Doch stattdessen sitzt er hier, mit Sibel, in einer Bar, wo ihm die alten Zeiten hochkommen. Die Zeit vor Hira, die für ihn die schlimmste Zeit war, in der er jede Woche eine neue von dort mitgeschleppt hatte und einmalig, wenn auch mal zweimalig, seinen Spaß hatte ohne jegliche Gefühle dabei gehabt zu haben. Er erinnerte sich, wie er sich mit seinen Freunden immer vollgesoffen hatte und seine Sorgen für ein paar Stunden zur Seite geschoben hatte, statt diese zu lösen und den inneren Frieden zu suchen. Doch spätestens am nächsten Morgen kehrte er in die Realität zurück mit Sorgen, einer wildfremden Tusse neben sich schlafend im Bett und noch dazu höllischen Kopfschmerzen, da sie meistens nicht nur bei ein paar Gläsern Alkohol blieben.

Und jetzt versuchte er sich zu bessern und das durch Hira, durch sie er den inneren Frieden gefunden hatte und gemerkt hat, dass er ein Herz hat, was nur für sie schlägt und auch funktionsfähig ist. Davor war ihm das nicht bewusst.

Sibel: oh, er kommt.

Er, war ihr One-Night-Stand, der sich leider in sie verliebt hatte und nicht von ihr ablässt.

Er: hey, süße, da sieht man sich wieder!

Sibel, die Cems Hand feste umschränkte und dafür sorgte, dass dies der Mann sieht: oh hei, ja.

Er: ich dachte nach der wunderschönen Nacht werden wir uns nie mehr wieder sehen.

Sibel: wir haben uns zwar wiedergesehen aber zu der Nacht wird es leider nicht mehr kommen, süßer.

Cem wollte weg. Er wusste nicht was er hier zu suchen hatte. Sibel näherte sich ihm und flüsterte ihm zu, dass er seine Rolle gut spielen sollte und glaubwürdig rüber kommen sollte, in dem er Eifersucht zeigen soll. Doch Cem konnte und wollte nicht. Das einzige was er machte ist, seinen Arm um sie zu legen und sich im inneren zu beruhigen versuchte.

Er: hmm, seh schon. Dein Freund?

Sibel: ja! Ich bin jetzt glücklich vergeben.

Und gab Cem einen Kuss auf die Wange, dies bei Cem wieder Schuldgefühle gegenüber Hira hochkommenlassen ließ.

Er: dann wünsch ich euch viel Glück und geh dann mal. Ach ja, deine Freundin ist gut im Bett. Hast dir die richtige ausgesucht und pass auf, dass sie dir keiner wegschnappt.

Cem sah ihn nur gelangweilt und angewidert an, nickte und somit verschwand der Mann auch. Sibel war überglücklich, weil sie dachte, dass er sie endlich in Ruhe lassen würde doch dann dachte sie an Cem und war traurig, da sie das Spiel beenden müsste.

Sie wollte ihn nicht verlieren, da sie sich in ihn verliebt hatte. Er war nicht nur der Mann für eine Nacht sondern der Mann, für den sie Gefühle entwickelt hatte. Er entsprach ihrem Beuteschema und war ein Hingucker. Sie war zutiefst eifersüchtig auf Hira, dass sie sein Herz erobert hatte und wollte ihr dieses Glück verderben und mit der Wette denkt sie, dass sie dies auch schaffen wird. Doch sie wusste gerade nicht wie, da ihr spiel mit ihm zu Ende ist. Sie musste sich was anderes überlegen. Sie schien sehr von der geheimen Wette zu profitieren. Ihre Freundinnen betraten die Bar. Ebenfalls reizend angezogen und man könnte sagen sie waren Sibels Zwillinge, sie sahen alle gleich billig aus. Sie kamen auf die beiden zu.

Cem: so das wars auch mit dem Spiel. Zum Glück hat es nicht so lang gedauert. Du wirst jetzt dein Mund halten und dich von Hira und mir fern halten, klar? Pass demnächst auch auf mit wem du alles schläfst du ehrenloses Mädchen. Ich geh ciao.

Sibel, die leicht traurig aussah aber sich das nicht ansehen ließ, nickte unschuldig, da sie aus irgendeinem Grund nicht rausbekam. Als Cem ging sagte sie jedoch zu sich selber „Ein scheiß werde ich mich von euch fern halten!" und begrüßte ihre Freundinnen.

Cem stieg in seinen Wagen und war erleichtert Sibel endlich losgeworden zu sein. Er wollte jetzt zu seiner Hira und fuhr auch so schnell es ging zu ihr.

Hiras Sicht....

Sie kam gerade von der Arbeit und sah ebenfalls andauernd auf ihr Handy. Sie wartete auf eine Nachricht von Cem. Sie wollte ihm nicht schreiben, da sie dachte, sie würde ihn nerven, da sie ihn die ganze Zeit nur schreibt oder anruft. Sie fand ihn zurzeit auch so komisch. Er war so abwesend zu ihr und das sorgte dafür, dass sie nicht wusste wie sie sich verhalten soll. Einbisschen fühlte sie sich auch gekränkt aber wollte nicht ihren Ego in den Mittelpunkt stellen, weswegen sie ihn versuchte zu unterdrücken. Sie merkte, dass es ihm nicht gut ging aber wollte ihn nicht bedrängen und sprach ihn deshalb auch nicht darauf an. Sie hoffte er würde selber auf sie zu gehen und ihr sich öffnen.

Sie ging auf ihr Zimmer, zog sich ihre Pijamas an und legte sich einen Film im Wohnzimmer rein. Bevor sie anfing den Film zu starten, klingelte ihr Handy. Sie suchte hektisch danach, da sie dachte, dass sie Cem anrief. Voller Herzklopfen und Freude suchte sie ihr Handy. Als sies auch fand und sah, dass sie ihre Mutter anrief, änderte sich ihr Gesichtsausdruck und sie ging teilweise enttäuscht ran.

Hira: hallo, Mama?

h.Mama: Hallo Schatz, napiyon (=was machst du)?

Hira: bin vor Kurzem von der Arbeit gekommen, mache es mir gerade gemütlich und du?

h.Mama: bin in der Firma und wollte dir nur Bescheid geben, dass ich nach der Arbeit mit paar Freunden aus dem Tennisverein essen gehe. Ich werde nicht spät kommen Liebling und dein Papa ist in Milano nur damit du Bescheid weißt. Und als Wiedergutmachung, dass du alleine bleibst, werden wir, wenn dein Papa zurück ist, schön zusammen essen gehen. Ok?

Hira: tamam anne. Nicht so schlimm, euch viel Spaß!

h.Mama: danke Schatz. Bis Bald und ich liebe dich!

Hira: ich dich auch annecim (=meine Mutter).

h.Mama: canim kizim benim (=mein Ein und Alles). Tschüss.

Als Hira auflegte, schnaufte sich kurz, da sie wie immer alleine ist. Sie wusste nicht was zurzeit los war. Und jetzt wo sie Cem seit zwei Tagen schon nicht gesehen hatte, spürte sie wie alleine sie eigentlich immer war, vor allem wenn ihre Eltern nicht zuhause waren, was ja oft der Fall war. Sie bekam so die Möglichkeit über alles und jedem nachzudenken, was sie aber nicht wollte, da es sie oft verrückt machte.

Sie legte ihr Handy zur Seite und gab die Hoffnung auf, dass sie etwas von Cem hören wird. Und drückte auf Play, um den Film anzuschauen. Doch plötzlich klingelte es an der Tür. Sie schnaufte erneut und war genervt. Sie stand gelangweilt auf und dachte es sei wieder die Nachbarin von nebenan, die oft bei denen vorbeischaute und Hira volllaberte. Sie ging zur Tür und hoffte so sehr, dass es nicht die Nachbarin sei.

Als sie die Tür öffnete war sie erstens sehr erleichtert, glücklich und geschockt zugleich, denn vor der Tür stand ein ebenfalls glücklicher Cem, der sich ihr nähert und sie sofort in die Arme nahm. Sie umarmten sich so als würden sie sich schon eine Ewigkeit nicht gesehen haben. Cem zog sich ihren Duft ein und gab ihr immer wieder küsse auf ihren Scheitel. Er hatte sie so vermisst. Und sie ihn auch. Sie waren es einfach gewohnt, sich fast jeden Tag zu sehen oder auch von sich zu hören.

Cok zor bir Aşk. - Eine sehr schwere Liebe.Lies diese Geschichte KOSTENLOS!