Kadse 2.0- Mecces auf süß? -Bastiplatte

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-Fortsetzung von "Kadse" weil sich das einige gewünscht haben 🗣️
-flufffff

3728 Wörter D:
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Es war 0:03 Uhr. Die Uhr auf Kevins Monitor sprang kaum merklich um, ein kaum sichtbarer Wechsel, und doch fühlte es sich an wie ein Schnitt, ein Bruch zwischen zwei Welten. Das leise, gleichmäßige Brummen des PCs, das Knacken des alten Stuhls, wenn er sich zurücklehnte, und sein eigener Atem waren zu hören, zu flach, zu schnell. Sein Herz pochte dumpf und schwer, als wolle es ihn mit jedem Schlag an das erinnern, was jetzt kam. Er reagierte auf eine weitere Donation, während er auf seiner Tastatur rumklickte.

Ohne wirklich darüber nachzudenken, klickte er Bastis Stream auf dem Zweitmonitor an. Da war er. Wie immer fokussiert, wie in seiner eigenen kleinen Welt. Die Kamera zeigte nur seine Hände, die mit vertrauter Leichtigkeit über Maus und Tastatur glitten. Rhythmisch, fast schon meditativ. Seine Stimme begleitete das Geschehen: ruhig, kontrolliert. Und doch...

Kevin hörte es sofort. Dieses winzige Beben in der Stimme, das man nur bemerkte, wenn man den anderen in- und auswendig kannte. Ein kaum merkliches Stocken in der Satzmelodie. Ein Atmen, das zu flach war. Zu bemüht. Hinter der Routine lag ein Spannungsfeld aus unausgesprochenen Gedanken. Und Kevin spürte es körperlich.

Der Chat bekam nicht mit, dass Kevin Bastis Stream gerade ansah, weil er bewusst die Audio für seine eigene Übertragung gemutet hat. Für seine Zuschauer sah er gerade einfach etwas kurz an, redete dabei nicht.

Er wusste, was heute war. Heute ist der Tag. Kein „Event“. Kein geplantes Reveal. Nur sie. Nur das, was schon lange zwischen ihnen lag. Geheim, aber allgegenwärtig. "Lass es spontan entscheiden" hatte Basti vor zwei Tagen gesagt, viel sicherer als in der einen Nacht.

Und plötzlich war sie da, diese bleierne Schwere, die ihm die Glieder lähmte. Sein Bauch fühlte sich an, als würde sich darin ein Sturm zusammenbrauen- heiß und unkontrollierbar, wie brennende Neugier, vermischt mit nackter Angst.

"Chat, ich muss mal kurz was machen", fing er an und ab jetzt gab es praktisch kein zurück mehr.

Er stand auf. Seine Beine fühlten sich an, als würden sie nicht zu ihm gehören. Schwer, wie aus Beton gegossen, jeder Schritt wie gegen einen unsichtbaren Widerstand. "Bin gleich wieder da, oder so"

Barfuß trat er in den Flur. Der kalte Boden unter seinen Füßen brachte ihn nur kurz zurück in den Moment. Seine Finger waren feucht, als hätte sein Körper längst verstanden, was sein Verstand noch zu verdrängen versuchte. Die Welt um ihn herum schien in Zeitlupe zu laufen. Licht und Schatten warfen flackernde Muster an die Wände, während er sich Bastis Tür näherte.

Er blieb stehen. Direkt davor. Nah genug, um das Summen des PCs im Inneren zu hören und vielleicht auch den leisen Klang von Bastis Stimme, der durch das Holz sickerte. Für einen Moment legte Kevin die Hand auf die Klinke. Sein Herz hämmerte. Nicht schnell, sondern laut. Voll. Mit jedem Schlag schien es zu rufen: Jetzt. Jetzt. Jetzt.

Doch er zögerte.

Ein Atemzug. Zwei.

Dann, leise, fast ein Flüstern in seinem Kopf: Tu’s einfach.

Er drückte die Klinke langsam nach unten. Die Tür gab mit einem kaum hörbaren Knacken nach.

Und öffnete sich.

Kevin trat leise ein. Die Tür schloss sich hinter ihm mit einem sanften Klick, fast wie ein Punkt am Ende eines Satzes, den man sich nicht laut zu sagen traute. Das Zimmer war nur schwach beleuchtet, hauptsächlich vom kühlen Schein der Monitore, die Bastis Gesicht in ein flackerndes Licht tauchten. Die grünen, sanften LEDs an der Decke spendeten ebenso Licht auf das Setup, waren in der Cam leicht zu erahnen.

GHG Oneshots ‼️Where stories live. Discover now