☆Kapitel 2: Mitfahrer☆

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Die Tür des schwarzen Wagens wurde aufgerissen, und Papaplatte wurde ohne große Worte auf den Rücksitz gedrückt. Noch immer wirkte er vollkommen überfordert. Seine Haare standen wild in alle Richtungen, und Krümel vom Croissant hingen noch an seinem Shirt.

Basti, König GHG, ließ sich mit einem kaum hörbaren Seufzen neben ihn gleiten. Die anderen Männer verteilten sich vorne. Stegi warf durch den Rückspiegel einen misstrauischen Blick auf den Neuankömmling.

„Er fährt bei mir mit,“ sagte Basti ruhig, aber bestimmt.

Stegi verzog keine Miene, nickte knapp und gab dem Fahrer ein Zeichen zum Losfahren. Der Motor brummte wieder los, und die dunkle Limousine glitt durch die engen Gassen der Stadt.

Papaplatte, der inzwischen etwas wacher war, rieb sich die Augen.

„Ähm… Leute, ohne Witz, was passiert hier gerade? Ich dachte, ich such mir einfach Brötchen, und jetzt sitz ich in nem Mafia-Batmobil mit Typen, die aussehen, als ob sie gleich den Präsidenten stürzen.“

Basti drehte den Kopf langsam zu ihm. Seine Augen musterten Kevin, als würde er ein unlesbares Buch zu entschlüsseln versuchen.

„Wo wohnst du?“

Kevin blinzelte. „Was?“

„Ich frag dich, wo du wohnst. Adresse.“

„Äh… also… ☆☆☆☆☆straße 72. Zweiter Stock. Wieso?“

„Wir holen deine Sachen.“

Papaplatte starrte ihn an, als hätte er gerade gesagt, sie würden gleich zur ISS fliegen. „Meine Sachen? Was für Sachen? Ich hab da nur ’ne Switch, nen Kaktus und meine 3-Liter-Apfelschole-Flasche. Ich wohn da zur Untermiete, Bro. Ich zieh doch nicht einfach aus! Was soll das?“

„Doch. Ab heute wohnst du woanders.“

„Wie — was? WARUM?!“

Basti antwortete nicht sofort. Er schaute zum Fenster hinaus, sein Blick ruhte auf den vorbeiziehenden Gebäuden, aber sein Geist war woanders.

Warum tat er das eigentlich?

Er war nicht der Typ, der planlos handelte. Seine Entscheidungen waren immer berechnet, präzise und strategisch. Und doch hatte er diesen Trottel nicht erschossen – obwohl es logisch gewesen wäre.

Vielleicht, weil er zu dämlich zum Sterben war. Vielleicht, weil es etwas gab, das selbst Basti noch nicht verstanden hatte.

Oder vielleicht, weil er instinktiv spürte, dass dieser Papaplatte – so nutzlos er im Moment auch wirkte – irgendein Potenzial hatte.

„Du ziehst um,“ wiederholte Basti schließlich. „Du wirst ausgebildet.“

Papaplatte riss die Augen auf. „Moment. Ausgebildet? Wie bei Pokémon? Was ist das hier, GHG-Akademie?“

Basti verzog die Lippen zu einem kurzen, spöttischen Grinsen. Das erste Anzeichen von Humor seit Stunden.

„Sowas in der Art.“

---

Sie hielten vor einem heruntergekommenen Altbau in der ☆☆☆☆☆straße. Drei Männer begleiteten Papaplatte nach oben, während Basti im Wagen blieb und eine neue Zigarette anzündete.

Kevin schloss mit zitternden Fingern die Tür auf. Die Wohnung roch nach kaltem Rauch, Energy-Drinks und Chipskrümeln. Ein zerknittertes „Ticki Tacka“-Poster hing schief an der Wand.

„Nehmt das mit, das, das… und das da auch. Aber vorsichtig mit dem Kaktus, der heißt Günther,“ sagte Papaplatte und wirkte dabei wie jemand, der gerade von Außerirdischen entführt wurde, aber trotzdem höflich bleiben will.

Zehn Minuten später war alles Nötige im Kofferraum verstaut.

„Also, ich sag’s jetzt nochmal – ich hab keine Ahnung, was hier los ist,“ murmelte Kevin, während er sich wieder neben Basti setzte. „Ich war einfach zur falschen Zeit am falschen Ort, oder? Oder hast du ein Herz für verwirrte Streamer?“

Basti sah ihn kurz an. „Vielleicht.“

„Und wohin geht’s jetzt? In ’ne Villa mit Pool? Kriegsgebiet? GHG-Hauptquartier mit eigenem Gym?“

„Zu mir.“

Kevin schluckte. „Ach du Scheiße.“

Sie fuhren los. Draußen färbte sich der Himmel in dunklem Orange, die Sonne versank langsam hinter den Hochhäusern.

Im Auto herrschte eine seltsame Ruhe.

Kevin starrte schweigend auf seine Knie. Dann: „Also… krieg ich wenigstens WLAN?“

Basti antwortete nicht sofort. Dann murmelte er leise: „Wenn du überlebst, ja.“

Papaplatte lachte nervös. „Ha… witzig… du meinst das als Witz, oder?“

Wieder keine Antwort.

Papaplatte wurde blass.

Und Basti? Der starrte weiter hinaus in den Abend. Irgendwas an diesem Tag hatte alles verändert. Und obwohl er es sich selbst nicht eingestehen wollte, hatte er gerade den vielleicht absurdesten Fehler – oder genialsten Zug – seines Lebens gemacht.

☆☆☆☆☆☆☆☆☆
Und schon 2. Kapitel

Und wie hat es dir gefallen?

Was ist euer Lieblingsfach in der Schule
(Diskutieren gerade mit einem Freund darüber)

Okay dan Bis morgen Morgen
☆Eneco☆

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