Pov. Kevin
Nun war es an der Zeit Abschied zu nehmen. Abschied von meinem alten Leben und allen die mir dieses so sehr erschwert hatten. Endlich konnte ich gehen, ohne zurück zu sehen.
Die Uhr an der Wand bei Glas 6 zeigte mir, dass ich nur noch fünfzehn Minuten auf meinen Zug warten müsste. Ungeduldig, endlich wegzukommen hibbelte ich auf meinen Füßen von hinten nach vorne und wieder nach hinten.
Ein Mann, der ein paar Meter entfernt stand, warf mir einen komischen Blick zu. Doch das könnte mir im Moment nicht egaler sein. Nur noch zehn Minuten bis mein Zug ankommt.
Ich hatte nur wenig Gepäck: Einen großen Rucksack und eine alte Sporttasche. Den Rest hatte ich in meinem Zimmer bei meinen Eltern gelassen. Sie würden meine Sachen warscheinlich einfach wegschmeißen. Schon seitdem ich klein war, haben sie sich nicht mehr für mich interessiert. Nie war ich gut genug. Nie schön genug, stark genug, dünn genug, schlau genug.
Doch jetzt hatte ich Basti. Er war der erste der mir zeigte, dass ich so wie ich bin ausreichend war. Das ich nicht außergewöhnlich sein musste oder besonders. Sondern einfach ich. Bei ihm fühlte ich wohl. Er hatte mir gezeigt, dass ich mich selbst lieben konnte und mit der Zeit, liebte ich auch ihn.
Er war der, der mir geholfen hatte diesen Schritt zu wagen. Mich von meinen Eltern und meinen "Freunden" abzuwenden war nicht leicht und würde noch einige Probleme mit sich bringen, aber er würde bei mir sein. Mich unterstützen und mich halten, wenn ich es brauchte. Genauso wie ich für ihn da gewesen bin, als es ihm schlecht ging und so wie ich für ihn da sein werde, wenn er mich brauchte.
Der Zug hätte bereits vor acht Minuten ankommen sollen, doch jetzt fuhr er endlich in den Bahnhof ein. Die paar Menschen auf dem Bahnsteig drängten sich alle zu den Türen. Obwohl so wenige da waren, schubsten und drängelten die meisten.
Seufzend ließ ich mich endlich auf meinen Sitzplatz fallen. Glücklicherweise war mein Abteil, bis auf eine ältere Dame mit einem riesigen gelben Hut, so gut wie leer. Abends fuhren hier nicht so viele Zug.
Mit einem leisen Surren öffnete ich meinen Rucksack und kramte nach meinen AirPods. Ich hatte sie definitiv eingepackt, doch finden konnte ich sie trotzdem nicht. Eine leichte Panik machte sich in mir breit und ich war kurz davor meinen ganzen Rucksack auszupacken. Nachdem ich die ersten meiner Gegenstände auf den Tisch gelegt hatte, fiel mir ein auch mal meine Jackentaschen zu überprüfen. Und wer hätte es gedacht? Natürlich befanden sie sich dort.
Nachdem ich alles wieder gut verstaut hatte, verband ich meine Kopfhörer mit meinem Handy und steckte mir einen AirPod in mein Ohr. Ein weiterer Seufzer entfuhr mir, als ich meinen Kopf seitlich gegen die kühle Glasscheibe legte, welche leicht durch die Vibrationen des Zuges wackelte. Erschöpft schaute ich den Wassertropfen zu, welche langsam die Glasscheibe herunter liefen. Als Kind hatte ich mir immer vorgestellt, dass die kleinen Tropfen gegeneinander antreten würden um so schnell wie möglich das Ende der Scheibe zu erreichen.
Die Scheibe beschlug leicht von meinem warmen Atem. Müde hob ich meinen Arm und malte mit meinem Finger ein ziemlich wackeliges aber schönes Herz. Mit ein paar weiteren Strichen schrieb ich B+K in die Mitte. Ich dachte an Basti, welchen ich schon bald wieder in meine Arme schließen würde und unsere gemeinsame Zukunft. Nur wir beide. Zusammen. Mit einem Lächeln in meinem Gesicht schloss ich meine Augen und ließ mich von den Tönen meiner AirPods in einen halbwegs erholsamen Schlaf einlullen.
Aufgeweckt wurde ich durch ein leichtes Ruckeln des Zuges. Unsanft wurde ich gegen meine Armlehne gedrückt. Nach ein paar Sekunden hatte ich mich gefasst und öffnete müde meine Augen. Diese rieb ich mir nochmal mit beiden Händen, bevor ich nach meinem Handy kramte, welches ich nach ein paar Minuten auch fand. In fünfzehn Minuten müsste ich raus. Also noch genug Zeit um richtig aufzuwachen.
DU LIEST GERADE
GHG Oneshots
FanfictionEin paar GHG Oneshots, primär fluff und keine Angst, aber who knows. Größtenteils Bastiplatte, Zickzack und Filooreax maybe, denn ich finde dass es noch mehr Stories über meine Lieblingsstreamer geben sollte. Gerade ist meine Motivation hoch, aber m...
