Kapitel 15: Doppelte Masken

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Basti war verschwunden, als Kevin am nächsten Morgen aufwachte.

Das Sonnenlicht lag sanft auf dem Boden, aber Kevin konnte es nicht genießen. Stattdessen starrte er auf die Kette um seinen Hals. Schwarz, schlicht – von Leo. Die Wahrheit hatte ihn wie ein Schlag getroffen, und trotzdem trug er sie weiter. Vielleicht aus Gewohnheit. Vielleicht aus Angst. Vielleicht, weil es der letzte Draht nach draußen war.

Er wusste, dass Leo ihn hören konnte. Immer. Jeder Atemzug, jedes Wort – alles landete irgendwo bei Jules. Bei dem Mann, der ihn geschickt hatte. Zu Basti.

Kevin setzte sich auf die Bettkante, seine Finger umfassten den kleinen, matten Stein an der Kette.
„Ich weiß, dass du da bist“, murmelte er leise. „Dann sag auch was.“

Es knisterte kaum hörbar. Dann Leos Stimme, direkt in seinem Ohr – so leise, dass nur Kevin sie hören konnte:
„Hast du ihn schon gefragt?“

Kevin zuckte zusammen.
„Was soll das jetzt?“

„Du weißt, was. Außeneinsatz. Du musst sein Vertrauen gewinnen. Jules will ein Zeichen.“

Kevin schwieg.
In der Brust zog sich etwas zusammen.

„Du willst doch hier raus, oder?“, fuhr Leo fort. „Du willst, dass alles besser wird. Du willst mit mir weg. Denk dran – Basti ist der Feind. Nicht ich.“

„Kommt nicht so rüber“, sagte Kevin leise, aber scharf.

„Was hast du gesagt?“, fragte Leo.

„Nichts.“

Leo schwieg. Dann: „Er wird dich niemals freiwillig gehen lassen. Du weißt das. Also sorg dafür, dass er dir vertraut. Das ist deine einzige Chance. Unsere Chance.“

Das Signal knisterte, dann war es weg. Stille.

Kevin atmete schwer. Seine Hände zitterten leicht. Er hasste dieses Gefühl – diese Zerrissenheit.
Er sollte Basti hintergehen.
Aber… warum fühlte es sich falsch an?

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Später am Tag kam Basti in sein Zimmer – wieder ohne Vorwarnung, aber nicht unangenehm.

Er trug kein Jackett, nur ein dunkelgrünes Hemd, die Ärmel hochgekrempelt. In der Hand hielt er ein Tablett mit warmem Essen.

„Ich dachte, du isst nicht richtig“, sagte er ruhig. Seine Stimme war tief, fast müde.

Kevin hob die Augenbraue. „Sorgst du dich um mich?“

„Ich kümmere mich um meine Leute.“

„Bin ich jetzt ‚deine Leute‘?“, stichelte Kevin.

Basti stellte das Tablett auf dem kleinen Tisch ab.
„Das hängt ganz davon ab, wie du dich verhältst.“

Ein kurzes, fast provokantes Schweigen stand zwischen ihnen, bis Kevin grinste.
„Dann setz dich doch. Ich verhalte mich hervorragend.“

Basti zog eine Augenbraue hoch – doch er setzte sich. Erst etwas distanziert, dann lockerer. Sie redeten. Über Fabo, der angeblich nachts heimlich kochte, über Stegi und seine Zuckersucht, über Heikos neue Drohne, die versehentlich einen Hühnerstall demoliert hatte.

Es war… normal. Zu normal.

Und irgendwann fragte Kevin, ganz beiläufig:
„Warum… bist du so nett zu mir?“

Basti schaute auf seinen Teller.
„Ich könnte dich dasselbe fragen.“

„Ich war ein Spion. Vielleicht bin ich’s noch.“

„Bist du es?“

Kevin sah ihn an.
„Ich weiß es nicht.“

Ein Moment verging.

Dann sagte Basti: „Manchmal… verliert man sich selbst in der Rolle, die man spielt. Und dann weiß man nicht mehr, wer man war.“

Kevin lehnte sich zurück, die Augen auf Basti gerichtet.
„Dann hilf mir, mich wiederzufinden.“

Etwas in Bastis Blick veränderte sich. Seine Haltung wurde weicher. Vielleicht sogar verletzlich.

„Vielleicht hilft es uns beiden“, sagte er

☆☆☆☆
Sorry das so lange kein Kapitel kam.

Ich glaube ich sollte euch deshalb etwas erzählen.

Ich leide unter Depressionen und wenn ich eine meiner Depressiven fasen habe dann schaffe ich es einfach nicht mehr die Kapitel hochladen. Dies tut mir sehr leid.

Ich probiere mein bestes<3

Bis zum nächsten Kapitel

☆Eneco☆

König(hg) Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt