Kapitel 31

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Inzwischen waren wir wieder im Internat. Alexandra telefonierte mit der Polizei Welt weit und ich, ich hatte mich im Bad verschanzt und nicht mal Vio reingelassen, als sie ganz dringend auf die Toilette musste.

Ich saß auf dem Klodeckel und umklammerte hoffnungsvoll mein Handy.
Vielleicht würde ja irgendjemand anrufen weil er Collorado gefunden hat.
Vielleicht würde er ja gleich wieder im Stall stehen.
Vielleicht Träume ich ja nur.
Vielleicht. . . Vielleicht. . . Vielleicht. . .

Wieder klopfte es an der Türe und ich wischte mir eine einzelne Träne weg. ,,Layla? Mach bitte auf'', es war Luan. Zögernd stand ich auf und öffnete die Türe. Sofort viel er mir um den Hals. ,,Man, was machst du denn vier Stunden da drin!'', sagte er und drückte mich fest an sich. Ich spürte seine wärme und wurde plötzlich ganz Müde. Der Versuch, meine Augen offen zuhalten, gelang mir nicht lange und ich schlief ein.

~*~

Als ich aufwachte war es dunkel. Eine Gestalt regte sich leicht im Bett gegenüber und murmelte etwas vor sich her. Ich setzte mich aufrecht hin und spürte die Erschöpfung in meinem ganzen Körper. Meine Beine fühlten sich schlapp an und meine Arme waren wie ausgeleiert.

Ich war mir nicht sicher ob es nur ein beschissener Albtraum war und stand deshalb auf. Ich schnappte mir noch eine Weste aus dem Schrank und schloss leise die Türe hinter mir. Immerhin wollte ich Vio nicht aufwecken.

Langsam lief ich dann den Flur entlang zu den Treppen. Ich traute mich nicht ein Licht anzumachen weil ja ansonsten jemand auf mich aufmerksam werden konnte und stolperte fast auf der Treppe. Es war gruselig alleine durch das Schulhaus zu wandern, aber immerhin wollte ich wissen ob mein Collor da war.
Mein Fuß war geschieht und so bereitete er mir wenig Probleme.

Auf dem Weg zum Stall kamen die ganzen Erinnerungen vom Tag wieder und es war definitiv kein Traum gewesen! Trotzdem ging ich weiter.

Es war eigentlich unmöglich Collorado noch zu finden. Immerhin wissen wir nicht wie lange er verschwunden ist, geschweige denn Wo er überhaupt ist und Wer ihn mitgenommen hat.

Aber eines schwor ich mir: Trete ich den Dieben irgendwann gegenüber, ich bring sie um!
Ich bereite ihnen schmerzen zu so wie sie es mir antun mit dem Verlust meines Pferdes, meines Freundes, mein inzwischen einziges ehrliches Familienmitglied.

In mir quoll eine Wut auf, die ich nicht verdrängen konnte. Ich wusste das es nichts bringen würde sich aufzuregen, ihn würde es auch nicht zurück holen.

,,Was machst du denn hier?!'', zischte eine hohe Stimme hinter mir, und ohne mich umzudrehen erkannte ich sie an ihrem billigen Parfüm. ,,Kann dir doch egal sein!'', zischte ich mit belegte Stimme zurück und starrte immernoch in die Dunkelheit. ,,Dann geh ich eben petzen das du hier draußen alleine unterwegs bist'', ich konnte ihr selbstsicheres Grinsen deutlich hören.
,,Vergess nicht das du auch hier draußen bist'', sagte ich monoton.

,,Jaja.''

,,Jaja heißt leck mich am Arsch'', ich drehte mich zu ihr um.

,,Kann doch dir egal sein, fang hier jetzt nicht wieder an dich hier aufzuspielen'', maulte sie.

,,Ich hab nicht angefangen''

,,Wer denn sonst ?''

Meine sie das gerade ernsthaft? Mir reichte. Die ganzen angestauten Emotionen drohten auszubrechen.
,,Ich auf jedenfall nicht. DU bist hier angekommen und wolltest gleich petzen gehen! DU bist die jenige, die mich am wenigsten mag und DU bist die Person die ich jetzt am wenigsten gebrauch!'', schrie ich und ging noch ein Schritt auf sie zu und noch ein Schritt und noch einen.

Plötzlich wurde Ayla ganz klein und sah etwas verängstigt aus.

,,Du bist so lächerlich Layla!'', *Patsch*.

Das einzige was mir jetzt noch im Kopf herum schwirrte war: Die hat mich nicht gerade im ernst geschlagen?! Doch kurz darauf setzte der Schmerz ein und nach ihrem Blick zu urteilen müssten meine Augen vor Wut glühen, meine Hände in Flammen aufgehen und ich einen giftigen Duft versprühen, so dass sie sich nicht mehr traute einzuatmen.

,,Hakts bei dir eigentlich! Das du ein hinterhältiges Biest bist wusste ich ja, aber nicht, das wenn du die Wahrheit nicht verkraftest gleich zuschlägst! Hau ab wenn du noch lebendig in die Oberstufe kommen willst! Hau einfach ab!!!'', nach dem sie mich immer noch schokierend ansah und keine Anstalten machte zu verschwinden, zischte ich noch mit zusammengebissenen Zähnen. ,,Du hast zehn Sekunden vorsprung bevor ich die umbringe!'', schnell machte sie einen Schritt zurück, drehte sich dann, immer noch geschockt von ihrer Tat, um und rannte davon.

Ich machte mir nicht die Mühe ihr hinterher zu rennen und ging stattdessen einfach weiter Richtung Stall.

Meine Wange brannte und war mit Sicherheit glühend rot. Und als ob das nicht schon genug wäre, setzten Kopfschmerzen und ein Hungergefühl ein. Das letzte was ich gegessen hatte war zu Mittag einen Apfel...

Im Stall würde ich sowieso nichts finden also kehrte ich um und machte mich auf die Suchen nach etwas essbarem.

~*~

Als ich am morgen in meinem Bett aufwachte, war es dunkel im Zimmer. Lange schaute ich mich um bis sich meine Augen an das Licht gewöhnt hatte. Der Rolladen war herunter gelassen und der Wecker zeigte 9:18Uhr an, Vios decke war zurückgeschlagen und.. . Halt! 9:18Uhr! Ich muss in den Unterricht!

Schnell sprang ich auf, ließ mich jedoch wieder auf mein Bett fallen da sich kurz alles drehte. Dann versuchte ich es erneut etwas ruhiger und huschte dann samt frischer Klamotten ins Bad.

Keine zehn Minuten später stand ich vor der Zimmertüre und sprintete zum nächsten Fach. Nur das geht einfach schlecht ohne Tasche und ich hechtete wieder zurück.

Nun mit meiner Tasche im schlepptau sprintete ich zu unsere Klassenzimmer.

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