One person, two faces

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Ich bewegte mich nicht. Meine Hände zitterten. Meine Augen blieben starr.
"Was tust du da?", kam es plötzlich aus meinem trockenen Mund.
Ich war verwundert, dass ich überhaupt etwas sagen konnte.

Ich sah Ethan emotionlos an. Er hielt eine Waffe vor Freya's Kopf.
"Ethan?", fragte ich wieder und versuchte mich anzunähern.
"Bleib dort wo du bist!", schrie er plötzlich und hielt die Waffe vor mir hin.
Ich zuckte zusammen und blieb sofort stehen.
"Keiner redet. Ihr bleibt hier und werdet alle warten.", flüsterte Ethan leise und sah uns alle verstört an.
Er verließ den Raum und schloss die Tür zu. Ich rannte zu Freya die am Boden weinte. Ich hielt sie fest und sagte nur das alles gut werden würde, ohne es wirklich selbst zu glauben.

"Wir müssen hier raus.", sagte Jason.
Wir befanden uns fast im selben Raum, als ich gekidnappt wurde. Der Unterschied war nur, dass ich nicht mehr meine Kräfte besaß und das dort eine Tür war.
"Und wie? Hier ist gar nichts. Wir haben keine Chance. Ethan ... er wird uns alle umbringen.", schluchzte Freya.
Sie hatte nicht mehr ihr andauerndes Lächeln, ihre Augen glänzten nicht vor Freude und sie war verletzt, schockiert und verwirrt. Sie tat mir unendlich leid.
"Wir haben noch eine Chance.", sagte Jason.
Ich sah ihn fragend an. Er hielt sein Finger auf seine Lippen.

Ryan und Evelyn sind noch da draußen. Als Freya und ich gekidnappt wurden, gingen Evelyn und Ryan zum Auto um Pfefferspray zu besorgen. Das eigenartige ist, dass Ethan sich nicht mehr dran erinnert, übermittelte er uns seine Gedanken.

"Wie kann das möglich sein?", fragte ich.

Es klingt vielleicht unerwartet aber ich glaube Ethan ist krank. Er hat, glaube ich, eine multiple Persönlichkeitsstörung. Er trennt das reale Geschehen vom Bewusstsein.

"So möchte er mit dem Trauma zurechtkommem.", realisierte Freya.
"Trauma?", fragte ich verwirrt.
"Als Ethan 4 Jahre alt war, wurde er von seiner Mutter geschlagen.", erzählte Freya weinend.

Er benahm sich oft sehr abwesend und eigenartig. Als wüsste er nicht wieso er überhaupt im Internat war. Oder diese anonymen Nachrichten die er bekam. Vielleicht hatte er sich selbst immer Nachrichten geschickt.

"Es passt alles zusammen. Nachts ist er nie da und er ist oft ganz verwirrt. Wie sollen wir ihm klar machen, dass er krank ist?", fragte ich.

Konnte man das überhaupt krank nennen? Es sind Persönlichkeiten.

Als sich die Tür plötzlich öffnete, kam Ethan rein. Doch etwas war anders.
"Was macht ihr? Ich hab' euch überall gesucht.", sagte Ethan.
Er sah Freya's weinendes Gesicht und kam zu ihr. Doch sie zuckte zusammen und er hielt sofort Abstand.
"Was ist los?", fragte er.

Wir müssen die Situation nutzen und die Spritze finden, Jason sah mich warnend an und zeigte zur Tür. Ich nickte.
"Ehm ... Freya hat sich nur ihren Fingernagel abgebrochen. Du weißt wie Mädchen sind, wenn es um ihre Fingernägel geht.", stotterte ich und versuchte eine plausible Erklärung zu finden.
Ethan sah uns nur verwirrt an.

Ist das dein ernst?

Ich sah Jason an und zuckte mit den Achseln.
Ich ging zur Tür und sagte:
"Schnell, sonst kommen sie zurück."
"Wer?", fragte Ethan.
"Frag nicht. Komm wir beeilen uns.", sagte Freya und versuchte zu lächeln.

Wir liefen raus und öffneten die andere Tür. In diesem Raum befand sich ebenfalls nichts. Ohne zu zögern, öffnete ich die nächste Tür. Es sah aus wie ein Labor.
"Sucht die Spritze.", sagte ich.
Wir teilten uns auf und sahen uns um.
"Ich hab' sie!", sagten Jason und Ethan gleichzeitig.
Beide hatten eine Spritze in der Hand.
"Wir nehmen alle mit die wir finden.", antwortete ich.
Wir steckten die Spritzen in meine Tasche.
Als wir fertig waren stürmten wir aus der Tür. Wir mussten uns beeilen, weil wir nicht wussten ob Ethan sich wieder verändern würde. Ein ganzes Durcheinander herrschte hier.

"Da seid ihr ja!", sagte ich und sah Ryan und Evelyn an.
"Ohne Samantha hätten wir es nicht öffnen können.", sagte Evelyn.
"Samantha?"

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