Schullandheim -Bastiplatte

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-bissi mehr als fluff aber kein smut :3

1749 Wörter :>
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Der Flur lag in Stille. Nur das leise Summen der warm weißen Neonlichter über Kevins Kopf war zu hören, während er mit den Händen in den Taschen Richtung Getränkeautomat schlenderte. Er spielten gedankenlos mit den vereinzelten Münzen in deiner Hosentasche, drehte sie zwischen seinen Fingern. Die meisten waren schon in ihren Zimmern- wahrscheinlich noch tuschelnd unter ihren Decken, heimlich am Handy oder halblaut lachend über die Erlebnisse des Tages. Die Lehrer hatten längst zur Nachtruhe gerufen, doch niemand hielt sich wirklich daran. Er schlenderte den langen Gang entlang, sein Ziel waren die zwei Automaten am Ende des Flurs. Nh kleine Chipstüte und eine Cola vielleicht, etwas, das ihm über die Langeweile des späten Abends hinweghelfen würde.

Kevins Gedanken schweiften ab, waren jetzt woanders. Bei ihm

Seit zwei Wochen war alles anders. Seit jener Nacht, als sie sich eingestanden hatten, was zwischen ihnen wirklich war. Zwei Wochen seit dem ersten Kuss, seit sie heimlich hinter den anderen zurück bleiben, Hände sich zufällig streiften, Blicke länger hielten als nötig oder ausversehen auf den Lippen des jeweils anderen lagen. Denn niemand wusste es. Nichtmal ihre engstem Freunde. Sie scherzten in der Gruppe, lachten, redeten über belanglose Dinge- doch jedes Mal, wenn sich ihre Blicke trafen, lag da diese unausgesprochene Spannung, die Kevin verrückt machte.  Auch ihre Mitschüler wussten es ist, nicht ihre Eltern und auch nicht die Lehrer. Für alle anderen waren sie noch immer einfach Kevin und Basti- unzertrennlich seit Jahren, beste Freunde, die zusammen durch dick und dünn gingen. Zwei Jungs, die immer zusammenhingen, die einander alles erzählten. Doch jetzt war da dieses unausweichliche, neue Geheimnis zwischen ihnen. Eine unsichtbare Mauer, die sie errichtet hatten, um ihr Innerstes vor der Welt zu verbergen. Und je höher sie diese Mauer bauten, desto mehr fühlte es sich an, als würde es ihnen die Luft zum Atmen nehmen.

Hier, im Schullandheim, war es noch schlimmer. Sie waren ständig von anderen umgeben, konnten nie wirklich allein sein. Jeder Schritt, jede Geste, jedes Wort wurde beobachtet. Jedes noch so kleine Zeichen, das ihre neu entdeckten Gefühle hätte verraten können, musste unterdrückt werden. Aber Abstand könnten sie auch nicht halten, da das wieder viel zu auffällig wäre. Irgendwie mussten sie den schmalen Grad zwischen Besties und Verliebten passieren, ohne sich zu verraten. Das klappte auch relativ gut. Sie lachten in der Gruppe, machten Witze, verhielten sich genau wie immer- doch jedes Mal, wenn sich ihre Blicke trafen, brannte es. Ein Feuer, das Kevin kaum unter Kontrolle halten konnte. Gott sei Dank blieb das meistens unbemerkt, da es wie ein stilles Gespräch zwischen den beiden war, niemand musste irgendwas sagen.

Kevins Gedanken schweiften weiter.

Er wusste nicht, ob es gut oder schlecht war, dass er und Basti nicht im selben Zimmer untergebracht wurden. Einerseits hätte er nichts lieber getan, als jede Nacht neben ihm einzuschlafen, sein leises Atmen zu hören, vielleicht sogar unbemerkt seine Nähe zu suchen. Jeden Morgen sein Gesicht als erstes zu sehen, einen stummen Morgenkuss zu teilen. Andererseits wäre es die reinste Folter gewesen. Die Zimmer waren Dreierbelegungen, damit hätte es nie eine ruhige Minute für sie beide gegeben. Nie einen Moment, in dem sie einfach sie selbst hätten sein können. Immerhin war er mit 2 guten Freunden auf einem Zimmer, wenigstens etwas.

Er war gerade einmal an den ersten Zimmern vorbei gelaufen, hörte nebenbei wie links von ihm im Raum zwei Mädchen aus seiner Klasse leise kreischten und im Stockwerk unter ihm irgendein Schlüssel auf den Boden fiel, als eine Tür mit einem ruhigen Knarren aufging. Irgendwie war das Knarren das einzigste, was zu Kevins Bewusstsein Durchdrang, selbst wenn es leiser war als alles andere um ihn herum.

Er blieb abrupt stehen. 

Basti trat aus dem Duschraum zwei Zimmer weiter, Dampf zog in feinen Schlieren an ihm vorbei in den Flur, man konnte deutlich sehen wie die warme und neblige Feuchtigkeit mit der klaren und kalten Luft des Flures kollidierte. Seine Haare- schwarze Locken, die jetzt nass und wild zerzaust auf seiner Stirn lagen- glänzten noch feucht im schwachen Licht. Wassertropfen rannen an seinen Schläfen hinab oder fielen aus einzelnen Haarsträhnen, folgten den Linien seiner hohen Wangenknochen, seinem markanten Kiefer, bevor sie auf die nackte Haut seiner Brust fielen. Seine Haut schimmerte warm, noch leicht gerötet vom heißen Wasser, die kühle Luft des Flurs ließ feine Gänsehaut über seine Arme wandern. Er trug nur eine tief auf den Hüften sitzende Jogginghose und Kevin konnte nicht anders, als den Blick über die weiche V-Linie an seinem Bauch gleiten zu lassen.

GHG Oneshots ‼️Where stories live. Discover now