☆Kapitel 6: Der innere Schwur☆

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Die Nacht war still. Kein Laut drang durch die Wände des GHG-Anwesens. Doch Bastighg lag wach.

Er lag nicht oft wach. Normalerweise schloss er die Augen, seine Gedanken ratterten noch ein paar Minuten, dann schlief er – wie ein Panzer, abschaltend, kompromisslos.

Doch nicht heute.

Er starrte an die Decke seines Schlafzimmers, das Licht des Monitors tauchte den Raum in ein schwaches Glühen. Auf dem Bildschirm: ein Live-Feed. Kevin.
Papaplatte.

Er schlief, zusammengerollt auf dem Sofa im kleinen Zimmer, in das Basti ihn hatte sperren lassen. Eine Decke halb über sich, das Gesicht halb im Kissen vergraben.
Basti wusste nicht, warum er überhaupt zusah.
Und noch weniger, warum er sich sorgen machte.

Er ist nichts. Ein Fremder. Ein dummer, verplanter Typ, der zufällig in ein überfallenes Haus gestolpert ist. Ein Risiko.
Aber das war nicht die Wahrheit.

Die Wahrheit war dieses Gefühl in seiner Brust.
Unbegründet. Irrational.
Aber heftig.

Er gehört hier nicht her. Aber wenn er bleibt, dann unter meinem Schutz.

Basti atmete tief durch und sprach es im Kopf zum ersten Mal aus:

Ich werde ihn nicht fallen lassen.

Langsam drehte er den Monitor ab und setzte sich an den Schreibtisch. Er zog einen Notizblock hervor, blätterte kurz – dann schrieb er nur drei Worte auf die leere Seite:

„Ausbildung beginnt morgen.“

---

Der Morgen kam langsam, mit Nebel, der sich über die Innenhöfe des Anwesens legte. Basti stand bereits vor Sonnenaufgang auf und ließ die obersten Mitglieder der GHG-Gang zusammenrufen. Eine Versammlung des Innersten.
Nur acht Personen durften teilnehmen. Neun, die über den Kurs der Organisation mitbestimmten – oder es zumindest dachten.

Der Sitzungssaal war lang, aus grauem Beton, mit einem schweren Holztisch in der Mitte. Auf jeder Seite vier Stühle. Basti saß an der Stirnseite – wie immer.

Nach und nach kamen sie herein:

Stegi, der älteste von allen – in den Augen mancher ein Genie, in den Augen der meisten einfach verrückt. Sein Lachen war unheimlich, aber seine Strategien funktionierten.

Heiko, Bastis rechte Hand für alle digitalen und geheimen Operationen. Immer leise, immer schnell.

Veni, loyal bis in den Tod. Er würde für Basti durchs Feuer gehen – wortlos.

Fabo, Ausbilder der Kämpfer. Körper wie ein Panzer, Disziplin wie ein Soldat.

Veto, charmant, gebildet, eiskalt – kümmerte sich um alles mit Geld: Schwarzgeld, Konten, „Spenden“.

Faister, einer der jüngeren behielt Übersicht über das gesamte Ghg Gebiet.

Und dann: Hugo, Wichtiger aka Mike, und Nooreax – die drei, von denen keiner so genau wusste, warum sie überhaupt dabei waren. Aber sie waren da. Immer.

Basti wartete, bis alle saßen. Dann stand er auf. Keine Begrüßung. Keine Umwege.

„Letzte Nacht habe ich eine Entscheidung getroffen“, begann er ruhig. „Wir haben eine Spur zu PVP – noch nichts Konkretes, aber ein möglicher Zugang.“

Die Köpfe hoben sich. Veni beugte sich leicht nach vorne. Heiko blinzelte nicht mal. Nur Stegi grinste seltsam.

„Dieser Zugang wird nicht getötet. Noch nicht. Stattdessen wird er trainiert. Ausgebildet. Auf unsere Art.“
Er machte eine kurze Pause. „Sein Name ist Kevin. Papaplatte.“

Veto hob eine Augenbraue. „Der verplante Typ aus dem Haus?“
„Genau der“, erwiderte Basti knapp.

Fabo schnaubte. „Und du willst ihn zu einem von uns machen?“

„Ich will sehen, ob er’s überlebt“, sagte Basti kühl. „Und ob er brauchbar ist.“

Heiko schob sich sein Tablet zurecht. „Was genau weiß er über PVP?“

„Noch nichts“, log Basti ohne mit der Wimper zu zucken. „Aber es gibt Hinweise, dass er über eine Verbindung verfügt. Indirekt.“

Veni meldete sich leise zu Wort: „Wird er in unser System integriert? Oder bleibt er unter Beobachtung?“

„Beides“, sagte Basti. „Er wird trainiert. Von Fabo. Aber jede Bewegung, jedes Wort, jede Geste – ich will, dass sie dokumentiert wird.“

Mike, der selten etwas sagte, murmelte: „Was, wenn er ein Spion ist?“

Basti sah ihn an.
„Dann wird er’s nicht lange überleben.“

Stegi lachte plötzlich laut. „Ich find den witzig! Der hat das Chaos-Auge!“

Alle ignorierten ihn.

Basti sah in die Runde. „Wir behandeln ihn wie einen Anwärter. Mehr nicht. Noch nicht. Aber keiner rührt ihn an. Verstanden?“

Neun Nicken.
Ein neuer Schatten war in den inneren Zirkel getreten.
Und keiner wusste, was das bedeutete.

Außer Bastighg.
Er wusste es ganz genau.

☆☆☆☆☆☆☆☆☆

Heute kommt das Kapitel schon so zeitig weil ich es sonst erst 22:30uhr hochladen könnte.
Das wollte ich euch nicht antun.

Habt ihr Ideen für Leute aus der ghg bubbel die ich mit einbauen könnte?

Okay dann bis morgen;^)

Ich hoffe es hat euch gefallen<4

☆Eneco☆

König(hg) Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt