„Heiko. Ich will, dass du mir alles über diesen Kevin rausfindest. Alles.“
Bastighg stand im schwach beleuchteten Flur, seine Stimme kühl und kontrolliert.
Heiko, seine zweite rechte Hand – Spezialist für Recherche, Technik und digitale Spuren – sah ihn aufmerksam an. „Papaplatte? Klar. Was genau willst du wissen?“
„Seine Vergangenheit. Familie. Beziehungen. Vor allem…“ – Bastis Blick wurde schärfer – „…wer dieser Leo ist. Ich will jedes Detail. Jedes verdammte Foto. Wenn der Typ einmal einen Coffee-to-go bestellt hat, will ich wissen, in welchem Becher.“
Heiko nickte nur, keine weiteren Fragen. Er wusste, dass Bastighg keine halben Sachen duldete.
---
Wenig später trat Basti in sein Büro. Die Tür fiel mit einem dumpfen Geräusch ins Schloss, und für einen Moment war nur das Ticken der schweren Uhr zu hören.
Er ließ sich in den ledernen Sessel sinken, stützte die Ellbogen auf die Schreibtischplatte und starrte in das matte Glasfenster. Doch seine Gedanken waren nicht im Hier und Jetzt.
Sie waren bei ihm.
Jules.
Die Erinnerungen kamen ohne Vorwarnung.
Die Nächte. Die Gespräche. Der Aufbau ihrer kleinen gemeinsamen Welt – eine Welt, die sie selbst regieren wollten. Zwei Könige, Seite an Seite.
Und dann der Verrat.
Ein Messer.
Ein warmer Kuss – und ein kalter Stich.
Er erinnerte sich an Jules' Augen in dem Moment, als er zustach. Nicht voller Wut. Sondern traurig. Fast liebevoll.
„Wenn du tot bist, bist du frei.“
Basti zog langsam sein Hemd auf und fuhr mit den Fingern über die Narbe, die sich quer über seinen Brustkorb zog. Eine tiefe, leicht gewundene Linie. Sie brannte noch immer manchmal – nicht körperlich, sondern da, wo man Narben nicht sehen konnte.
Jules war danach verschwunden. Untergetaucht.
Und Gerüchten zufolge hatte er eine neue Organisation gegründet. Den Namen hatte Basti nur ein einziges Mal gehört, bei einem abgehörten Funkruf –
PVP.
Er wusste nichts Genaues. Keine Mitglieder. Keine Struktur. Nur, dass Jules lebte. Und dass PVP kein kleines Spiel war.
---
Das schrille Piepen der Gegensprechanlage riss ihn aus den Gedanken.
„Basti? Ich hab was.“ Heikos Stimme.
„Rein.“
Die Tür öffnete sich, Heiko trat ein, ein Tablet in der Hand. Er wirkte angespannt. „Also… über Kevin hab ich fast alles gefunden. Geburtsort, Familie, Exfreunde, Wohnadresse, alte Twitch-Videos, Essensbestellungen, sogar ein altes Bewerbungsvideo von 2015.“
„Und Leo?“ fragte Basti ruhig, ohne aufzusehen.
Heiko zögerte. Dann schüttelte er den Kopf. „Nichts.“
„Nichts?“
„Als ob er nicht existiert. Keine Sozialversicherungsnummer. Keine Schule, keine IP, kein Foto. Nichts, Basti. Wenn du mich fragst – Leo ist ein Schatten. Vielleicht sogar ein Deckname.“
Basti lehnte sich zurück, fuhr sich durch die Haare. „Oder jemand, der von PVP gedeckt wird.“
Heiko blickte auf. „Du glaubst, Leo hat mit Jules zu tun?“
„Ich glaube gar nichts. Noch nicht. Aber ich werde es rausfinden.“ Seine Stimme war jetzt leiser. Und gefährlicher.
Heiko nickte und verließ das Büro.
---
Unten im Westflügel schlug Kevin – Papaplatte – erneut mit der Faust gegen die Tür. Seine Knöchel waren rot, teilweise aufgerissen, seine Stimme längst heiser.
„Hallo?! Hört mich irgendjemand?! Ich… ich will hier raus! Ich hab nichts gemacht, verdammt nochmal!“
Er war allein. Seit Stunden. Kein Wasser. Kein Fenster. Nur eine Kamera an der Decke, die rot blinkte.
„Leo… Leo bitte… wenn du das irgendwie sehen kannst… ich weiß nicht, wo ich bin…“
Er fuhr mit den Händen über die Wände, suchte nach einer losen Stelle, nach einer Schwachstelle – irgendwas. Doch der Raum war perfekt. Kein Fehler. Kein Spalt. Kein Entkommen.
„Ihr könnt mich nicht einfach hier behalten!“ schrie er. Dann schlug er erneut gegen die Tür. Und nochmal. Und nochmal.
Die Minuten vergingen.
Seine Kräfte schwanden.
Sein Blick wurde leerer.
Schließlich sank er in die Knie. Sein Körper zitterte. „Leo…“
Dann kippte er auf die Seite.
Und blieb liegen.
Bewusstlos.
---
Bastighg saß noch immer in seinem Büro. Er hatte das Überwachungsvideo im Livestream offen. Sah, wie Kevin gegen die Tür kämpfte. Sah seine Wut. Seine Angst. Seine Liebe.
Und tief in ihm – verborgen hinter Schichten aus Stahl und Macht – regte sich etwas, das er nicht verstand.
Ein Echo.
Ein Widerhall.
Nicht von Jules.
Von Kevin.
☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆
666 Wörter
Mir ist wieder kein besserer Name als Jules eingefallen falls wer Ideen hat?
Wie hat es euch gefallen?
Bis morgen
☆Eneco ☆
DU LIEST GERADE
König(hg)
FanfictionEs ist eine Bastighg x Papaplatte Story. Es spielt in einer Parallel Welt in der Bastighg ein Mafia Boss ist und dadurch ein König der unterwelt ist. Also fals das interessant klingt lest gern rein.
