Fourteen: Whose Fault Is It Anyway?

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„Also, welche Blumen hast du dir ausgesucht?" fragte Sam, als Kate versuchte mit einigen Schwierigkeiten in den Truck zu klettern. Er beugte sich über den Sitz und bot ihr eine Hand an, um ihr zu helfen. Sie packte sie dankbar, und er zog sie die letzten paar Zentimeter hinauf. Leider hatte sie es auch geschafft, sich den Kopf auf den Weg nach drinnen am Türrahmen zu stoßen.

„Oh, das ist ja so was von überhaupt nicht würdevoll!" beschwerte sie sich, als sie ihren Kopf rieb. „Ich wette, ich Ende noch mit einer Gehirnerschütterung, bevor meine Zeit hier vorbei ist! Kannst du dir kein schöneres Auto besorgen, du weißt schon, eins mit Stoßdämpfern die tatsächlich funktionieren?" So wie Kate Lächelte, als sie das sagte, ließ ihn erkennen, dass sie es nicht ernst meinte, also spielte er mit.

„Niemand sonst hat irgendwelche Probleme damit. Wir sollten einfach einen Sturzhelm holen, das kostet weniger." scherzte er mit einem Grinsen und tätschelte die Stelle auf ihren Kopf, die sie mit ihrer Hand rieb. Sie schlug seine Hand weg und streckte ihm ihre Zunge raus. „Aber nun komm, mach es nicht so spannend. Für was hast du dich entschieden?"

„Nichts Besonderes." Kate zuckte mit den Schultern. „Sie hatte diese hübschen, weißen Tulpen, also werden Iris und ich einen kleinen Blumenstrauß von denen tragen. Sie werden mit Bändern zusammengebunden, die zu den Farben unserer Kleider passen. Die Tischdekorationen werden auch aus Tulpen sein, oh, und ich habe für dich, Owen und Walt welche zum Anstecken bestellt, und ein passendes Anstecksträußchen für Emily. Denkst du, das ist okay?"

„Klingt gut." erwiderte Sam, schaute in den Außenspiegel und fuhr auf die Hauptstraße und ignorierte sie, als sie ihn ausschimpfte, weil er nicht geblinkt hatte. „Also, gibt es sonst noch was, was wir tun müssen? Was hast du sonst noch auf deiner Liste?"

Er hörte ein Rascheln, was darauf hinwies das Kate ihr Taschen nach dem zerknitterten Stück Papier, auf dem sie ihre Hochzeitspläne notiert hatte, durchsuchte.

Ihre Desorganisation amüsierte ihn aus unbekannten Gründen; vielleicht lag es daran, weil sein Bruder dazu neigte sehr streng damit zu sein, alles in Ordnung zu haben, und er genoss es daran zu denken, wie sehr Kates chaotischer Lebensstil Owen verärgern musste.

„Ähm." begann sie schließlich. „Das war es für heute." Sie zerknüllte das Papier in einen kleinen Ball, und warf ihn über ihre Schulter. Er prallte an der gesprungenen Fensterscheibe hinter ihnen ab und traf Sam am Hinterkopf.

„Hey!" rief er und Kate lachte. Nachdem seine erste Überraschung verflogen war, konnte er nicht anders, als ins Lachen mit einzusteigen. Kate lachte viel und es stand ihr gut, dachte er - der Klang ging ihn nie auf die Nerven, wie es Claires gehauchtes Kichern immer getan hatte. Kates Lachen war perfekt; weder zu lang, noch zu kurz, und auch nicht zu laut oder zu leise, es war, als wäre man von einer herzlichen Umarmung umgeben. Es passte haargenau zu ihrer hellen und sprudelnden Persönlichkeit.

„Was soll das mit der Gewalt? Und würdest du dein Auto so voll müllen?"

„Natürlich nicht." fuhr sie lächelnd fort. „Aber ist ja nicht so, als würde irgendjemand den Unterschied bemerken." Um ihr Argument zu bestärken, streckte sie ihr Bein leicht aus und trat gegen eine der leeren Pepsi Dosen, die im Beifahrerfußraum lagen. „Du bist so unordentlich!"

Sam warf ihr einen strengen Blick zu und sie rollte nur mit den Augen.

„Ich weiß, es ist, als würde der Esel den anderen Langohr nennen, aber Owen und Iris sind solche Sauberkeitsfanatiker. Es ist irgendwie schön jemand kennenzulernen, bei dem ich mich entspannen kann." Sein Lächeln wollte nach diesem Kommentar unbedingt wieder auf seinen Lippen zurück kehren, aber irgendwie blieb sein Stirnrunzeln, bis sie ihre Hände in lachender Verzweiflung, in die Luft warf. „Und ich verspreche, dass ich das Papier später aufheben werde, okay?"

„Das ist alles, was ich hören wollte." erwiderte er, und erlaubte sich schließlich doch ein selbstgefälliges Grinsen aufzusetzen. Sie streckte ihre Hand aus, um ihn erneut spielerisch zu schlagen, aber er fing ihre Hand am Handgelenk und legte sie zurück auf ihren Schoß. „Also, was machen wir jetzt? Willst du zurück zum Haus und Owen mit der Nachricht begeistern, dass seine Braut weiße Tulpen tragen wird? Ich bin mir sicher, dass er mit angehaltenen Atem wartet!"

Als er nicht sofort eine Antwort erhielt, nahm er seinen Blick für eine Sekunde von der Straße, um zu Kate zu schauen. Sie starrte scheinbar in Gedanken versunken aus dem Fenster. Ihre Finger rieben Geistesabwesend an der Stelle, wo er nur Augenblicke zuvor ihren Arm gepackt hatte, und er fragte sich, ob irgendetwas nicht stimmte.

„Kate? Ich hab dir nicht weh getan, oder?" Nach einem weiteren Moment der Stille, lehnte er sich hinüber und wedelte mit einer Hand vor ihrem Gesicht herum. „Erde an Kate. Bitte kommen, Kit-Kat!"

Er bekam die Reaktion die er erhofft hatte, als sie bei dem Spitznamen zusammen zuckte und ihren Kopf herumwirbelte, um ihn anzusehen. „Tut mir leid, ich war mit meinen Gedanken ganz woanders. Wie hast du mich gerade genannt?"

Aus irgendeinem Grund fühlte sich Sam ein wenig unsicher, das ganze zu wiederholen. „Ich habe dich Kit-Kat genannt. Ich weiß nicht warum, es schien einfach passend." Seine Schultern zuckten von selbst, als er seinen Satz beendete. Vielleicht war es ihr genauer prüfender Blick, was ihn sich unwohl fühlen ließ. Ihre Augen brannten sich in sein Gesicht, als ob sie etwas in seinem Ausdruck sehen konnte, dass niemand sonst sah.

Kate schien ihn noch für einen Moment länger zu betrachten, bevor sie ihn ein kleines Lächeln schenkte. „So hat mein Vater mich immer genannt." erklärte sie. „Er pflegte immer so zu tun, als wäre das mein richtiger Name. Er sagte, er hat darauf bestanden mich wie seinen Lieblingsschokoladenriegel zu benennen, aber Mum wollte nicht dass jemand anderes das wusste, also tat sie so, als wäre mein Name Katharine. Ich schätze, es war einfach nur komisch ihn wieder zu hören, vor allem in einen amerikanischen Akzent."

Sie schaute wieder aus dem Fenster. „Als ich hierher zog, hab ich erwartet, ihr hättet einen anderen Namen dafür, du weißt schon, so wie ihr hier drüben einen Mars Riegel 'Milky Way' nennt? Und das, was ich als Milky Way kenne, ihr unter den Namen '3 Musketeer' kennt...das hat mich am Anfang ziemlich verwirrt. Aber nein, ihr nennt ein 'Kit-Kat', 'Kit-Kat'" Sie verzog das Gesicht und schüttelte den Kopf. „Und ich merke gerade, das ich plappere. Sag mir einfach, dass ich den Mund halten soll."

Sam lächelte sanft. Er konnte Tränen in ihren Augen sehen und wusste, dass sie versuchte sie zurückzuhalten, indem sie die Aufmerksamkeit auf andere Dinge lenkte. „Ich mag es, wenn du das tust." erwiderte er.

„Du magst wenn ich plappere?" Kate schnaubte, hob eine Hand zu ihrem linken Auge und rieb wütend daran. „Sorry, ich hab was im Auge, denke ich."

„Ich würde es nicht plappern nennen." verteidigte er sie schnell, so das er kein Anzeichen dafür gab, dass er bemerkt hatte dass etwas nicht stimmte. „Es ist mehr so, dass du so mitgerissen wirst, dass dein Verstand nicht ganz mit deinem Mund mithalten kann...warte, das klang nicht gut."

„Aber echt." stimmte sie trocken zu, und klang immer noch ein wenig gerührt, aber es war auch ein Schimmer von ihren alten Humor zu hören, und Sam ergriff begeistert die Chance, mit seiner Rechtfertigung über ihr Verhalten fortzufahren.

„Was ich meine ist, dass ich es mag, das du so begeistert über solche Sachen bist. Ich denke, das derartige Informationen cool sind, aber die meisten Leute denken ich bin seltsam, wenn ich solche Informationen erzähle." erklärte er ernst.

Er wusste nicht, wie er es sonst beschreiben sollte. Er wollte ihr begreiflich machen, dass er manchmal genau das gleiche tat, und er musste ihr unbedingt sagen, wie total erfrischend es war, jemanden wie ihn zu treffen. Aber er wusste nicht, wie er das machen sollte ohne es so klingen zu lassen, als würde er viel mehr für sie empfinden, als er eigentlich sollte. Was, wie Sam plötzlich feststellte, er tat.

In diesen Moment erkannte er, dass er nicht länger so tun konnte, als würde er nichts mehr als platonische Zuneigung für sie empfinden. Er war nicht in sie verliebt, noch nicht, aber er war verdammt nah dran dorthin zu kommen. Nicht, dass es seine Schuld war. Nein, es war ihre, weil sie so hübsch und nett war, und es Spaß machte mit ihr Zeit zu verbringen.

Kate würde eine schreckliche Schwägerin sein, wenn auch nur, weil er sie nicht aus seinem Kopf bekam, und seine Absichten ihr gegenüber, waren definitiv nicht brüderlicher Natur.

Nachdem er einige Zeit damit verbracht hatte, an eine angemessene Art zu denken, wie er formulieren konnte, was er sagen wollte ohne sich selbst zu belasten, gab Sam auf und bot ihr ein zusammengeknülltes Tempo aus seiner Jeanstasche an. Es war sauber genug, nahm er an, und sie nahm es auf jeden Fall dankbar an.

„Ich denke, es ist süß, das ist alles." beendete er seine Rede lahm.

Noch mehr Schweigen herrschte auf dem Beifahrersitz, und er warf einen weiteren Blick zu ihr hinüber. Ein Lächeln umspielte ihre Lippen, als sie vorsichtig an den Ecken ihrer Augen tupfte.

„Na ja." sagte sie schließlich, und unterstrich jedes Wort mit einem Schniefen. „Das liegt daran, weil ich süß bin." Und um das zu beweisen, schnaufte sie laut ihre Nase.

Er lachte, und wusste das ihr Behauptung ein Versuch war, wieder ein wenig Ungezwungenheit in die Situation, die unangenehm ernst geworden war, zu bekommen.

„Nun, das wusste ich bereits!" rief er. Sie wollte ihm das Taschentuch wieder geben und er verzog das Gesicht. „Aber so süß, dass ich dieses ekelhafte Ding anfassen wollte, bist du nun auch wieder nicht."

Kate fing an zu kichern, als sie das leicht durchnässte Taschentuch in ihre eigene Tasche steckte. „Du bist niedlich." teilte sie ihn mit, als sie ihre Füße nach oben zog, sie am Rand ihres Sitzes abstellte und ihre Knie unter ihr Kinn zog. Ihr einfache Ehrlichkeit sorgte dafür, dass sein Herz schmerzte.

„Wir geben ein gutes Paar ab, was? Die süße und der niedliche; Hey zusammen, da sind die süße Kate und der niedliche Sam!" Sie hielt inne und wischte sich eine letzte Träne weg, bevor sie hinzufügte: „Genau genommen habe ich beschlossen, dass das der Name unsere Band wird!"

Sams Augenbrauen schossen fast bis zum Autodach hoch. „Wir haben eine Band?" fragte er vorsichtig. „Weißt du, ich hasse es deine Seifenblase zerplatzen zu lassen, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich schon bereit für solch eine Art Verpflichtung bin." Er machte eine kurze Pause. „Welche Art Musik spielen wir?"

„Wir covern Britney Spears Songs." antwortete sie prompt, als ob die Antwort auf der Hand lag.

„Also dann bin ich ganz sicher noch nicht bereit für diese Art von Verpflichtung." erwiderte er mit einem stöhnen. „Können wir nicht etwas anderes spielen?"

Ein Seufzen erklang von seinem Beifahrersitz. „Das sagst du immer. Tatsächlich ist das der Grund, weshalb die Band sich am Ende auflöst. Wir streiten uns über die Richtung, die unserer Musik nehmen sollte; du denkst, wir sollten abspringen und ein paar Christina Aguilera Songs probieren, aber ich sage, es sind die Spice Girls oder nichts."

Es war ein Kampf sein Lachen zurückzuhalten, aber er schaffte es. „Ich kann verstehen, warum das ein Deal Breaker werden würde." stimmte er feierlich zu. „Ich nehme an, der letzte Streit war ein schrecklicher."

„Oh, er war furchtbar!" verkündete Kate heftig. „Du warst gemein. Du hast gesagt, ich wäre nicht die süße Kate, ich wäre die verrückte Kate." Sie dachte eine Minute lang nach. „Also nannte ich dich muffiger Sam, und hab dann deine Gitarre am Lautsprecher Dings, zerschlagen."

„Den Verstärker." lieferte Sam hilfreich, und war überrascht, als sie die Augen verdrehte.

„Du musst immer damit angeben, dass du die richtigen Fachbegriffe kennst, nicht wahr? Du bist so ein Musik-Snob, kein Wunder das Britney nicht gut genug für dich war!" gab sie hochmütig von sich, bevor sie erneut anfing zu lachen. Dieses Mal stieg er nicht mit ein, er war zufrieden genug damit zu sehen, wie die letzten Schatten, die das Erwähnen ihres Vaters ihr ins Gesicht gebracht hatten, verschwanden.

Nach einer Weile hörte sie auf, um wehmütig zu seufzen. „Müssen wir wirklich nach Hause gehen?"

„Na ja, ich dachte du wärst begierig darauf zurückzugehen, aber wir können etwas anderes machen, wenn du möchtest." Sam war überrascht von ihrer Frage, aber sogar noch geschockter, wie entschieden ihre Antwort war.

„Das würde ich gerne." sagte sie mit einem heftigen Kopfnicken. „Mir steht es bis hier -" sie hielt eine Hand, gute sechs Zentimeter über ihrem Haaransatz. „Über die Hochzeit zu reden, und wenn ich zurück gehe, muss ich nur noch mehr darüber hören. Also, was machen wir stattdessen? Etwas Lustiges, hoffe ich!"

Nun war er es, der einen überlegenen Ton anschlug. „Ich mache nur lustige Dinge." teilte er ihr mit. „Genau genommen, soll mal einer sagen, dass Sam Murphy nicht weiß, wie man einem Mädchen eine tolle Zeit beschert!"

Aus seinen Augenwinkel konnte er sehen, wie Kate eine Augenbraue hob. „Das ist eine ziemliche Ansage. Bist du sicher, dass du das auch einhalten kannst?" neckte sie.

Ein Lächeln breitete sich langsam auf Sams Gesicht aus. „Ich schätze, das werden wir herausfinden." erwiderte er.

Während sie ihn verwirrt anschaute, schaute er in den Rückspiegel und trat ein wenig auf die Bremse, bevor er plötzlich das Lenkrad nach Links riss, und damit eine scharfe Kehrtwende machte. Kate klammerte sich für mehr Halt an das Armaturenbrett, als sie über ein paar Schlaglöcher am Rand der Straße fuhren, bevor sie wieder geradeaus fuhren.

„Ist es zu viel verlangt, dass du blinkst? Ein Zeichen gibst!" rief sie, als sie den Weg zurück fuhren, den sie gerade erst gekommen waren. „Ich brauche eine Warnung, oder zumindest einen Helm!"

*****

„Das." verkündete Kate, und leckte das letzte Salz von dem Popcorn, von ihren Fingern, als sie sprach. „War der beste Film aller Zeiten. Ich kann nicht glauben, das ich ihn vorher noch nie gesehen habe. Aber andererseits, Owen und Iris gehen mit mir nicht ins Kino. Sie sagen, ich rede zu viel. Nur, weil ich während des Films ein paar Fragen über das, was vor sich geht, gestellt habe! Ernsthaft, sie sind solche Film Snobs."

Als sie ihre Finger gerade an ihrer Jeans abwischen wollte, reichte ihr Sam eine Serviette. „Der war schlecht." widersprach er. „Wie konnte er dir gefallen? Das einzig gute daran waren die Spezialeffekte, aber du musst dir zwei Stunden lang, langweilige Romantik antun, um dahin zu kommen."

„Oh, sag mir jetzt nicht, dass du außer einem Musik-Snob, auch noch ein Film Snob bist; das ist so eine unattraktive Eigenschaft! Und Romantik ist nicht langweilig." bestritt sie heftig, als sie ihre Finger säuberte. „Sie waren dazu bestimmt zusammen zu sein, konntest du das nicht sehen? Selbst der Tod konnte sie nicht trennen, und dann wurden sie letztendlich wieder vereint! Es war wunderbar!" sie Seufzte übertrieben. „Nicht das ich erwarten würde, dass du es verstehst. Männer sind schrecklich unromantisch"

„Ich bin weder ein Film, noch ein Musik-Snob, und verallgemeinerst du da nicht ein wenig viel?" klagte ihr Begleiter. „Männer können durchaus Romantisch sein, wenn wir wollen, wir verstehen nur einfach nicht, warum wir die ganze Zeit romantisch sein müssen. Filme geben uns Jungs einen schlechten Ruf, sie sind so unrealistisch. Ich wette, wenn Owen auch nur die Hälfte von dem machen würde, was Jungs in romantischen Filmen machen, würdest du mit ihm Schluss machen, weil er dich stalkt, oder weil er zu intensiv ist oder so etwas." er erschauderte. „Nicht, das ich zu viel darüber nachdenken will, das mein Bruder romantisch ist, sonst könnte das Popcorn dass wir gegessen haben, einen wider auftritt feiern."

„Ich glaube nicht, dass eine derartige Gefahr besteht." Überlegte Kate abwesend, als sie die Serviette in den Mülleimer warf. „Ich hab immer gedacht, das Owens Vorstellung der Romantik darin besteht, ein Taxi für ein Mädchen zu rufen, nachdem er mit ihr geschlafen hat."

Kate war ein paar Schritte weiter gelaufen, als sie merkte, dass Sam nicht länger neben ihr lief. Sie drehte sich um, und sah, dass er mit einem seltsamen Ausdruck auf seinem Gesicht, neben dem Mülleimer stehen geblieben war.

„Das ist eine ziemlich bissige Sache, über seinen verlobten zu sagen." kommentierte er.

Kate spürte wie ihre Wangen zu glühen begannen. „Ich...äh...was ich meinte ist...also." stotterte sie, bevor sie verstummte. Sie atmete einmal tief durch, um sich wieder zu sammeln, bevor sie erneut begann. „Das war, natürlich, bevor wir zusammen gekommen sind."

„Oh, natürlich." stimmte Sam zu, aber als er in ihre Richtung kam, dachte sie, das sie immer noch Verwirrung auf seinen Gesicht sah. Jedoch, bevor sie die Chance hatte ihre Bemerkung weiter zu klären, sprach er wieder. „Also, bist du jetzt bereit, dich dem Hochzeits-Gerede zu stellen?"

„Nun ja," sagte sie langsam, und versuchte seine Reaktion zu beurteilen, während sie redete. „Ich vermute, das hängt davon ab, ob es noch mehr Alternativen im Angebot gibt."

Sie beobachtete, wie sich die Verwirrung auf seinen Gesicht auflöste, um von einem wachsenden Lächeln ersetzt zu wurde. „Es gibt ein fantastisches Restaurant weiter die Straße hoch. Was hältst du vom Thailändischen Essen?"

Kate strahlte bei dem Gedanken. „Ich liebe es!" rief sie. „Es ist praktisch mein Lieblings-Essen!"

Das war die Wahrheit, aber sie wusste auch, dass ihre Begeisterung, zumindest teilweise, auch für die Aussicht war, das sie nicht nach Hause gehen musste, und sich Iris, Owen und seiner Familie in absehbarer Zeit gegenüberstellen musste. Während die Hochzeit immer näher kam, fand es Kate immer schwieriger mit der Realität von dem was sie vorhatte, umzugehen.

Sie würde heiraten. Es war kein Spiel, es war eine lebenslange Verpflichtung. Außer, dass es das für sie nicht war, es war nie beabsichtigt, das es länger als ein oder zwei Jahre dauerte. Und immer wenn sie an die Liebe dachte, die sie in der Ehe ihren Eltern miterlebt hatte, eine Liebe, die ihre Mutter in den Jahren seit dem Tod ihres Vaters immer noch in sich trug, konnte sie nicht anders, als das Gefühl zu haben, dass sie alle betrog.

Ihre beste Freundin und ihr zukünftiger Ehemann, schienen dank des Plans in einer Art seltsamen Beziehungs-Schwebe zu stecken. Unabhängig davon, wie sehr sie es auch versuchten zu leugnen, ging da ganz sicher etwas vor sich. Jeder mit Augen im Kopf, konnte das sicherlich sehen. Aber anscheinend wusste keiner dieser Leute, was dagegen zu tun war.

Emily und Walt waren großzügiger als sie jemals erwartet hätte, und sie konnte nicht ertragen darüber nachzudenken, wie verletzt sie wären, wenn die Wahrheit jemals herauskommen würde. Sie hatte nicht einmal ihrer Mutter von der Hochzeit erzählt, sie verpasste all die Erfahrungen die, die Mutter der Braut genießen sollte.

Dann gab es da noch zwei anderen Menschen, die sie mit auf die Liste setzen wollte. Allerdings war sie sich nicht sicher, ob sie das sollte, da einer der beiden selbst Schuld an den Problemen war, und sie keine Ahnung hatte, ob die Hochzeit wirklich ein Problem, für den anderen war.

Der erste Name den sie hinzufügen wollte, war ihrer. Kate konnte nicht anders, als traurig darüber zu sein, das ihre Ehe rein praktische Gründe hatte. Sie hatte immer davon geträumt, dass ihr Hochzeitstag der glücklichste Tag ihres Lebens sein würde, und hatte immer erwartet, dass es die romantischste Erfahrung sein würde, die sie jemals haben würde. Schließlich konnte es nichts Bedeutungsvolleres geben, als sich selbst an den Mann zu verpfänden, den man liebte.

Doch Kate war nicht in Owen verliebt, nicht im geringsten, und genau in diesen Augenblick, tauchten Gedanken von der letzten Person, die der Liste hinzugefügt werden sollten, auf.

Sie war sich nicht ganz sicher, was Sam über ihre Hochzeit mit seinem Bruder empfand, aber sie hatte das Gefühl, dass er nicht begeistert von der Idee war. Was zu einer weiteren Unklarheit, die sie über ihn hatte führte - der Grund, warum er unglücklich war.

Vielleicht war es Wunschdenken ihrerseits, aber sie wollte glauben, es war, weil er etwas für sie empfand. Denn so sehr sie auch versuchte sich selbst etwas anderes zu erzählen, wusste Kate, dass sie eindeutig anfing, Gefühle für ihn zu entwickeln.

Es war natürlich allein seine Schuld, dass sie dabei war sich in ihn zu verlieben. Wenn er nicht so süß, umwerfend und lustig wäre, hätte sie sich überhaupt erst gar nicht zu ihm hingezogen gefühlt. Aber wie konnte von ihr erwartet werden, dass sie ihn nur als Freund sah, wenn er so irritierend perfekt war?

Sicher, er war vorhin nachdem sie wegen ihres Vaters traurig geworden war, ein wenig unbeholfen gewesen, aber es hat ihn für sie nur noch schmeichelhafter gemacht. Die meisten Jungs nahmen reiß aus, wenn sie nur daran dachten, dass ein Mädchen in ihrer Gegenwart anfangen würde zu weinen. Seine rücksichtsvolle Reaktion hatte bedeutet, das sie sofort Einfühlungsvermögen, auf ihre geistige Checkliste seiner Attribute hinzugefügt hatte.

Es war alles sehr rücksichtslos von ihm, wirklich. Er würde einen schrecklichen Schwager abgeben, soviel konnte sie sagen.

„Praktisch dein Lieblings-Essen, was?" Sam lachte jetzt, und zog ihre Gedanken zurück in die Gegenwart. „Heißt das, wir sollen gehen?"

„Das Samuel bedeutet, das ich mit dir um die Wette dorthin renne, und der Verlierer bezahlt!" rief sie. Und damit machte Kate auf den Absatz kehrt, und achtete darauf, Sam ein wenig zu schubsen, um ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen, bevor sie los rannte.

Er würde einen Moment brauchen, um sich zu erholen, was ihr einen guten Vorsprung einbringen würde. Und da er in der Leichtathletikmannschaft war - es schien, als hätte sich jedes Detail von jedem Gespräch das sie je mit ihm hatte, in ihrem Gedächtnis eingebrannt, damit sie keine Probleme hatte, sich daran zu erinnern - wusste sie, das sie es brauchen würde.

Sie wollte gerade über die Straße rennen, als ihr ein Gedanke kam und sie stehen blieb. Ein leises Lachen erklang hinter ihr. „Das ist richtig." sagte Sam, als Kate sich zu ihm umdrehte. „Du hast nur eine Kleinigkeit vergessen."

Widerwillig nickte sie langsam. „Ich weiß nicht, wo das Restaurant ist." Sie schaute ihn misstrauisch an. „Aber du würdest so etwas nicht zu deinem Vorteil nutzen, oder?"

Er warf ihr ein böses Grinsen zu. „Ich hoffe, du hast deine Kreditkarte mitgebracht, Loser!" neckte er, bevor er begann, in die entgegengesetzte Richtung zu rennen. Kate quietschte auf, und begann ihn hinterher zu jagen. „Dafür wirst du bezahlen, Murphy!" rief sie ihm nach.

„Eigentlich glaube ich, dass du diejenige sein wirst die zahlt, Chalmers." schoss er zurück.

Als jedoch der entscheidende Moment kam, täuschte Sam gnädig genau vor dem Gebäude, eine Oberschenkelverletzung vor, und nachdem sie ihn überholt hatte, erklärte Kate das Rennen großmütig als Unentschieden. Sie stolperten Arm in Arm ins Restaurant und klammerten sich gegenseitig für Halt aneinander, beide unfähig, ihr lachen zu kontrollieren.

Es war die beste Nacht, die beide seit langer Zeit gehabt hatten, und jeder gab gänzlich dem anderen die Schuld.

A Marriage of Inconvenience | deutsche Übersetzung #catalystawards18Lies diese Geschichte KOSTENLOS!