Basti saß auf dem Balkon eines der oberen Gebäude, die Aussicht über das GHG-Anwesen vor ihm. Die Betonmauern ragten in der Ferne auf, gesichert durch Kameras, Wachmänner und loyalen Schutz. Doch in seinem Inneren fühlte er sich heute alles andere als unantastbar.
Veni trat leise zu ihm, wie immer mit zerzausten Locken, einer zerknitterten Jacke und einem Notizbuch unter dem Arm.
„Du wolltest mich sprechen“, sagte Veni und ließ sich in den gegenüberliegenden Sessel fallen.
Basti schwieg einen Moment. Dann:
„Ich brauche deine Einschätzung. Nicht als Mitglied des Rates, sondern als Mensch.“
Veni hob die Augenbraue, nickte aber. „Gut. Schieß los.“
Basti verschränkte die Arme. Seine Stimme klang kühl, zu kontrolliert, um natürlich zu sein. „Ich werde Kevin für mich gewinnen. Ich will, dass er sich in mich verliebt.“
Veni blinzelte. „Du meinst… als Teil eines Plans?“
„Ja“, sagte Basti knapp. „Je näher er mir ist, desto eher erfahre ich, was er weiß. Und wenn er Gefühle hat, wird er manipulierbarer sein. Loyaler.“
Veni sah ihn lange an. „Und was ist mit dir?“
„Was meinst du?“, fragte Basti, doch in seiner Stimme lag ein Zögern.
Veni lehnte sich nach vorne. „Wenn du dich in ihn verliebst? Wenn du das längst tust?“
Basti sah weg. Veni seufzte. „Du bist nicht der Mann, der kalt bleibt, wenn es ernst wird. Nicht bei echten Gefühlen.“
Basti atmete tief durch.
„Dann muss ich dafür sorgen, dass es nicht echt wird.“
Veni stand auf, legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Oder du bereitest dich auf das vor, was kommt. Denn Kevin ist kein Spielstein. Du wirst dich verletzen – oder ihn.“
---
Was darauf folgte, war eine Reihe scheinbar zufälliger Treffen.
Basti lud Kevin zu Mahlzeiten ein – zuerst mit dem Rat, dann öfter zu zweit.
Sie gingen durch den Rosengarten, der am südlichen Rand des Anwesens blühte, obwohl niemand wusste, wer sich darum kümmerte. Kevin machte Witze über die Rosen – Basti lachte.
An einem anderen Tag beobachteten sie das Kampftraining von Fabo. Kevin kommentierte sarkastisch jeden zweiten Schlag, bis Basti ihn wortlos am Handgelenk packte und sagte: „Wenn du so viel weißt, trainierst du morgen mit.“
Kevin zog eine Grimasse, doch sein Blick blieb auf Bastis Gesicht hängen. Ein leichtes Lächeln – weich, fast scheu.
Abends saßen sie manchmal im Salon. Basti brachte Bücher, Kevin brachte… Chaos. Er las laut, übertrieben, spielte mit Stimmen. Basti tat, als wäre es lächerlich – doch sein Blick blieb immer ein wenig zu lange auf Kevin haften.
An einem verregneten Tag überraschte Basti ihn mit einem alten Filmprojektor. Kevin hatte sowas noch nie gesehen. Sie saßen nebeneinander auf einem zu großen Sofa. Kevin lachte so laut, dass Basti ihn einmal zum Schweigen bringen musste, mit einer Hand auf seinem Knie.
Kevin verstummte.
Schaute ihn an.
Und sagte: „Du bist anders, als ich dachte.“
---
An einem dieser Abende stand Basti plötzlich vor Kevins Tür.
„Ich wollte nur sehen, ob du…“, begann er. Doch Kevin öffnete ihm die Tür ganz.
„Komm rein. Ich kann eh nicht schlafen.“
Das Zimmer war kaum verändert, aber persönlicher. Ein Hoodie lag über dem Stuhl, ein zerknittertes Notizbuch lag auf dem Tisch, ein zerbrochener Kugelschreiber daneben. Basti setzte sich auf die Fensterbank.
„Worüber denkst du nach?“, fragte Kevin nach einer Weile.
Basti antwortete nicht sofort.
„Jules. Immer wieder. Und… über dich.“
Kevin trat näher. „Du hast viel aufgegeben. Und du hast mich hierher gebracht. Ich hab dich gehasst, Basti.“
„Ich weiß.“
„Aber ich hasse dich nicht mehr.“
Stille.
Basti sah ihn an. Seine Stimme war rau, als er fragte:
„Warum?“
Kevin trat noch näher, stand jetzt direkt vor ihm.
„Weil du mich ansiehst, als wäre ich jemand. Nicht nur… ein Werkzeug.“
Basti hob die Hand, berührte Kevins Gesicht – kurz, fast zögerlich.
Dann zog Kevin ihn näher. Ihre Lippen trafen sich.
Es war kein stürmischer Kuss. Es war vorsichtig. Langsam. Und doch voller Spannung. Als hätte all das lange zwischen ihnen geschwommen – und jetzt endlich einen Weg nach draußen gefunden.
Als sie sich lösten, blieb Kevin noch einen Moment mit der Stirn an Bastis Brust gelehnt.
Basti schloss die Augen.
Verdammt.
Er fühlte zu viel.
☆☆☆☆☆
Bis Morgen
☆Eneco☆
DU LIEST GERADE
König(hg)
FanfictionEs ist eine Bastighg x Papaplatte Story. Es spielt in einer Parallel Welt in der Bastighg ein Mafia Boss ist und dadurch ein König der unterwelt ist. Also fals das interessant klingt lest gern rein.
