Basti schwieg.
Aber es war nicht mehr das kalte, abweisende Schweigen der letzten Wochen. Es war das Schweigen von jemandem, der weiß, dass er sich erklären müsste, aber nicht weiß, wie. Von jemandem, der zu lange geschwiegen hat und jetzt nicht weiß, wo er anfangen soll.
Kevin saß nur da. Leicht nach vorn gebeugt, die Ellbogen auf den Knien, als würde er sich selbst daran hindern wollen, aufzustehen und einfach zu gehen. Er starrte auf Bastis Hände, die unruhig ineinander verschränkt waren.
„Ich weiß nicht, ob du überhaupt noch mit mir reden willst", sagte Kevin leise. „Also... nach allem, wie du dich verhalten hast."
Basti zuckte kaum merklich mit den Schultern. Kein Ja. Kein Nein. Nur dieses schuldbewusste Nichts.
„Ich hab nicht gewusst, was ich sagen soll", murmelte er schließlich. „Ich... ich hab gedacht, es geht weg, wenn ich einfach nichts sag."
Kevin nickte langsam. Aber es war kein verständnisvolles Nicken. Eher ein: Ja, hab ich mir gedacht.
„Aber es ging nicht weg, oder?", sagte Kevin. „Weil du mich immer noch angeschaut hast. Als wär da was. Und dann wieder so getan, als wär da nichts."
Basti sah zur Seite, das Kinn leicht gesenkt. „Ich wollte die Freundschaft nicht kaputt machen."
„Dann hättest du mir was sagen sollen", meinte Kevin, nicht hart, aber ehrlich. „Irgendwas. Ich hab gedacht, du hasst mich. Oder du bist eifersüchtig. Oder du weißt es besser und ich bin der Idiot, der alles verkackt hat."
„Ich hatte Angst, Kevin", sagte Basti leise. „Nicht vor dir. Vor mir. Davor, was ich denke, wenn du in der Nähe bist. Davor, was passiert, wenn ich's sag. Oder wenn du's merkst."
Kevin atmete tief durch. „Ich hab's gemerkt. Schon lange. Aber ich hab gedacht, du willst nichts von mir. Du hast dich immer zurückgezogen, sobald es ernst wurde."
„Weil ich nicht wusste, was für mich Ernst ist", sagte Basti und klang dabei müder als alles andere. „Ich hab dich gesehen, mit ihr. Und ich dachte: Das ist normal. Das ist richtig. Und ich? Ich bin der, der zu viel fühlt, obwohl er's nicht darf."
„Und du hast mich einfach ignoriert", sagte Kevin ruhig. „Wochenlang. So getan, als wär alles okay. Und dann plötzlich gar nicht mehr geantwortet. Ich hab mich gefragt, was schlimmer ist: dass du mich meidest oder dass ich dich trotzdem immer noch sehen will."
Basti sah ihn zum ersten Mal richtig an. Offen. Direkt.
„Ich hab dich nicht gehasst", sagte er. „Ich hab dich vermisst. Jeden verdammten Tag. Aber ich konnte's nicht zeigen. Weil's dann echt geworden wär."
Kevins Stimme war rau. „Und jetzt?"
„Jetzt sitz ich hier und weiß nicht, wie ich das wiedergutmachen soll", sagte Basti. „Ich wollte nicht, dass du denkst, ich fühl nichts. Ich fühl zu viel."
Kevin schwieg.
Und dann, langsam: „Ich hab mit Masha geredet. Vorhin."
Basti blinzelte, überrascht. „Und?"
„Ich hab ihr gesagt, dass da was ist. Zwischen uns. Dass ich nicht mehr so tun kann, als ob ich's nicht merke", antwortete Kevin. „Sie war verletzt. Aber ehrlich gesagt... war ich das auch."
Stille. Keine unangenehme. Nur schwer.
„Ich will nicht, dass du dich für mich entscheidest", sagte Basti. „Nicht jetzt. Nicht so. Ich weiß nicht mal, ob ich's überhaupt darf, dich so zu wollen."
„Und wenn ich's trotzdem will?", fragte Kevin leise. „Dich. Nicht das Versteckspiel. Nicht das Chaos. Einfach nur... dich."
Basti schluckte. „Dann bleib."
Kevin sah ihn an. Lange. Nichts an seinem Blick war fordernd. Nur ehrlich. Offen.
Dann legte er seine Hand neben Bastis auf das Sofa. Kein Druck. Kein Griff.
Nur Nähe.
Basti bewegte seine Finger ein kleines Stück, bis sie Kevins berührten. Kein großes Zeichen. Aber genug.
Für jetzt.
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Ich, gegen das was ich fühle. (Bastiplatte)
FanfictionBasti und Kevin sind schon ewig Freunde. Beste Freunde. In letzter Zeit jedoch, distanziert Basti sich. Kevin weiß nicht ganz wieso, aber eins ist ihm klar. Er will seinen besten Freund nicht verlieren. Oder doch nicht bester Freund? (Die Bilder geh...
