FÜNFZEHN.

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Ich biss die Zähne aufeinander. Ich sah nicht ein, dass ich für Rockys Taten büßen musste, das konnte er verdammt nochmal selber machen! Ich würde nicht meinen Kopf hinhalten!

Ich hatte es satt, dass grundsätzlich immer ich von ihnen verfolgt wurde!!

Wie hatten sie mich eigentlich so schnell gefunden?!

Wieso fanden sie mich eh ständig?! ?

Ich würde meinen Kopf nicht für Rockys schmutzige Taten hinhalten. Never.

Aber das war den Ferrets ziemlich egal, wen sie von uns umbrachten. Das war denen doch scheißegal, ob sie den Mörder selber umbrachten oder irgendwen anderen von uns. Ob es ein Junge oder ein Mädchen war. Ob es jemand war, der ebenfalls ihr Blut an den Fingern kleben hatte oder ob es jemand komplett Unschuldiges war.

Hauptsache irgendeiner war tot, mehr zählte für sie nicht.

Einer von uns musste sterben.

Sofort. Jetzt. Auf der Stelle.

Und jetzt war wohl ich dran.

Rache war Rache. Erbarmungslos, schrecklich, unwiderrufbar.

Ich zog mein Tempo noch mehr an und spürte, wie das Adrenalin in Höchstgeschwindigkeit durch meine Adern pumpte. Es fühlte sich an wie flüssiges Feuer. Meine Beine schmerzten wie die Hölle und ich hätte am liebsten aufgeschrien und wäre stehen geblieben, aber das war nicht drinnen. Niemals.

So schnell war ich in meinem Leben noch nie gerannt. Ich war eine der allerschnellsten hier. Ich war mindestens dreißig Zentimeter kleiner als mein Verfolger, aber ich war trotzdem noch vor ihm. Noch hatte er mich nicht erwisch-

Scheiße!!!

Eine Hand streifte meinen Ärmel, als mein Arm gerade nach hinten schnellte, und brachte mich beinahe ins Straucheln. Im letzten Moment fing ich mich noch und fand mein Gleichgewicht wieder. Ich riss meinen Arm nach vorne und schoss weiter.

Die Angst wallte beißend durch mich hindurch und ich war kurz davor, zu ersticken. Ich konnte nicht mehr, ich war am Ende. Mit allem. Mit meiner Kondition, mit meiner Kraft, mit meinem Kampfgeist, - das Beste war, ich stellte mich ihnen einfach.

Ich würde stehen bleiben und fertig.

Ich würde einfach zulassen, dass sie meinem Leben ein Ende bereiteten.

Ich sollte einfach stehen bleiben. Einfach stehen bleiben und die Augen schließen.

Mich vom Leben verabschieden.

Stehen bleiben.

Dann würde der Kerl hinter mir mich kriegen und würde mir dann ein Messer in den Rücken oder eine Kugel in den Kopf jagen.

Mir egal was. Auf jeden Fall wäre es dann vorbei.

Ich wäre dann erlöst.

Ich wäre für immer erlöst.

Ich rannte immer weiter.

Roxy würde sich um Jamie kümmern, das wusste ich. Jamie würde es gut gehen, dafür würde Roxy – und vor allem Dark – schon sorgen, daran zweifelte ich keine Sekunde.

Ich rannte und rannte.

Ich würde mich nie wieder von Rocky belästigen lassen müssen.

Ich rannte, so schnell ich konnte.

Nie wieder würde ich mein Schicksal verfluchen müssen, das mich in diese Scheißsituation gebracht hatte.

Ich rannte und rannte.

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