Perlenmeer Kapitel 17

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Was bisher geschah:

„An dem Abend hat mir Maya einen Korb gegeben“, sagte er schnell und sah geradeaus. Bei seinen Worten blieb mir die Luft weg und ich schluckte.

Das hätte ich jetzt nicht erwartet.

Maya?

Dann hatte wohl mehr hinter ihren Worten gesteckt, als gedacht. Vor einer Woche, als sie erfuhr, dass Ace und ich uns geküsst hatten... Sie hatte gesagt ich solle nächstes Mal nachdenken bevor ich so etwas geschehen lassen würde. Sie hatte ganz sachte angedeutet, dass ich sie als auch die anderen dadurch verlieren könnte...

Jetzt wurde mir einiges klar... Ob wohl irgendjemand von Ace und Maya wusste?

„Oh...“, bemerkte ich ziemlich lange später.

Er seufzte.

„Ich kenne Maya jetzt schon einige Jahre und... habe ihr meine Gefühle gestanden.“ Er zuckte mit den Schultern und als wir das Ende der Strasse erreichten, machten wir einfach kehrt und gingen zurück in die Richtung seines Hauses.

„Das tut mir leid. Hat sie auch gesagt wieso?“, fragte ich vorsichtig.

Er schüttelte den Kopf

~

 „Du und eine Meerjungfrau?“, fragte er vorsichtig, hatte ein süffisantes Lächeln auf.

„Ja. Hundert Prozent. Oder hast du mich jemals baden gesehen? Sobald ich nass werde, verwandle ich mich in eine Meerjungfrau“, erwiderte ich ganz ernst, es ergab sich grad so gut. Auch wenn das Gespräch extrem seltsam war, es schien einigermassen normal zu sein... Ich meine, immerhin unterhielt ich mich mit ihm!!

„Das würde ich sehr gerne sehen.“

„Erst musst du -“ mich vor dem Sonnenuntergang küssen, sonst werde ich in Schaum verwandelt. Ich beendete den Satz nicht und errötete.

~

Kapitel 17 

Maya biss wütend in ihren Apfel. In sich hinein gekauert sass sie neben mir in der Wiese, ihr Blick tief und nachdenklich. Weit in die Ferne gerichtet. Ich sah von meinen Hausaufgaben auf und stellte fest, dass sie die Freistunde nicht wirklich genoss.

„Was hast du?“, fragte ich verwirrt und folgte ihrem Blick. Doch da war niemand ausser uns.

Sie zuckte mit den Schultern und nahm einen weiteren Biss von ihrem mehligen Apfel, sie schauderte und schluckte mit verzogenem Gesicht. Legte den angefangenen Apfel neben sich und seufzte tief.

„Nichts.“ Mit grossen Augen sah sie mich an.

„Ach komm schon.“ Ich runzelte die Stirn und musterte ihre verbitterte Miene.

„Hast du schon gewusst... Agnes hat Ace gefragt ob er mit ihr ausgeht und er hat ja gesagt!“ Sie lachte breit und jetzt verstand ich. Und mir fiel ein, dass ich noch immer nicht mit ihr darüber gesprochen hatte. Nach meinem Gespräch mit Ace hatte ich es mir vorgenommen... Dann aber war so viel passiert zwischen Yuri und mir, dass ich die Sache mit Maya und Ace völlig vergessen hatte.

Ich legte mein Mathematikheft zur Seite und holte tief Luft.

„Ace hat es mir erzählt“, begann ich und Maya brauchte einen Moment, bis sie verstand was ich meinte. Sie sass im Schneidersitz vor mir, trug ein ausgewaschenes weinrotes Shirt, das ihre braun gebräunte langen dünnen Arme hervorhob. Ihr blondes Haar hatte sie zu einem Dutt gebunden. Fragend sah sie mich an.

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