Immer Ärger

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Acht Uhr morgens. Mein Wecker piepste für meine Verhältnisse, viel zu laut. Verschlafen tastete ich nach dem Wecker und warf ihn dann gegen die Wand. Endlich gab er Ruhe. Gerade als ich mich wieder in mein Bett gekuschelt hatte, klopfte es hektisch an der Tür. Brummelnd erhob mich aus meinem Bett. Ich schlenderte verschlafen zur Tür und knallte mehrmals mit dem Fuß gegen die Umzugskartons, die in meiner Wohnung verstreut standen. Ich wünschte ich würde noch in Manhattan wohnen. Auch wenn man es nicht denkt, dort war es ruhiger als in Brooklyn. Leider musste ich umziehen, da mein Wohnblock an eine Firma verkauft wurde, die aus den Wohnungen Büros machen wollten. Die Wohnung hier in Brooklyn war die schnellste, die ich finden konnte, bevor ich auf der Straße landete.
Plötzlich wurde meine Tür aufgerissen und meine Nachbarin stand breit grinsend in der Tür.
"Jess, was willst du?", fragte ich genervt.
Bei jeder Kleinigkeit stand sie vor meiner Matte und quatschte mich stundenlang voll.
Ich hätte ihr doch nicht die Schlüssel zu meiner Wohnung geben sollen.
Sie kam in meine Wohnung gestürmt und zog mich auf die Couch. Jess grinste immer noch breit.
"Na los, sag schon! Was ist los?", fragte ich gereizt.
"Weißt du was heute ist?"
"Nein!"
"Was? Heute wird der Avengers Tower eingeweiht", platzte es aus ihr heraus.
Ich hatte wohl ein großes Fragezeichen im Gesicht, den sie schaute mich etwas entrüstet an.
"Weißt du nicht wer die Avengers sind?"
Ich schüttelte den Kopf.
"Die haben New York vor einer Alien Invasion gerettet. Du weißt das wirklich nicht?"
"Andere Dinge waren für mich eben wichtiger!", brummte ich.
"Was ist denn los?"
"Ich will schlafen und du hinderst mich dabei!", antwortete ich genervt.
"Du bist ein echter Miesepeter!", stellte sie fest.
Wütend schnaubend stand Jess auf und verschwand. Jetzt konnte ich nicht mehr schlafen. Also ging ich in die Küche und machte mir Frühstück, was aus Cornflakes und Kaffee bestand. Ich pflanzte mich wieder auf die Couch und schaltete den Fernseher ein. Überall wurde über die Einweihung des Avengers Towers berichtet. Nachdem ich mich durch zehn Kanäle geschaltet hatte, schaltete ich den Fernseher genervt ab.
Schön, haben diese Möchtegern Helden eben die Welt gerettet. Na und? Jetzt wird ein Tower für die errichtet? Ich hab mitgeholfen den Krieg zu beenden und habe nichts bekommen.
Auf einmal klingelte mein Handy. Es war Derek.
"Hey Der! Was ist denn los?", fragte ich.
"Hey! Ähm...das ist mir jetzt echt unangenehm, aber ich muss dich bitten heute Mittag nach Manhattan zu fahren und dort eine Bestellung entgegen zu nehmen", bat er mich.
"Warte! Nein! Heute ist mein freier Tag. Bitte, ruf...ruf Selma oder Jack an. Die haben heute eh Schicht."
Eigentlich hatte ich ja nichts gegen meinen Job, aber meinen freien Tag wollte ich nicht mit auspacken verbringen.
"Selma kann ich irgendwie nicht erreichen. Wahrscheinlich hat sie mal wieder zu viele Drinks gehabt. Und Jack hat einen Arzttermin, den er nicht mehr absagen kann."
"Und was ist mit dir?", fragte ich hoffnungsvoll.
"Tut mir leid, aber ich bin erst heute Abend wieder da", entschuldigte er sich.
"Na gut! Wann muss ich da sein?", gab ich nach.
"In einer halben Stunde!"
"WAS?", rief ich ins Handy.
Auf einmal ertönte das Freizeichen. Dieser Mistkerl hatte einfach aufgelegt. Verärgert schmiss ich mein Handy auf die Couch. Dann stand ich auf und machte mich fertig. Schnell sprang ich unter die Dusche. Danach machte ich mir Kontaktlinsen in die Augen, die meine Neon türkisen Augen verdeckten, denn diese waren doch sehr auffällig. Jess war es eigentlich egal was für eine Augenfarbe ich habe, aber sie glaubte ich hätte Kontaktlinsen drin und ich sagte deswegen auch nichts. Nur konnte ich eben so nicht unter Leute, oder Arbeiten gehen. Dann zog ich mir ein schwarzes Shirt mit einer Jeans, die ich zu einer Hot-pan umgewandelt hatte mit schwarzen Chucks an und machte mir dann meine Haare zu einem Pferdeschwanz. Ich schnappte noch schnell meine Autoschlüssel und ging dann los. Ein Glück war die Rush Hour nicht mehr so schlimm, weshalb ich dann noch rechtzeitig an der Bar ankam. Ich wartete nun schon seit zehn Minuten im Hinterhof auf diese blöden Lieferanten. Gerade wollte ich Derek's Nummer wählen, als plötzlich ein starker Schmerz mein rechtes Bein durchfuhr. Blut floss aus einer Schusswunde im Oberschenkel, die aber sofort verheilte. Hastig suchte ich nach dem Schützen. Auf einem Dach schräg vor mir, entdeckte ich eine schemenhafte Gestalt. Ich rannte los. Der Typ auf dem Dach war schnell, aber ich konnte noch mithalten. Dann bog der Schütze rechts ab, sodass ich ihm nicht mehr folgen konnte. Wütend trat ich gegen einen Mülleimer, der scheppernd umfiel. Gereizt ging ich zurück zur Bar, wo ich überraschender weise Derek traf.
"Ich dachte du kommst erst heute abend?", fragte ich verärgert.
"Oh...ähm...weißt du...", wollte er ansetzen.
"Weißt du was? Spar dir die mühe! Ich brauche keine faule ausrede, nur um zu wissen, dass du mal wieder keine Lust hattest", fauchte ich, "aber wenn du schon da bist, darfst du gerne auf die Lieferanten warten, denn ich verschwinde jetzt!"
Ich ließ Derek einfach stehen. Das war leider nicht das erste mal, dass er so was machte. Immer musste ich für ihn Grade stehen, was ich aber in diesem Moment nicht mehr eingesehen hatte. Ich ging erst mal in die Bar auf die Toilette um mir das Blut von meinem Bein abzuwaschen. Ein Glück hatte er es nicht bemerkt. Nachdem ich fertig war ging ich nach draußen zu meinem Auto. Eigentlich wollte ich an einem so schönen Tag nicht zu Hause bleiben, weshalb ich spontan beschloss in den Central Park zu gehen. Bei meinem ersten mal hier in New York, konnte ich ihn nicht besuchen, da ich schnell weiter musste. Im Park angekommen suchte ich mir eine ruhige Stelle unter einem Baum und legte mich dort hin. Ein wenig Ruhe nach dieser Aufregung würde mir gut tun. Eigentlich sollte ich Angst haben, dass der Typ nochmal auftauchen könnte, aber ich machte mir einfach keine. Er war nicht der einzige der mich tot sehen wollte, also genoss ich einfach diese kurze Ruhe.
"Leila?", riss mich plötzlich jemand aus den Gedanken.
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Hallo ihr Lieben,
Soo, hier ist die Fortsetzung. An alle die hier anfangen zu lesen, dies ist die Fortsetzung von 'When the Life Change'. Man muss den ersten Teil nicht dringend lesen, aber mancher Beziehung hängen der erste und der zweite Teil zusammen.
Ich hoffe trotzdem, dass es euch gefallen wird.
LG Aiko

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