DREIZEHN.

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Meine Augen wanderten weiter durch die Gegend, aber ich konnte einfach nichts erkennen. Nicht ums Verrecken. Als wäre ich blind.

Waren die Ferrets dagewesen und hatten mich jetzt gekidnappt?? Hatte man mich irgendwo reingesperrt und ließ mich jetzt hier verhungern??

Meine Gedanken überschlugen sich und ich spürte, wie mir schwindelig wurde und ich kurz davor war, wieder zurück in die Ohnmacht zu fallen, aus der ich gerade erst aufgewacht war.

„Laurie!! Gott sei Dank..."

Jetzt fiel ich beinahe um, erstickte an meiner eigenen Spucke, erlitt einen Herzstillstand – Himmel nochmal, Bambi konnte mich doch nicht so erschrecken!!!

„Scheiße, Rosie, musst du mich so erschrecken?!?", fluchte ich und versuchte, wieder nach Atem zu ringen.

Moment... Wartet.....

Bambi?!?

Bambi?!?!?!?!?!?!

Okay, das erwischte mich jetzt mehr als eiskalt.

Ooookay.

Ein kleines Licht neben mir ging an und ich blinzelte heftig, als das Licht auf meine Netzhaut traf. Nach der absoluten Dunkelheit, in der ich mich erst in meiner Ohnmacht – oder was auch immer das gewesen ist – und jetzt hier befunden hatte, war das wirklich ein unschöner Übergang zurück in die Realität.

Scheiße.

Ich blinzelte verstört und wartete, bis der Schmerz in meinen Augen nachließ, damit ich meine Sehkraft wieder zurück erlangte.

Dann sah ich mich verstohlen um.

Fuck.

Ich war bei ihnen zu Hause.

In ihrem Wohnzimmer auf der hellen Couch.

Zu Hause.

Bei Rose.

Bei...

Bei ihm.

„Gott sei Dank bist du aufgewacht, oh Gott, ich hatte so Angst um dich!"

Die Worte sprudelten aus Rosie heraus und sie presste die Handflächen gegen ihre Wangen. Sie hatte Tränenspuren im Gesicht und ihre großen Rehaugen sahen mich besorgt an. Sie war total fertig mit der Welt, wahrscheinlich hatte sie noch nie so etwas erlebt.

Für mich war das ganz normal.

Für mich war es auch normal, dass Leute um mich herum starben wie die Fliegen an der Wand.

„Wie bin ich hierher gekommen?", fragte ich tonlos.

Ich kannte die Antwort. Ich wusste die Antwort. Ich wollte sie nicht hören.

„Ich habe dich hergebracht."

Die Stimme kam aus der Dunkelheit hinter Rosie.

Ich zuckte aber nicht zusammen, ich hatte damit gerechnet, dass er hier irgendwo war und uns beobachtete. Mich beobachtete.

Mein Herz machte einen schmerzhaften Sprung, als er aus der Dunkelheit in den matten Schein des kleinen Lichts trat.

Und wieder einmal staunte ich, wie wunderschön er war.

Wie perfekt.

Das Licht tauchte ihn in einen wunderbaren Schein.

Wie damals in seinem Auto.

Mein Magen sackte nach unten.

Wie damals im Auto, als er mich eiskalt mitten in New York ausgesetzt hatte. Nachts.

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