Die Nacht war still. Kevin lag auf seinem Bett, die Decke bis zum Kinn gezogen, den Blick zur Decke gerichtet. Die Worte von Basti hallten noch immer in seinem Kopf wider: "Wenn du es wirklich willst, wirst du die Kette irgendwann abnehmen."
Er spürte das Gewicht des kleinen Anhängers um seinen Hals. Wie oft hatte er sich eingeredet, es sei nur Schmuck – ein kleines Band zu Leo, eine Lebensversicherung. Aber es war mehr. Ein Anker an eine Welt, der er längst nicht mehr vertraute.
Leo hatte sich heute nicht mehr gemeldet. Vielleicht hatte er gespürt, dass Kevin zögerte. Oder Jules hatte es verboten. Vielleicht hatte man dort längst gemerkt, dass Kevins Loyalität bröckelte.
Wenn sie mich verdächtigen…, dachte Kevin. Was dann?
Er zog die Decke zur Seite und stand auf. Mit zitternden Fingern griff er an die Kette. Sein Herz raste. Ein Teil von ihm schrie, sie dranzulassen. Der andere – der Teil, der nachts Bastis Stimme hörte, sein Lachen kannte, das Gefühl seiner Nähe – sagte: Es reicht.
Ein Ruck – die Kette war ab. Kevin hielt sie einen Moment lang in der Hand, sah das unscheinbare Metall an. Dann legte er sie in eine kleine Schublade, schloss sie zu und ließ sich wieder aufs Bett fallen.
Es war seltsam still. Keine Stimme mehr. Kein Druck. Nur seine Gedanken.
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Am nächsten Morgen stand Basti früh auf. Er war nie ein guter Schläfer, doch heute hatte er das Gefühl, als hätte er einen Knoten in der Brust. Als er durch das Überwachungssystem Kevins Zimmer aufrief, sah er ihn – wach, aufrecht, ruhig.
Basti zoomte näher ran.
Die Kette fehlte.
Er stand abrupt auf, ließ alles andere stehen und ging durch die Gänge direkt zu Kevins Zimmer. Die Wachen nickten ihm nur wortlos zu. Als er ankam, klopfte er nicht.
Kevin saß am kleinen Tisch, ein Notizbuch vor sich, als Basti eintrat. Er sah auf – ruhig, fast gelassen.
„Guten Morgen“, sagte er leise.
Basti blieb stehen, die Tür fiel leise ins Schloss. „Du hast sie abgenommen.“
Kevin nickte.
„Ich wollte nicht, dass du es über das System siehst. Ich wollte es dir sagen, wenn du kommst. Ich wusste… du würdest kommen.“
Ein kurzes Schweigen. Dann trat Basti näher, langsam, fast zögerlich.
„Warum?“
Kevin zuckte leicht mit den Schultern. „Weil ich dir glauben will. Und weil ich nicht weiterleben kann, wenn ich zwei Seiten bedienen soll.“
Er sah Basti direkt an. „Ich will auf keiner Seite stehen. Ich will bei dir sein.“
Die Worte hingen zwischen ihnen. Schwer. Echtes Gewicht. Basti setzte sich vorsichtig zu ihm. Seine Augen lagen auf Kevin, intensiv wie immer, aber weicher.
„Du weißt, was das bedeutet, oder?“
Kevin nickte. „Leo wird es wissen. Jules vielleicht auch. Ich hab keine Verbindung mehr zu ihnen.“
„Dann bist du in Gefahr“, sagte Basti leise.
Kevin lächelte schief. „War ich das nicht von Anfang an?“
Basti konnte nicht anders – ein schwaches Lächeln huschte über seine Lippen. Er legte eine Hand auf Kevins.
„Ab jetzt… bist du nicht mehr allein.“
Ein Moment der Stille. Dann lehnte Kevin sich langsam gegen Basti, vorsichtig, als müsste er testen, ob es wirklich echt war. Basti schloss die Augen. Er wusste, er hatte Kevin in eine Welt gezogen, die ihn fast zerstören konnte. Aber irgendetwas in ihm sagte, dass dieser Mensch der erste war, dem er mehr geben konnte als Macht. Vielleicht sogar Liebe.
☆☆☆☆
Meine Therapeut hat mir geraten zu probieren wieder eine kleine Routine aufzubauen.
Also hier das nächste Kapitel <3
Ich merke langsam wieder wie viel Spaß mir das eigentlich macht.
Ich muss mich echt für euren Support bedanken. Das gibt mir Motivation für alles<3
Danke (Wirklich)<3
Eneco
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König(hg)
FanfictionEs ist eine Bastighg x Papaplatte Story. Es spielt in einer Parallel Welt in der Bastighg ein Mafia Boss ist und dadurch ein König der unterwelt ist. Also fals das interessant klingt lest gern rein.
