ZWEIUNDZWANZIG.

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Rosies Hand war immer noch in meiner und ich riss sie hinter mir her. Ich sah nichts außer Milo.

Milo.

Endlich war ich bei ihm. Ich knallte mit voller Geschwindigkeit gegen seine muskulöse Brust, ließ Rosies Hand reflexartig los und klammerte mich an ihn. Ich schlang die Arme um seinen Hals und vergrub mein Gesicht in seiner Halsbeuge. Meine Füße schwebten über dem Boden.

Eine Stimme in meinem Kopf schrie mir zu, dass ich gefälligst verschwinden sollte, dass ich alles mit jedem Schritt, den ich weiter auf ihn zu gerannt war, nur noch schlimmer gemacht hatte – aber ich nahm nichts um mich herum wahr. Ich spürte nicht einmal Rosies Hände an meinem Rücken.

Das Einzige, was ich spürte, waren Milos Arme, die sich ebenfalls um mich schlangen. Er drückte mich so fest an sich, dass ich gar nicht mehr atmen konnte. Aber das machte mir nichts aus. Ich keuchte und versuchte verbissen, die Tränen zurückzuhalten.

Ich war total überrascht, dass er mich nicht von sich gestoßen hatte. Das Gossenmädchen.

„Laureen", hörte ich Milo hauchen und ein Schauer fuhr mir blitzschnell den Rücken hinunter.

Mein Herz schlug mir bis zum Hals.

Seine Wärme ging auf mich über. Ich konnte sein Herz schnell und stark schlagen spüren. Ich wusste nicht wieso, aber ich liebte das Geräusch. Es belebte mich.

Im nächsten Moment machte ich mich ruckartig von den beiden los, was sie überraschte und sie mich verdattert losließen. Ich sprang zwei Schritte zurück und drehte mich um. Ich suchte gehetzt mit den Augen die Dunkelheit ab, aber die Ferrets waren verschwunden. Sie waren in eine der Nebenstraßen geflohen.

Wut wallte in mir auf und ich hätte am liebsten losgeschrien. Sie waren solche Feiglinge!! Wenn ich alleine auf einer Bank in der Dunkelheit saß, konnten sie mich angreifen, aber sobald ein Kerl mir zu Hilfe kam, hauten sie ab!! Das war einfach so erbärmlich!!!

Am liebsten würde ich ihnen jetzt folgen und sie allesamt umbringen. Auf der Stelle.

Aber jetzt kannten sie Rosie und Milo.

Ich wirbelte wieder herum und starrte die beiden Geschwister an. Zwei Paar dunkelbraune Augen erwiderten meinen Blick. Ich stand da wie versteinert. Scheiße. Scheiße ich musste hier sofort weg! Sofort!!

„Wo warst du die ganze Zeit?! Ich bin gestorben vor Sorge!!", schnauzte Milo mich jetzt auf einmal an und ich zuckte zusammen. Damit hatte ich nicht gerechnet.

Seine Augen funkelten mich aufgebracht an. Ich starrte zurück, wurde von seinem Blick verschlungen und war nicht in der Lage, etwas zu sagen. Er verschlug mir wirklich die Sprache.

„Wo zum Teufel warst du?!? Wo?!?? Ich dachte schon..ich dachte... du seist.... scheiße, Laureen, das war wirklich nicht witzig!!!"

Er war auf mich zugekommen und hatte mich an den Oberarmen gepackt. Ein Schmerz durchschoss meine Arme, aber ich bemerkte ihn kaum. Ich sah nur die dunklen Augen unmittelbar ein paar Zentimeter vor mir, fuchsteufelswild und gleichzeitig erleichtert. Sein keuchender Atem fuhr leicht über mein Gesicht.

Ich war überfordert. Komplett überfordert.

Und ich musste hier weg. Sofort. Ich hatte die beiden in Gefahr gebracht und da würden sie nie wieder heil herauskommen.

Ich versuchte, mich von Milos Griff zu befreien, aber ich schaffte es nicht.

„DU hast dir Sorgen gemacht?! Du?! Dass ich nicht lache!", zischte ich durch meine zusammengebissenen Zähne und funkelte ihn mit meinen hellen Augen an. „Du hast dir um das Gossenmädchen Sorgen gemacht?! Süß. Wirklich süß. Aber das ist mir scheißegal!"

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