ganz horizontal.

Ich stellte meinen Blick scharf und ließ die Augen umherwandern.

Ich war draußen. In einer absoluten Dunkelheit. Fast-Dunkelheit.

In Milos Armen.

Er hatte einen Arm an meinem Rücken liegen und den anderen in meinen Kniekehlen.

Aha, deswegen dieses komische Horizontale-und-doch-nicht-Horizontale.

Beruhigt merkte ich, dass der Alkohol immer noch wirkte. Glaubte ich zumindest. Oder auch nicht. Keine Ahnung.

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