ACHTZEHN.

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„Wir müssen etwas machen."

„Ich kann nicht so weitermachen... es bringt mich um.. ich kann nicht.. ich...."

Ich driftete ab.

Stille.

Vielleicht sagten sie auch noch etwas, aber ich hörte nichts. Ich nahm nichts wahr.

Jemand hob mich wieder hoch und trug mich hinüber zu einem Bett. Ich erinnerte mich dunkel daran, dass ich hier schon gelegen hatte. Schon oft gelegen hatte. Lange.

In den letzten Tagen.

Wochen.

Monaten.

Ich spürte, wie mich jemand ablegte. Ich blieb in der verkrüppelten Haltung liegen, in der mich der Mann niedergelegt hatte.

Das schwarzhaarige Mädchen weinte immer noch. Sie kam leise schluchzend zu mir und zog sanft an meinen Armen, damit sie meinen Körper in eine bequemere Lage bringen konnte. Dann zog sie die Decke über mich, die am Fußende lag.

Ich hatte nie gewusst, dass man sich seinem eigenen Körper so fremd fühlen konnte. Ich spürte ihn um mich herum – aber er war nicht ich. Er war hier, aber irgendwie doch nicht.

ICH war hier, aber irgendwie doch nicht.

Ich schloss die Augen.

Bitte.

Bitte lasst mich einfach nur sterben.

Das Mädchen ging wieder und ich war wieder alleine. Nicht dass ich es bemerkte. Ich war immer alleine, egal ob sich jemand unmittelbar neben mir befand oder ob ich irgendwo alleine auf einem riesigen Bett lag.

Ich war einsam. Alleine. Ich würde mich nie wieder irgendwo wohl oder willkommen fühlen.

Mein Leben hatte keinen Sinn mehr, wieso konnten sie das nicht einsehen?

Wieso hatten sie mich aufgehalten?

Es war nicht fair.

Reglos blieb ich liegen.

Stunde um Stunde.

Die junge Frau stand auf.

Der Mann stand auf.

Sie frühstückten.

Er ging.

Sie ging.

Ich war wieder alleine.

Ich machte mir überhaupt nicht die Mühe und suchte nach einem anderen Gerät, mit dem ich mich verletzen konnte. Ich wusste, dass sie alles gründlich durchgeschaut hatten und ich nichts mehr finden würde.

Obwohl... wahrscheinlich würde ich schon irgendetwas finden. Man konnte immer irgendetwas finden.

Aber ich konnte nicht einmal mehr die Kraft aufbringen, mich zu bewegen. Ich hatte keine Willenskraft mehr, keine Lebenskraft mehr. Ich wollte einfach nicht mehr.

Also blieb ich hier liegen, starrte an die Decke und dachte wie immer an – nichts.

Leere.

Schweigen.

Stille.

Keine Emotionen, keine Gedanken, kein Ich.

Die Zeit verging so schnell.

Das Mädchen kam wieder.

Sie sah kurz nach mir und ging dann wortlos wieder. Ihr Zuhause war so klein, dass ich von hier bis hinüber in die Küche sehen konnte, wo sie sich jetzt aufhielt.

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