Polizei

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„Mom?!", schreie ich durchs ganze Haus. Ich renne zu ihrem Schlafzimmer und reiße die Tür auf. Keiner da. Ich renne ins Bad. Auch dort ist keiner. „Mom?!", schreie ich verzweifelt. Meine Beine geben unter mir nach und ich falle auf meine Knie. Ich lege mein Gesicht in meine Hände und schluchze. „Scott!", schreit Matheus. Er kommt auf mich zu gestürmt und nimmt mich beschützend in den Arm. Ich greife nach seinem T-Shirt und vergrabe mein Gesicht an seiner Brust. Mom. „Was ist passiert?", fragt er mich. Ich antworte nichts, sondern gebe ihm einfach das Bild. Er zieht scharf die Luft ein. Sofort verstärkt sich seine Umarmung. „Das tut mir leid", sagt er und streicht mir beruhigend über den Rücken. Erst meine kleine Schwester und jetzt meine Mom. Das einzige was mir bleib, ist Matheus. Wenn er geht, bricht eine Welt für mich zusammen. Wer würde Mom so was antun? „Wir sollten die Polizei anrufen", meint Matheus leise. Ich schniefe kurz und nicke. Matheus hilft mir auf die Beine und bringt mich zur Couch, auf der ich mich zu einer Kugel zusammenrolle. Ich höre, wie Matheus in den Flur geht und leise spricht. „Hallo?... Hier ist Matheus Spelling... Wir haben ein Foto von der Mutter meines Freundes bekommen. Darauf ist sie gefesselt und ihr Kehle ist durchgeschnitten...", erklärt er. Spelling? So lautet sein Nachname? Matheus Spelling... Passt irgendwie nicht, aber ich find's süß. Ich schniefe wieder. „Ja... Ok... Bis gleich", sagt er zum Abschied und legt auf. Er kommt zu mir auf die Couch und setzt mich auf seinen Schoß. Ich vergrabe mein Gesicht an seiner Brust und fange wieder heftig an zu weinen. „Hey Scotti. Wein doch nicht Babe. Ich bin bei dir", sagt er und küsst meine Stirn. Ich brauche Ablenkung! Ich löse mich leicht von ihm und schaue ihm in die Augen. „Spelling?", frage ich leicht schmunzelnd. Matheus schenkt mir ein schiefes Lächeln. „Ja Spelling. Wie ist dein Nachname?", fragt er mich. „Dannel. Scott Dannel", beantworte ich ihm seine Frage. „Scott Dannel", sagt er und überlegt. Ich schaue ihn fragend an. „Scott Spelling. Matheus Dannel", grinst er. „Was gefällt dir besser?", fragt er mich. Ich muss grinsen. Er ist so süß. Matheus Dannel oder Scott Spelling? Bevor ich weiter nachdenken kann, klingelt es an der Tür. Matheus steht seufzend auf und öffnet die Tür. Er kommt mit zwei Polizisten wieder zurück. Mein Engel kommt zu mir und setzt sich neben mich. Ich setze mich sofort wieder auf seinen Schoß. Beruhigend streicht er mir durch die Haare und gibt mir einen kurzen Kuss. Der eine Polizist schaut uns komisch an. „Ist irgendwas?", frage ich genervt. Der Polizist schaut mich ertappt an, schüttelt aber dann den Kopf. „Und warum starren sie uns so an?", fragt Matheus. Ihm ist es also auch aufgefallen. "Tut mir leid. Als Sie sagten, dass ihr Freund ein Bild bekam... Da dachte ich an ihren Kumpel nicht festen Freund", meint er. „Haben sie damit etwa ein Problem?", fragt Matheus und nimmt mich beschützend in den Arm. Der Polizist schüttelt sofort den Kopf. „Jetzt zickt euch hier nicht an. Könnten wir bitte das Bild sehen?", fragt der andere Bulle. Ich nicke und reiche ihm das Foto. Er mustert das Bild kurz und wendet sich schließlich an mich. „War das alles?", fragt er mich. Ich schüttele den Kopf. „Was?! Gibt es etwa noch mehr?", fragt Matheus mich geschockt. Ich nicke, stehe auf und gehe in die Küche. Ich nehme noch das andere Bild, den Umschlag und den Brief mit und gehe zurück zu den Polizisten. Ich gebe ihnen den Umschlag und den Brief, das andere Foto gebe ich Matheus. Er nimmt es mir ab und schaut es verwirrt an. „Wie hat er...", er stockt. „Du meinst... er war... als wir...?", fragt er. Ich nicke nur stumm. Seine Augen weiten sich. „Dürften wir das Bild bitte sehen?", fragt uns der Polizist. Matheus ist wie erstarrt, also nehme ich ihm das Bild ab und reiche es dem Bullen. Er schaute es sich kurz an und wandte sich dann an uns. „Wer von euch ist jetzt eigentlich Matheus Spelling?", fragt er. „Ich", sagt Matheus. Er nickt und schaut mich an. „Und sie sind?", fragt er. „Scott Dannel", antworte ich. „Ok. Wann haben sie denn Ihre Mutter zuletzt gesehen?", fragt er mich. Gute Frage! „Weiß ich nicht. Ich war in den letzten Tagen im Krankenhaus, weil ich ein Autounfall hatte..." „Warte! Sie hatten einen Autounfall? Im Auto? Sie sind Auto gefahren?!", fragt er geschockt und schaut mich streng an. Ich schüttele sofort den Kopf. „Ich bin sechzehn! Ich weiß doch gar nicht, wie das geht!", sage ich empört. Dummer Polizist! Als ob ich Autofahren könnte! Der andere Polizist sieht das genauso und klatsch mich leicht auf den Hinterkopf. „Tut mir leid wegen dem Idioten hier. Wer hat alles einen Schlüssel zu Ihrem Haus? Hat sie irgendwelche Feinde?", fragt er. „Nur ich und Mama haben einen Schlüssel. Und Feinde hat sie keine", beantworte ich seine Fragen. Matheus streicht mir unaufhörlich über den Rücken. Ich schaue ihn verwirrt an. „Wie bist du eigentlich immer hier rein gekommen?", frage ich ihn. „Deine Mutter hat mir mal einen Schlüssel gegeben", sagt er und zuckt mit den Schultern. Ich nicke nur. Meine Mutter kommt ja immer auf komische Gedanken. Dabei fällt mir ein... Jus müsste auch einen Schlüssel haben. Jus ist gegen uns und hat gedroht Mama etwas anzutun. Wird er etwa...? War er es etwa? Wut staut sich in mir auf. Ich balle meine Fäuste. Matheus umarmt mich fester. „Was hast du?", flüstert er fragend in mein Ohr. „Jus", presse ich hervor. „Du glaubst doch nicht... oder doch?", fragt er verwirrt. „Wer ist Jus?", fragt einer der Polizisten. „Jus Collins. Er geht in unsere Klasse und ist der totale homophob. Er hat was gegen unsere Beziehung und hat Scott bedroht. Er meinte, er würde ihn leiden lassen", antwortet Matheus. „Und er hat gedroht, mir oder meiner Mutter etwas anzutun", sage ich wütend. „Hallo. Hier Polizist Krevel. Wir suchen einen Jus Collins. Er ist der Hauptverdächtige in dem Fall 341SMAK. Suchen sie ihn bitte und geben sie uns dann bescheid, wenn ihr ihn habt", spricht der Polizist in eine Art Walki Talki. „Lass uns Urlaub machen", flüstert Matheus in mein Ohr. Ist das sein ernst?! „Du willst jetzt Urlaub machen? Meine Mom ist tot!", sage ich wütend. „Das ist gar keine so schlechte Idee. Am besten weit weg, um Sie abzulenken", meint der dumme Polizist. „Ich will mich aber nicht ablenken!", sage ich aufgebracht. „Ach komm schon. Das wird dir gut tun. Wir sind dann ganz alleine", sagt Matheus und knabbert an meinem Ohrläppchen. Ich werde weicher und lehne mich weiter nach hinten. „Dachte ich mir", sagt Matheus grinsend und küsst meinen Hals. „Ok... Wir lassen sie dann mal alleine. Geben sie uns bitte eine Nummer, mit der wir sie immer erreichen können", sagt der Polizist. Matheus gibt ihm seine Nummer und die Polizisten verschwinden. Matheus fängt an meinen Nacken zu küssen und saugt an meiner empfindlichsten Stelle. Ich stöhne leicht auf und drehe seinen Kopf zu mir. Ich schaue ihm in die Augen und flüstere ein leises „Danke". „Wofür?", fragt er mich. „Für alles", antworte ich und küsse ihn zärtlich. Wir lösen uns. „Gern geschehen", sagt er und küsst mich wieder. Ich schließe meine Augen und genieße dieses Gefühl von seinen Lippen auf meinen. Wir lösen uns wieder und ich kuschle mich an ihn. Ich sitze nun hier auf Matheus Schoß, seine Arme um mich geschlungen und unsere Finger ineinander verschränkt. Ich schließe meine Augen und schlafe schließlich ein.

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