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Ich sah unter den Tischen, Stühlen und in jeder Ecke nach, doch nirgends konnte man sich richtig verstecken. Ich sollte wohl einfach in eine andere Etage gehen.
Ich war mir sicher, dass dieses alte, heruntergekommene Haus keine geheimen Türen oder sowas hatte. Ich war in diesem einfachen Raum ziemlich leicht zu finden und ich wollte noch nicht so schnell aufgeben. Vor allem wollte ich auch nicht drei Stunden lang mit einem Dämon im Haus in einem Salzkreis hocken. Immerhin würde mir dann nichts passieren.
Aber ich müsste dann bei diesen gruseligen Puppen bleiben...
Ich suchte einfach weiter nach einem Versteck. Ich zog es sogar in Betracht mich hinter gestapelten Puppen zu verstecken, aber ich hatte nicht wirklich Hoffnung, dass das funktioniert. Und anfassen wollte ich diese Horror Dolls auch nicht. Ich hatte eindeutig zu viele Horrorfilme gesehen...
Na dann geht's wohl wieder nach unten. In dem Kinderzimmer gibt es bestimmt ein gutes Versteck.

Ich war noch erstaunlich ruhig, dafür, dass ich micht schon wieder auf diesen Dämon eingelassen habe. Warscheinlich lag es auch einfach nur daran, dass ich dieses Mal Salz dabei hatte. Sogar eine ganze Dose voll.
Trotzdem sollte ich mir nicht zu sicher sein.
Ich ging zu der Öffnung in der Wand, welche zu den Treppen führte. Warscheinlich stand dort früher mal eine Tür. Ich ging langsam und beleuchtete den Weg mit meiner Kerze.
Je tiefer ich ging, desto kälter wurde es. Ich war schon an der verschlossenen Tür unten angekommen, hatte meine Hand schon auf den Griff gelegt, als mir auffiel, dass die Temperatur ein Zeichen für seine Anwesenheit war.
Ich verlor jegliche Farbe aus meinem Gesicht und drehte mich langsam, aber panisch um.
Ich war zu geschockt um mich hektisch zu bewegen.
Ich war zu geschockt um mich zu beeilen.
Es war ein Wunder, dass ich es überhaupt geschafft habe mich zu bewegen. Und dann zum Glück auch noch leise.
Die Kerze flackerte schon gefährlich, drohte zu erlöschen. Mir wurde schlecht.
Ich wollte nicht sterben.
Vor allem wollte ich nicht qualvoll sterben.
Ich schaffte es mich aus meiner halben Starre zu lösen und ging die letzten Stufen schneller hoch. Oben angekommen atmete ich erst einmal tief ein und wieder aus.
Das Unwetter war immernoch im vollen Gange. Diese Geräusche und diese ganze Situation brachten mich zur Verzweiflung.
Ich hatte keine andere Wahl als den Salzkreis zu ziehen. Ich griff nach der Dose. Ich hätte sie vor Schreck fast fallen gelassen, denn der Wind, welcher draußen nur so tobte, hörte sich kurz wie ein leises Kichern an. Ich schüttelte den Kopf und öffnete die Dose, doch dann hörte ich wieder ein leises Kichern.
Das kam jetzt aber nicht vom Wind, oder? Bin ich jetzt wirklich gestört?
Ich legte die Dose ab und drehte mich um. Dort war niemand.
Was hab ich denn bitte erwartet? Dass da jetzt jemand steht, sitzt oder sonst was tut?

"Jemanden zu ignorieren ist sehr unhöflich."

Ich bekam wieder Panik und sah mich wild im Raum um, doch da war wirklich niemand. Und trotzdem war dort eine weibliche Stimme, die mit mir kommunizieren wollte.

"Keine Sorge, hier ist niemand. Hier sind nur du und ich.... Noch..."

"Wer, Was und Wo bist du?"

"Hier drüben. Auf dem Tisch."

Ich sah auf den Tisch und tatsächlich... Zwischen den ganzen leblosen, zum Teil zerfetzten Puppen war eine saubere, neu aussehende Puppe, welche aufrecht sitzend zu mir starrte. Sie lächelte mich gruselig an. Sie hatte ein rosa Kleidchen mit weißen, unechten Blumen. Sie hatte noch beide Knopfaugen und langes blondes Haar.

"Wer oder was bist du?"

"Ich bin keine Puppe, keine Sorge. Ich bin die Seele eines verstorbenen Menschen. Aber das ist jetzt unwichtig wir oder besser gesagt DU hast keine Zeit mehr. Wenn du überleben willst dann hör auf mich!"

Ich stammelte ein paar Laute, bis ich einen halbwegs vernünftigen Satz heraus bekam.

"Ich wollte gerade... e-einen Salzkreis-"

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